mini|hochkant|Wappen derer von Scheven im Wappenbuch des Westfälischen Adels Scheven (auch Schewen, Schevene, Scevene o. ä.) ist der Name eines erloschenen münsterländischen Adelsgeschlechts.

Die Familie ist von den namensähnlichen, aber wappenverschiedenen nicht stammverwandten mecklenburgisch-pommerschen von Scheve zu unterscheiden.

Geschichte Das Geschlecht war insbesondere in den heutigen Kreisen Steinfurt und Borken begütert. Die Familie stellte Burgmänner auf Burg Steinfurt, Herrschaftszentrum der Grafschaft Steinfurt im westlichen Münsterland.Spießen (1901–1903), S. 112. Die Familie war über mehrere Jahrhunderte auf Engste mit dem herrschenden Häusern der Grafschaft Steinfurt verbunden.

Schon 1339 war Ghert van den Schevene Richter der Edelherren von Steinfurt in der Mark Welbergen.Vereinigte Westfälische Adelsarchive, Wel.Uk.Pg / Pergamenturkunden, Nr. Wel.Uk.Pg - 1, abgerufen am 6. Januar 2026. 1342 erscheinen Godeke Sculthete van Schevene und Gerd, sein Bruder, als Urkundezeugen für den Edelherrm Ludolf von Steinfurt und seine Familie.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, U 186 / Familie Raet von Bögelscamp / Akten, Nr. 132, abgerufen am 5. Januar 2026. 1359 verkauften Godert van den Scevene anders gheheyten de Sculte, seine Ehefrau Hebele, sein Sohn Ryshard, dessen Ehefrau Jutte und deren Kinder Godeke, Gherd, Wyllem und Alheyt zwei Stück Land in dem Kamp de Bredec. Unter den Urkundenzeuge erscheint auch sein Bruder Gherd van den Scevene. 1365 verkauften Gerhart van den Scheven, seine Frau Elzebe und ihre ehelichen Kinder Rishart, Ghodike und Hidike das hues to Edekinch (Nedeking), Kirchspiel Wellbergen. Als Zeuge tritt Gerharts Bruder Ghodert de Schulte van Scheven auf.Vereinigte Westfälische Adelsarchive, Wel.Uk.Pg / Pergamenturkunden, Nr. Wel.Uk.Pg - 6, abgerufen am 5. Januar 2026. 1419 erscheint ein Godike von den Scheven als verstorben. Er hatte vor seinem Tod einen Garten in der Molensteghe zu Lehen, der nach seinem Tod von Edelherr Ludolf von Steinfurt mit Zustimmnung seines Schwiegersohns, Edelherr Everwin von Götterswick, und seiner Tochter Mechtild von Steinfurt, Everwins Frau, zusammen mit anderen Lehen an Ludolfs Kaplan, den Prister Johann Nyehuse, vergeben wurde.Vereinigte Westfälische Adelsarchive, Bur.A / Allgemeine Regierungssachen der Grafschaften Bentheim und Steinfurt, Nr. Bur.A - Urk. 17 und Urk. 31, abgerufen am 5. Januar 2026. 1467 verkauften Gert und Wiehert van den Scheven mit ihrer Mutter Hadewich und ihrem Vetter und Vormund Ludeloff van den Scheven ihr Burglehn in der Burg Nienborg (Nyenborch).Vereinigte Westfälische Adelsarchive, Vrn.D.Uk / Haus Dieck, Urkunden, Nr. Vrn.D.Uk - 53 (Or.26), abgerufen am 5. Januar 2026. 1484 stellte Gerd von Scheven für die Kinder des verstorbenen Everwin Raven für ein Burglehen einen Lehnrevers an den Gafen Everwin II. zu Bentheim und Steinfurt aus. Unter den Zeugen findet sich auch ein Luleff von Scheven. Ludolf von Scheven war Mitglied des Johanniterordens und sein Bruder Wichart von Scheven Konventuale zu Varlar. Die beiden kauften 1487 eine Rente von Graf Everwin zu Bentheim.Vereinigte Westfälische Adelsarchive, Bur.ASt / A Steinfurt = Regierungssachen der Grafschaft Steinfurt, Nr. Bur.ASt - Urk. 86, abgerufen am 5. Januar 2026. Gerd Scheven besiegelte 1492 für seinen Vetter Rolf von Twickeloe genannt de Jeger einen Lehnsrevers an denselben Graf Everwin II. zu Bentheim und Steinfurt. 1516 übertrugen Gerd van Scheven und seine Frau Everd mit ihrem Sohn Roleff ihrem anderen Sohn Johan van Scheven als seinen Erbanteil das Erbe Spakebytynck im Kirchspiel Emsdetten, Bauerschaft Lintel, und den Odynckkamp im Kirchspiel Steinfurt.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, W 151u / Sammlung Westfälische Familien (z.T. Dep.) / Urkunden, Nr. 646, abgerufen am 5. Januar 2026. 1520–1532 war Gerdt van Schewen Richter zu Steinfurt.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, V 502 / Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abteilung Münster (Dep.) / Handschriften, Nr. 294, abgerufen am 5. Januar 2026.Vereinigte Westfälische Adelsarchive, Bur.A / Allgemeine Regierungssachen der Grafschaften Bentheim und Steinfurt, Nr. Bur.A - Urk. 60, abgerufen am 5. Januar 2026. 1523 und 1527 tritt Rolof/Rolef/Rolf als Urkundenzeuge für Graf Arnold II. von Bentheim und Steinfurt auf. 1569 stellte Rolf von Scheven für Graf Arnold IV. von Bentheim-Tecklenburg einen Lehnrevers über Luttike Spakebittinckan an Gräfin Anna zu Bentheim-Tecklenburg, Arnolds Mutter, aus.Vereinigte Westfälische Adelsarchive, Bur.B / Lehensachen, Urkunden und Akten, Nr. Bur.B - Urk. 700, Urk. 715 u. Urk. 853, abgerufen am 5. Januar 2026. Dieser Rolf von Scheven, dessen Mutter aus dem Geschlecht der von Averhagen stammte, war mit Anna von Senden verheiratet und 1589 bereits verstorben. Die Eheleute hatte eine Tochter namens Johanna von Scheven, die 1589 Rutger von Diepenbrock heiratete.Fahne (1858), S. 354.Stadtarchiv Münster, A-RatsA / Ratsarchiv (bis 1802), Nr. A XVII Nr. 157, abgerufen am 5. Januar 2026. Eine weitere Tochter der Eheleute, Margarete von Scheven, war spätestens ab 1570 mit Gerlach de Bever († 1579) verheiratet. Schwiegervater Rolf von Scheven ließ für letzteren sein Gut Hartwinck/Hartininck und den dazugehörenden Kotten Monnickeshaus im Kirchspiel Oldenzaal Bauerschaft Lutte, Lehen des Klosters Werden auf.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland, AA 0544 / Werden, Urkunden AA 0544, Nr. 1895, abgerufen am 5. Januar 2026. In zweiter Ehe heiratete Margarete von Scheven Kaspar von Loën, wodurch Borg Enschede (Nije Borch) an die Loën fiel.

