Salinirubellus ist eine Gattung halophiler (salzliebender) Archaeen. Ihre Typusart ist Salini­rubellus salinus, die mit ihrem Referenzstamm in einer marinen Solarsaline der chinesischen Provinz Zhejiang entdeckt und erstmals isoliert wurde. Im Jahr 2025 wurde eine zweite Art dieser Gattung, Salinirubellus litoreus, erstbeschrieben. Ihr Referenzstamm ist SYNS196.

Beschreibung Salinirubellus salinus Der Erstbeschreibung der Typusart Salinirubellus salinus aus dem Jahr 2018 liegt der Referenzstamm zugrunde, der aus der marinen Solarsaline Zhoushan in der chinesischen Provinz Zhejiang isoliert wurde. Diese Zellen sind pleomorph (in der Gestalt wechselnd), gramnegativ und bilden auf Agarplatten rot pigmentierte Kolonien. Die Zellen lysieren (platzen) in destilliertem Wasser; die minimale NaCl-Konzentration zur Verhinderung der Zelllyse beträgt 8 % (w/v). Der Stamm kann bei 25–50 °C (mit einem Optimum bei 37 °C), Salzkonzentrationen von 1,4–4,8 ᴍ (mol/ℓ NaCl (optimal 2,1 ᴍ) und 0–1,0 M MgCl2 (optimal 0,1 ᴍ), sowie einem pH-Wert von 5,0–9,5 (optimal pH 7,5).

Die wichtigsten polaren Lipide des Stammes sind Phosphatidyl­glycerin (PG), Phosphatidylglycerinphosphat-Methylester (PGP-Me), sowie drei nicht näher identifizierte Glykolipide; die beiden wichtigsten Glykolipide erwiesen sich 2018 als chromatographisch identisch mit sulfatiertem und nicht-sulfatiertem Mannosylglucosyl-Diether (S-DGD-1 bzw. DGD-1).

Der DNA-G+C-Gehalt des Stammes beträgt 67,0 mol%. Phylogenetische Analysen auf der Grundlage von 16S-rRNA- und rpoB′-Genen (letztere kodieren den β-Abschnitt der RNA-Polymerase) zeigten 2018, dass sich dieser Stamm von den verwandten Gattungen Halomarina, Natronomonas, Halorientalis, Salinirubrum und Halobaculum der Ordnung Halobacteriales unterscheidet. Insgesamt ließen die phänotypischen, chemotaxonomischen und phylogenetischen Eigenschaften schließen, dass der Stamm eine 2018 neue Art einer neuen Gattung innerhalb der Ordnung Halobacteriales darstellt.

Salinirubellus litoreus Der Referenzstamm SYNS196 der zweiten, 2025 veröffentlichten Spezies, Salinirubellus litoreus (GTDB provisorisch Salinirubellus sp037335815 mit abweichendem Referenzstamm) wurde zusammen mit drei weiteren aus salzhaltigen Binnenseen und einer marinen Solarsaline in der chinesischen Provinz Jiangsu isoliert. Beim Vergleich der 16S-rRNA- und rpoB′-Gensequenzen zeigten die Stämme KK48, YCN56, SYNS191 und SYNS196 eine hohe Ähnlichkeit mit den Gattungen Salinibaculum bzw. Salinirubellus auf.

Die wichtigsten polaren Lipide dieser Stämme sind Phosphatidsäure (), Phosphatidylglycerin (PG), Phosphatidylglycerinphosphatmethylester (PGP-Me), Phosphatidylglycerin-Sulfat (PGS), sulfatiertes Mannosylglucosyl-Diether (S-DGD), Mannosylglucosyl-Diether (DGD) und disulfatiertes Mannosylglucosyl-Diether (, S2-DGD).

Die Werte für die durchschnittliche Nukleotidübereinstimmung (75,3–77,7 %), die digitale DNA-DNA-Hybridisierung (in silico: 24,5–25,9 %) und die durchschnittliche Übereinstimmung in den kodierten Aminosäuren (66,3–73,4 %) zwischen diesen vier Stämmen und den genannten Arten lagen jeweils deutlich unter dem Schwellenwert für die Klassifizierung in dieselbe Art (Spezies) – ein Argument, sie eigenen neuen Spezies der jeweiligen Gattung zuzuordnen. Basierend auf den phänotypischen, chemotaxonomischen, phylogenetischen und phylogenomischen Eigenschaften wurden die Stämme als Referenzstämme in vier neue Arten der der genannten Gattungen klassifiziert, nämlich Salinibaculum rarum (KK48), Salinibaculum salinum (YCN56), Salinibaculum marinum (SYNS191) und Salinirubellus litoreus (SYNS196).

Systematik Die derzeit akzeptierte Taxonomie basiert auf der (LPSN) und dem (NCBI), ergänzt um Einträge aus der (GTDB), Stand: 4. Januar 2026:

Gattung Salinirubellus et al. 2018 Spezies Salinirubellus salinus et al. 2018 Stamm CGMCC 1.12551 alias JCM 30036 oder ZS-35-S2

Spezies Salinirubellus litoreus et al. 2025 (2 Stämme) Stamm SYNS196 alias CGMCC 1.62608 oder JCM 36495 – Referenzstamm gemäß NCBI Stamm 02_S197.semibin_refined.029 – Referenzstamm gemäß GTDB Spezies Salinirubellus sp036625905 (3 Stämme) Stamm NA-0cm_bin.2 Stamm NA-5cm_bin.10 Stamm NA-30cm_bin.5 Spezies Salinirubellus sp041642135 (1 Stamm) Stamm 01_S196.semibin_refined.186

Namensherkunft Der Gattungsname Sa­li­ni­ru­bel­lus setzt sich zusammen aus , ‚Salzwerke‘; und dem lat. Adjektiv ; die Bezeichnung steht für einen rötlichen Organismus aus Salinen/Salzwerken.

Das Art-Epitheton sa­li­nus ist ein neues Adjektiv mit der Bedeutung ‚zu Salinen/Salzwerken gehörend oder sich darauf beziehend‘ Das Art-Epitheton litoreus ist ein es Adjektiv mit der Bedeutung ‚von der Küste‘, ‚vom Litoral‘ oder ‚zur Küste/zum Litoral gehörend.‘

Einzelnachweise LPSN: Genus Salinirubellus Hou et al. 2018, Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen (DSMZ). Dazu: BacDive: Salinirubellus, Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen (DSMZ). NCBI: Salinirubellus, Details: Salinirubellus Hou et al. 2018 (genus); graphisch: Salinirubellus, auf Lifemap. GTDB: Salinirubellus. Rohdaten: ar53_metadata.tsv.gz (Fallback).

Jing Hou, Yang-Jie Zhao, Lin Zhu, Heng-Lin Cui: ​Salinirubellus salinus gen. nov., sp. nov., isolated from a marine solar saltern. In: International Journal of Systematic and Evolutionary Microbiology, Band 68, Nr. 6, 9. April 2018, S. 1874​–1878; , PMID 29629855 (). Ling-Rui Zhu, Ya-Ling Mao, Yao Hu, Ya-Ping Sun, Jing Hou, Heng-Lin Cui: Genome-based taxonomy of the family Haloarculaceae, proposal of Natronomonadaceae fam. nov., and description of four novel halophilic archaea from two saline lakes and a marine solar saltern. In: Systematic and Applied Microbiology, Band 48, Nr. 3, Mai 2025, S. 126592; ().

Kategorie:Euryarchaeota