Dietrich Ernst Wilhelm Trincker (* 1. Oktober 1923 in Insterburg; † 16. Januar 2017 in Bochum) war ein deutscher Physiologe und Hochschullehrer.Dietrich Ernst Wilhelm Trincker. In: Kieler Gelehrtenverzeichnis (mit allen biografischen Daten, abgerufen am 3. Januar 2026).
Leben und Wirken Dietrich Trincker wurde als Sohn von Helene Trincker, geborener Obgartel, und des Studienrats Johannes Trincker in Insterburg in Ostpreußen geboren. Nach seiner Reifeprüfung 1940 in Insterburg und dem Arbeits- bzw. Kriegsdienst von 1940 bis 1942 studierte Dietrich Trincker ab 1942 Medizin an der Universität Königsberg, der Technischen Hochschule Danzig (1943 bis 1945), der Universität Hamburg (1945/46) und der Universität Greifswald. Nach dem Medizinischen Staatsexamen in Greifswald 1948 wurde er dort 1950 zum Dr. med. promoviert. Bis 1953 war er als wissenschaftlicher Assistent für Physiologie in Greifswald tätig. Er habilitierte sich dort 1953 für das Gebiet der Physiologie. Von 1953 bis 1955 lehrte er dort als Privatdozent und wechselte dann an die Universität Erlangen, wo er 1957 zunächst als Dozent und von 1959 bis 1963 als außerplanmäßiger Professor lehrte. Von 1963 bis 1969 lehrte er an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, wo er 1964 Wissenschaftlicher Rat und Professor wurde, und schließlich von 1969 bis 1984 als ordentlicher Professor für Physiologie an der Ruhr-Universität Bochum. Im Jahre 1983 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Universität Cádiz.
Das von Dietrich Trincker zusammen mit Hans Lullies veröffentlichte Taschenbuch der Physiologie erschien in drei Bänden und drei Auflagen.
Dietrich E. W. Trincker war ab 1948 verheiratet mit der promovierten Ingeborg Trincker, geborener Comolle.
Veröffentlichungen (Auswahl) Vergleichende Untersuchungen zur Schwingungsdynamik menschlicher Lernvorgänge. In: Psychologische Praxis. Band 24, 1954, S. 582–600. (Übers.): Lewis Victor Heilbrunn / Grundzüge der allgemeinen Physiologie (= Hochschulbücher für Physiologie. Band 5). Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin 1958. Aufnahme, Speicherung und Verarbeitung von Informationen durch den Menschen (= Veröffentlichungen der Schleswig-Holsteinischen Universitätsgesellschaft zu Kiel. Neue Folge, Band 44). Hirt, Kiel 1966. Informationsspeicherung bei Lebewesen. In: Helmar Frank (Hrsg.): Kybernetik. Brücke zwischen den Wissenschaften. 6. Auflage. 7. Auflage Umschau-Verlag, Frankfurt am Main 1970, S. 63–80. mit Hans Lullies: Taschenbuch der Physiologie. 3 Bände. 1968 ff.; 3. Auflage: G. Fischer, Stuttgart 1974–1977. Physik der Sinnesorgane. In: Hans Wolter (Hrsg.): Angewandte Physik und Biophysik in Medizin und Biologie. Akad. Verlagsges., Wiesbaden 1976, ISBN 3-400-00295-X, S. 37–94. als Übersetzer mit Ingeborg Trincker: Johannes P. Schadé: Die Funktionen des Nervensystems. 4., erweiterte Auflage. Fischer, Stuttgart 1977, ISBN 3-437-10305-9.
Literatur Trincker, Dietrich E. W. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 1260.
Einzelnachweise
Kategorie:Physiologe Kategorie:Hochschullehrer (Universität Greifswald) Kategorie:Hochschullehrer (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel) Kategorie:Hochschullehrer (Ruhr-Universität Bochum) Kategorie:Hochschullehrer (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Standort Erlangen) Kategorie:Ehrendoktor der Universität Cádiz Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1923 Kategorie:Gestorben 2017 Kategorie:Mann