mini|Kojen-Schichtkamm aus süd-östlicher Richtung vom Hochgrat aus gesehen mini|Gipfelkreuz am Kojenstein mini|Panorama Richtung Süden mit der Hochgratkette mini|Absprungrampe für Drachenflieger in den 1970er Jahren Der Kojenstein, auch Kojen genannt, ist ein hoher Felsen und ein markanter Aussichtspunkt im österreichischen Bundesland Vorarlberg. Er ist namensgebend für den Kojen-Schichtkamm und gilt als „Hausberg“ von Riefensberg.
Beschreibung Der Gipfel ist felsig, ein Grathärtling mit einem steilen Abfall nach Norden. Der Kamm ist bewaldet. Es handelt sich um einen typischen Nagelfluh-Schichtkamm. Direkt unter dem Kojenstein befindet sich das Kojenloch, eine 10 m lange, tunnelartige Höhle, die durch den Gipfel des Kojen führt.
Lage
Politische Lage Der Kojenstein liegt in Österreich, Vorarlberg, Bezirk Bregenz, Gemeinde Riefensberg. Die Grenze zu Deutschland befindet sich 1,5 km im Osten.
Lage bezüglich Gebirge Gebirgsmäßig liegt der Kojenstein in den Ostalpen, Allgäuer Alpen, Allgäuer Voralpen westlich der Iller, Nagelfluh-Schichtkämme, Prodel-Kojen-Schichtkamm, Kojen-Schichtkamm. Der Prodel-Kojen-Schichtkamm ist der nördlichste der drei Allgäuer Nagelfluh-Schichtkämme. Er wird getrennt durch den Durchbruch der Weißach. Westlich des Durchbruchs liegt der Kojen-Schichtkamm, östlich der Prodel-Schichtkamm. Nach der Gliederung der SOIUSA wird der Bergrücken wie folgt eingeordnet: Einordnung nach SOIUSATeilIIOstalpenSektorII/BNördliche OstalpenAbschnittII/B-22Bayerische AlpenUnterabschnittII/B-22.IIAllgäuer AlpenObergruppeII/B-22.II-BWestliche Allgäuer VoralpenGruppeII/B-22.II-B.5Allgäuer Molasseberge – inkl. Sulzberg und PfänderstockUntergruppeII/B-22.II-B.5.cWeißachberge (Monti del Weißach) – inkl. SulzbergSektorII/B-22.II-B.5.c/aProdel-Kojen-Schichtkamm (Costiera dell'Himmeleck)
Lage bezüglich Region, Tälern und Gewässern Der Kojenstein liegt in der Region Bregenzerwald, genauer im Vorderen Bregenzerwald. Nördlich liegt das Weißachtal mit dem Ortskern von Riefensberg, südlich liegt das Quellgebiet des Geizbachs, der Richtung Westen fließt. Südöstlich liegt das Kojen-Moos, eine Hochebene mit einer sanften, kaum merklichen Passschwelle. Nach der Passschwelle fließt der Lanzenbach durch ein Moorgebiet nach Osten und mündet in die Weißach. Die am selben Kamm liegende Fluh (1391 m) gehört zur Tourismusregion Allgäu, genauer zum Westallgäu, Urlaubsregion Oberstaufen. Viele Wanderer auf den Kojenstein kommen von der deutschen Seite her.
Umgebung Im Umkreis von 5 Kilometern gibt es drei unabhängige Skigebiete in zwei Staaten und drei Ortskerne von Bregenzerwälder Gemeinden: Ortskern von Riefensberg 1,5 km nördlich Skigebiet Hochlitten (Riefensberg): 1,7 km nordnordöstlich Steinernes Tor: 1 km nordöstlich Bergstation Fluhexpress, Skigebiet Steibis – Imberg (Oberstaufen): 3,25 km nordöstlich Imberghaus, Bergstation der Imbergbahn, ebenfalls Skigebiet Steibis – Imberg: 4,25 km nordöstlich Berggasthof Hochbühl am Rande des Skigebiets Steibis – Imberg: 3,3 km ostnordöstlich Talstation der Hochhäderich Skilifte mit Parkplatz und Hotel: 1,3 km ostsüdöstlich Hochhäderich: 2,6 km südöstlich Ortskern von Hittisau: 4,5 km südlich Ortskern von Krumbach: 2,8 km westsüdwestlich
Geologie Die Allgäuer Nagelfluhketten gehören zur Zone der Unteren Süßwassermolasse. Der Kojen-Kamm gehört zur Kojen-Formation und Schweizer Äquivalente. Die Formation wurde nach dem Kojenstein bzw. dem Kojen-Kamm benannt, weil hier der Aufschluss der Schichten besonders gut sichtbar ist. Es handelt sich um Kalk- bzw. Dolomitsandstein und Mergelstein, grau-rötlich, ein Konglomerat mit Kalkalpin- und Flyschkomponenten.
Tourismus Das Gebiet ist ein beliebtes Wander- und Winterwandergebiet. Vom Parkplatz bei der Talstation der Hochhäderich Skilifte auf den Kojenstein sind es nur 30 Minuten Gehzeit. Zwei Wanderwege führen auf den Kojenstein, einer vom Steinernen Tor aus entlang der Kammlinie und einer von der südöstlich gelegenen Kojen-Alpe. Im Winter braucht man vom Steinernen Tor bis zum Gipfel je nach Schneelage Schneeschuhe. In den 1970er Jahren war der Kojenstein ein beliebter Absprungpunkt für Drachenflieger, die Absprungrampe ist inzwischen verwittert.
Naturschutz Der Kojenstein liegt im Naturpark Nagelfluhkette. Das Naturschutzgebiet Kojen-Moos beginnt 640 m östlich. Das Kojen-Moos ist das einzige Moor in Vorarlberg ohne Fernvergletscherung während der letzten Eiszeit. Der Moorkomplex aus Latschenhochmooren, Schwingrasen und Hangmooren wurde früher zur Torfgewinnung genutzt. Heute ist das Kojen-Moos Lebensraum für typische Tier- und Pflanzenarten der Moorlebensräume. Gekennzeichnete Winterwanderwege und Loipen dürfen nicht verlassen werden.
Weblinks
Vorarlberg Atlas Umweltatlas Bayern
Einzelnachweise