mini|Skizze der Vasilissa Olga mit Darstellung der Bestreichungswinkel Vasilissa Olga ( = Königin Olga) war das zweite Panzerschiff der griechischen Marine und das erste Schiff, das nach der griechischen Königin Olga benannt wurde. Zusammen mit der Vasilefs Georgios waren sie über zwei Jahrzehnte die einzigen Panzerschiffe der griechischen Marine.Lawrence Sondhaus: Naval Warfare, 1815-1914, 2012, S. 91 (Digitalisat)
Geschichte Die Armada de Chile bestellte Ende der 1860er Jahre bei Stabilimento Tecnico Triestino in Triest ein Panzerschiff. Das Königreich Griechenland, das dringend seine Marine modernisieren wollte, erwarb es noch vor dem Stapellauf für 210.000 Pfund. Die als Kasemattschiff konzipierte Vasilissa Olga lief 1869 vom Stapel und wurde Ende 1869 nach Griechenland überführt. Die Konstruktion des eisenbeschlagenem Holzrumpfs basierte auf der Österreichisch-Ungarischen Kaiser Max-Klasse, einer Panzerfregatten-Klasse. Man stellte jedoch bald fest, dass für den Bau minderwertiges Holz verwendet wurde und Wasser eindrang. Das zuständige Ministerium beauftragte ein Komitee unter der Leitung von Spyridon Athanasios den Fall zu untersuchen. Als Gutachter wurden die Schiffbauer Georgios Tombasis, Alexandros Koumelas und P. Trikkaliotis und der Marineoffizier und Kapitän der Vasilissa Olga Fregattenkapitän Leonidas Palaskas hinzugezogen. Man empfahl das Schiff in die Bauwerft in Triest zurückzuschicken, um die Mängel zu beheben. Der griechische Staat hatte jedoch starke, finanzielle Probleme und so wurde das Schiff bis 1873 nicht zur Reparatur nach Triest geschickt. Der Kapitän Leonidas Palaskas schrieb einen Protestbrief an das Ministerium, was dazu führte, dass man ihm fehlende Loyalität vorwarf und für den Wiederholungsfall ernste Konsequenzen androhte. Ende 1873 drang in 24 Stunden 24 Fingerbreit, also etwa 48 cm, hoch Wasser ein.Panagiotis Gerontas: Ο πρώτος συστηματικός εκσυγχρονισμός του Ελληνικού Πολεμικού Στόλου τον 19ο αιώνα (1866 – 1881) (Die erste systematische Modernisierung der griechischen Marine im 19. Jahrhundert (1866–1881)) bei diplomaticpoint.com Mit diesem Problem hatte das Schiff während der gesamten Dienstzeit zu kämpfen.K. Paisi-Paradeli: Τα ΠΛΟΙΑ του ΠΟΛΕΜΙΚΟΥ ΝΑΥΤΙΚΟΥ 1829–1999, ISBN 960-86501-1-9, S. 44–45
Als Hauptartillerie verfügte es über zwei Armstrong 9-Zoll-12-Tonnen-Vorderlader-Kanonen und als Sekundärbewaffnung zehn Armstrong 70-Pfünder-Vorderlader-Kanonen. Eine Dampfmaschine mit einer nominalen Leistung von 350 PS und einer Indizierten Leistung von 1190 PSi trieb die Schraube an. Das Schiff erreichte damit eine Geschwindigkeit von maximal 11,5 kn.John Scott Keltie (Hrsg.): The Statesman’s Yearbook, London 1885, S. 306 (Digitalisat) 1885 wurden die Schiffsartillerie durch sechs Krupp 17 cm-Hinterlader-Mantelringkanonen und vier 7,5 cm-Hinterlader-Kanonen ersetzt.John Scott Keltie (Hrsg.): The Statesman’s Yearbook, London 1886, S. 310 (Digitalisat)The Naval Annual 1887, Portsmouth 1888 S. 352 (Digitalisat). 1897 während des Türkisch-Griechischen Kriegs war die Vasilissa Olga Teil des Ionischen Geschwaders. Im selben Jahr wurde sie auch mit neuen Maschinen ausgerüstet und die Takelage an den Masten entfernt. Es wurde nun zur Ausbildung der Schiffsartillerie verwendet. 1905 wurde es außer Dienst gestellt und 1925 zum Abbruch verkauft.
Siehe auch Liste der Panzerschiffe
Literatur James Wilson King: The War-ships and Navies of the World, Boston 1881, S. 376 (Digitalisat) Johann Ferdinand von Kronenfels: Das schwimmende Flottenmaterial der Seemächte, Wien, Pest, Leipzig 1881, S. 361–363 (Digitalisat)
Einzelnachweise
Kategorie:Militärschiff (Griechenland) Kategorie:Dampfmaschinenschiff Kategorie:Panzerschiff Kategorie:Stabilimento Tecnico Triestino