mini|Die Heisterkampstraße in Uetersen (2012) Die Heisterkampstraße ist eine Straße im westlichen Stadtgebiet von Uetersen im Kreis Pinneberg (Schleswig-Holstein), die im lokalen kollektiven Gedächtnis und in der historischen Forschung als „Straße im Widerstand“ gilt. Sie ist ein historisch bedeutsamer Ort des antifaschistischen Widerstandes im Raum Uetersen, weil hier mehrere bekannte Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus wohnten, die im Rahmen der sogenannten Offenborn-Prozesse von der nationalsozialistischen Justiz verfolgt und verurteilt wurden.

Lage Die Heisterkampstraße verläuft im westlichen Teil von Uetersen und gehört zum städtischen Wohngebiet. Heute ist sie eine normale Anwohnerstraße; ihre Bedeutung als historischer Erinnerungsort ergibt sich vor allem durch die ehemaligen Bewohner und ihre politische Betätigung in den 1930er Jahren.

Historische Bedeutung als Widerstandsort In der Heisterkampstraße lebten mehrere Personen, die im Jahr 1935/36 im Rahmen der nationalsozialistischen Sonderjustiz wegen ihrer politischen Aktivitäten angeklagt, vor dem Kammergericht Berlin verurteilt und zu mehrjährigen Zuchthausstrafen verurteilt wurden. Diese Verfahren zählen zum sogenannten Offenborn-Prozess, einem Komplex politischer Strafverfahren gegen kommunistische und sozialdemokratische Widerstandskämpfer im norddeutschen Raum.

Zu den bekannten Bewohnern gehörten:

Karl Christian Haase (Wohnadresse Heisterkampstraße 29) – verurteilt im sechsten Offenborn-Prozess. Franz Josef Kristen (Heisterkampstraße 36) – aktiv im kommunistischen Widerstand, angeklagt und verurteilt wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“. Hans Peter Due (Heisterkampstraße 38) – KPD-Mitglied, verurteilt im Offenborn-Prozess.

Diese drei Männer gehörten zu den mehreren Dutzend aus Uetersen und dem Kreis Pinneberg, die allein im Offenborn-Komplex wegen ihrer politischen Betätigung angeklagt und zu Freiheitsstrafen verurteilt wurden.

Widerstandsaktivitäten der Bewohner Den Anwohnern wurden unter anderem folgende Aktivitäten vorgeworfen: Geheime Treffen mit politischen Genossen trotz Parteiverbot, Sammlung und Weitergabe von Parteibeiträgen, Herstellung, Verbreitung und Verteilung illegaler Flugblätter und Schriften gegen das NS-Regime.

Diese Aktivitäten standen im Widerspruch zu den Unterdrückungsmaßnahmen des nationalsozialistischen Regimes, das insbesondere kommunistische und sozialdemokratische Organisationen verbot und strafrechtlich verfolgte.

Erinnerung und Verfolgung Obwohl die Heisterkampstraße heute ein normales Wohngebiet ist, wurde ihre historische Bedeutung durch die Forschung sichtbar gemacht und wird über lokale Bildungs- und Erinnerungsprojekte weitergegeben. Dies gehört zu einem größeren Kontext lokalhistorischer Projekte wie dem Stadtrundgang zur NS-Ortsgeschichte in Uetersen, der an mehreren Stationen die Geschichte von Macht, Unterdrückung und Widerstand vor Ort erläutert.

Siehe auch Offenborn-Prozess – Serie politischer Prozesse gegen Widerstandskämpfer

Literatur Herbert Diercks: Die Freiheit lebt! Widerstand und Verfolgung im Kreis Pinneberg 1933–1945. Hamburg 1983. Arbeitskreis zur Erforschung des Nationalsozialismus in Schleswig-Holstein (AKENS): Dokumentationen zum Widerstand im Kreis Pinneberg.

Weblinks Spurensuche Kreis Pinneberg und Umgebung – Heisterkampstraße als Straße im Widerstand

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