Robert Wallace Urie (* 22. Oktober 1854 in Ardeer, Ayrshire; † 6. Januar 1937 in Largs, Ayrshire) war ein schottischer Lokomotivkonstrukteur und der letzte Chief Mechanical Engineer (CME) der London and South Western Railway (LSWR). Er prägte die Entwicklung leistungsfähiger Ten-Wheeler‑Lokomotiven der späten Vorkriegszeit und leitete den Übergang zu den späteren Baureihen der Southern Railway (SR) ein.

Leben Urie besuchte die Glasgow High School und begann 1869 eine sechsjährige Ausbildung bei mehreren Lokomotivherstellern, darunter Gauldie, Marshall & Co., Dubs & Co. und William King & Co. Anschließend arbeitete er als Zeichner, bevor er 1890 zur Caledonian Railway (CR) wechselte. Dort wurde er zunächst Chefzeichner und 1896 Works Manager der St‑Rollox‑Werkstätten unter Dugald Drummond.

1897 folgte er Drummond zur London and South Western Railway (LSWR) und übernahm die Leitung der Nine Elms Works in London. Mit der Eröffnung der neuen Werkstätten in Eastleigh wechselte er 1909 dorthin. Nach Drummonds Tod wurde Urie im Januar 1913 zum CME der LSWR ernannt, ein Amt, das er bis zur 1923 durchgeführten Gruppierung der britischen Bahnen zu vier großen Gesellschaften ausübte. Mit der Eingliederung der LSWR in die Southern Railway trat er in den Ruhestand.

Während des Ersten Weltkriegs war Urie Mitglied eines Ingenieurkomitees zur Entwicklung britischer Standardlokomotiven und organisierte die Eastleigh Works für die Munitionsproduktion um.

Zeitgenössische Berichte beschreiben Urie als detailgenau, entschlussfreudig und mit einem ausgeprägten technischen Gedächtnis. Seine Präsenz in den Werkstätten galt als eindrucksvoll und gelegentlich furchteinflößend; er war bekannt für kompromisslose Qualitätsansprüche.

Lokomotivkonstruktionen Uries Entwürfe waren für ihre robuste, schlichte Bauweise bekannt. Charakteristisch waren große Kessel, zwei außenliegende Zylinder und der von ihm entwickelte Eastleigh‑Überhitzer. Zu seinen wichtigsten Konstruktionen zählen:

LSWR-Klasse H15 – universelle Ten-Wheeler‑Lokomotiven für gemischten Dienst LSWR-Klasse N15 – leistungsstarke Ten-Wheeler‑Schnellzuglokomotiven, später als King-Arthur-Klasse weitergebaut LSWR-Klasse S15 – schwere Ten-Wheeler‑Güterzuglokomotiven LSWR-Klasse G16 – Tenderlokomotiven für den Rangierdienst mit der Achsfolge 2’D LSWR-Klasse H16 – Tenderlokomotiven für Vorort‑ und Güterdienste mit der Achsfolge 2’C1’

Viele dieser Baureihen wurden nach 1923 unter Richard Maunsell weitergebaut, was die nachhaltige Qualität von Uries Konstruktionen unterstreicht.

Patente Urie meldete mehrere technische Verbesserungen an, darunter:

Familie Robert Urie war verheiratet mit Jane Chalmers. Sein Sohn David Chalmers Urie (1886–1963) wurde ebenfalls Lokomotivingenieur, zunächst bei der Highland Railway und später bei der London, Midland and Scottish Railway.

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