1700 belehnte Graf Ernst zu Bentheim-Tecklenburg-Steinfurt und Limburg (1661–1713) Johann Heinrich von Scheven mit Breebom.Vereinigte Westfälische Adelsarchive, Bur.B / Lehensachen, Urkunden und Akten, Nr. Bur.B - Urk. 223, abgerufen am 5. Januar 2026. 1732 wurde derselbe Johann Heinrich Scheven von Ahaus vom Kölner Erzbischof Clemens August von Bayern aus der Lehnsmannschaft entlassen. Johann Heinrich hatte zuvor das Lehngut König im Kirchspiel Gescher als Ehevogt seiner Frau Johanna Zernago besessen.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, B 158u / Studienfonds Münster, Jesuitenkolleg Coesfeld / Urkunden, Nr. 123, abgerufen am 5. Januar 2026.

Die Familie starb Anfang des 19. Jahrhunderts aus.

Wappen Blasonierung: In Gold ein silberner nach links schreitender Schwan mit rotem Schnabel und roten Füßen. Auf dem gekrönten Helm mit golden-silbernen Helmdecken ein silberner Schwanenhals.

Auffallend ist die Wappenähnlichkeit mit den Edelherren von Steinfurt. Offensichtlich haben sich die Herren von Scheven in der Wappengestaltung an dem Wappen ihrer Herren orientiert.

Literatur Anton Fahne: Geschichte der Westphälischen Geschlechter unter besonderer Berücksichtigung ihrer Uebersiedelung nach Preußen, Curland und Liefland, mit fast 1200 Wappen und mehr als 1300 Familien, Heberle, Köln 1858, S. 354 (Google Bücher). Max von Spießen: Wappenbuch des Westfälischen Adels, mit Wappengrafiken von Adolf Matthias Hildebrandt, Band 1, Görlitz 1901–1903, S. 112 (hhu.de); Band 2, Görlitz 1903, Tfl. 278 (hhu.de).

Einzelnachweise

Kategorie:Westfälisches Adelsgeschlecht