mini|hochkant|Wappen der Schenckber in einer Aufschwörungstafel von Anfang des 17. JahrhundertsLandesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, W 101 / Aufschwörungstafeln, Nr. 872,0, abgerufen am 3. Januar 2026. Schenkbeer (auch Schenkebeer, Schenckbeer, Schenckbier, Schenkeber o. ä.) ist der Name eines erloschenen westfälischen Adelsgeschlechts.

Geschichte Das Geschlecht stammt aus der Grafschaft Mark.Spießen (1901–1903), S. 111. Die Familie hatte Besitz in Olpe unweit Meschede (urkundlich 1514–1609) und Werve (urkundlich 1514–1609).Ledebur (1856), S. 361.Kneschke (1868), S. 145.

Schon 1271 erscheinen die Eheleute Hugo genannt Schenkebier und Gerlinde genannt de Medeme in einer Urkunde des Grafen Dietrich von Limburg und dessen ältesten Sohns Johann.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, Vorgang zu Verzeichnungseinheit AA 0640 / Handschriften AA 0640, Nr. A III 2, abgerufen am 3. Januar 2026. Gegen 1330 verzichtete Hugo genannt Schenckebier zu Gunsten von Everhard Vridach auf seine Güter Tochusen, Arnsberger Lehen. 1386 bekannte Bernhard Schenkebier einem Dortmunder Bürger 25 Mark zu schulden und stellte Alf von Alstede und Rötger von Overncastrop zu Bürgen. 1407 erscheinen die Brüder Dirk und Rotger Schenkbeer sowie 1454–1466 Johann Schenkbeer. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts ist eine von Schenkbeer, deren Mutter eine von Wrede war, an einem von Vaerst zu Kallenberg verheiratet.Fahne (1858), S. 351.

Johann Schenkbeer zu Werve war 1516 mit Heilcke von der Recke, Tochter des Bernd von der Recke, verheiratet. Ihre Kinder waren Goddert Schenkbeer zu Werve und Olpe (1560 bereits †), Neiseke und Heilke. Neiseke war 1514 mit Wilhelm von Lünen verheiratet, Heilke mit einem von Frydach. Goddert Schenkbeer heiratete eine von Fürstenberg. Die beiden hatten zwei Söhne: Goddert Schenkbeer zu Werve und Olpe, 1580 von der Pröpstin zu Essen mit Wiggermanns Kotten belehnt, lebte 1698 noch, heiratete 1571 Jodora von Thulen zu Brüggen, Tochter von Rabe von Thulen und Maria Torck zu Brüggen. Die Eheleute hatten eine Tochter namens Agnes Schenkbeer, 1609 Erbin von Werve und Olpe, verheiratet mit Johann von der Mark zu Bilgeste Johann Schenkbeer. Seine Vormünder waren Friedrich von Fürstenberg, Drost zu Bilstein, und Johann von Fürstenberg zu Hörde

Die Familie erlosch mit dem Tod von Agnes Schenkbeer, Ehefrau des Johann von der Mark, Anfang des 17. Jahrhunderts.

Wappen Blasonierung: In Silber zwei rote Balken, zwischen denselben drei rote Ringe balkenweis gestellt. Auf dem rot-golden bewulsteten Helm mit rot-silbernen Helmdecken ein goldener wachsender Löwe zwischen einer goldenen und einer roten Straußenfeder.

Bei Johann Dietrich von Steinen sind die rechte Straußenfeder und der Löwe silbern. Anton Fahne beschreibt eine abweichende Helmzier: Auf dem Helm der Schild zwischen einem offenen Flug wiederholt. Max von Spießen berichtet fälschlicherweise, dass der Schild golden und die Decken rot-golden tingiert sind.Steinen (1755), Tfl. XXXIV.

Literatur Anton Fahne: Geschichte der Westphälischen Geschlechter unter besonderer Berücksichtigung ihrer Uebersiedelung nach Preußen, Curland und Liefland, mit fast 1200 Wappen und mehr als 1300 Familien, Heberle, Köln 1858, S. 351 (Google Bücher). Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon, Band 8: Saackhen, Wailckhl v. Saackhen – Steinhauer zu Bulgarn. Leipzig 1868, S. 145 (Google Bücher). Leopold von Ledebur: Adelslexicon der Preußischen Monarchie. Band 2: L–S, Berlin 1856, S. 361 (digitale-sammlungen.de). Max von Spießen: Wappenbuch des Westfälischen Adels, mit Wappengrafiken von Adolf Matthias Hildebrandt, Band 1, Görlitz 1901–1903, S. 111 (hhu.de); Band 2, Görlitz 1903, Tfl. 278 (hhu.de). Johann Dietrich von Steinen: Westphälische Geschichte mit vielen Kupfern, 2ter Teil. Meyer, Lemgo 1755, Tfl. XXXIV 2. (uni-muenster.de).

Einzelnachweise

Kategorie:Westfälisches Adelsgeschlecht