mini|hochkant|Robert Korn, 1917. Robert Korn (* September 1868; † 21. September 1940)Dr. Robert Korn - 70 Jahre In: Czernowitzer Deutsche Tagespost, 29. September 1938, S. 3. war ein österreichischer Verwaltungsbeamter und von 1913 bis 1918 Bezirkshauptmann von Suceava. Nach 1918 war er im Verwaltungsdienst der Bukowina unter dem Königreich Rumänien tätig.

Leben Bis 1914 Robert Korn entstammte einer römisch-katholischen Familie. Sein Vater war Wenzel Korn (26. Juni 1832 – 8. Dezember 1895), k.k. Schulrat sowie Ehrenbürger von Czernowitz. Seit 1866 war er Oberrealschuldirektor in Czernowitz. 1938 wurde die Familie in Czernowitz als „alte, angesehene deutsche Familie unserer Stadt“ beschrieben.

mini|Gruppenfoto von Verbindungsstudenten (vermutlich Corps „Austria“, Czernowitz), um 1890. Der links stehende Student wird als Robert Korn identifiziert.

Robert Korn studierte in Czernowitz Jura und wurde als Student im Herbst 1888 zum Präsidenten des akademischen Corps „Austria“ gewählt, das in dem Jahr nach einer Pause neu aktiviert wurde. Zum 1. Januar 1890 wurde er zum Leutnant in der Reserve beim Infanterie-Regiment 41 ernannt.

Im April 1893 wurde Korn „zum Conceptspracticanten im Status der politischen Verwaltungsbehörden der Bukowina ernannt“. Er wurde am 27. Juni 1893 in Czernowitz zum Doktor der Rechte promoviert, sein Doktorvater war Friedrich von Kleinwächter. Im April 1895 wurde Korn „der Bezirkshauptmannschaft von Storozynetz zur Diensleistung zugewiesen“, und im November des Jahres kam er wieder zur Landesregierung.

1908 wurde Robert Korn „mit der Leitung der Bezirkshauptmannschaft in Storozynetz betraut“. Nach seinem Dienst im k.u.k. Heer war er zuletzt Leutnant der Reserve in der k.k. Landwehr, aus der er am 31. Dezember 1911 austrat. 1913 wurde Robert Korn als Bezirkshauptmann von Storozynetz nach Suceava versetzt, wo er den Dienst ab 8. Mai antrat. Aus diesem Anlass wurde ihm von sämtlichen Bürgermeistern des Bezirks Storozynetz ein Ehrengeschenk überreicht, und seine Ehefrau Johanna Korn wurde „für ihr humanes Wirken auf dem Gebiete der Jugendfürsorge und der Wohltätigkeit der Dank ausgesprochen.“

Erster Weltkrieg Zu Beginn des Ersten Weltkriegs war Korn im Jahr 1914, wie Anfang 1916 betont wurde, „der einzige Bezirkshauptmann in der Bukowina, mit Ausnahme von Dornawatra, der bis zum letzten Moment vor Einzug der Russen auf seinem Posten verharrte.“ Er war damit „vom 4. Oktober 1914 bis Ende 1914 der einzige amtierende Bezirkshauptmann von Krakau bis an die damalige rumänische Grenze“.

Ab 1915 hielt sich Korn wieder auf seinem Dienstposten auf. Im September 1915 wurde er zum Ehrenbürger von Bunești (Suceava) ernannt. Zudem engagierte er sich von 1915 bis Kriegsende in verschiedenen wohltätigen Vereinen und Veranstaltungen.

Im Februar 1916 wurde Korn „in Anerkennung seiner ganz besonderen Verdienste seit Beginn des Krieges“ das Ritterkreuz des Franz-Joseph-Ordens am Band des Militärverdienstkreuzes verliehen. Zu diesem Anlass veranstalteten Bürger in Suczawa einen Fackelzug und hielten lobende Reden über ihn.

Im Februar 1918 wurde Korn zum Landesregierungsrat in der Bukowina ernannt. Bis Kriegsende im November 1918 blieb er Bezirkshauptmann in Suceava.

Nach 1918 mini|Verleihungsdekret des Ordens „Steaua României“ an Robert Korn, 17. Oktober 1922, Bukarest. Nach dem Ersten Weltkrieg und dem Zerfall des k.u.k-Reiches wurde die Bukowina Teil des Königreichs Rumänien. Robert Korn war fortan unter der rumänischen Regierung im Verwaltungsdienst bei der Regierungsbehörde in Czernowitz tätig. Am 17. Oktober 1922 wurde ihm der Orden des Sterns von Rumänien im Grad „Ritter“ (Cavaler) verliehen. Am 1. Juli 1928 ging Dr. Robert Korn in den Ruhestand. Aus Anlass seines 70. Geburtstag veröffentlichte die Czernowitzer Deutsche Tagespost am 29. September 1938 ein Porträt über ihn, in dem seine Tätigkeit positiv bewertet wurde und welches erwähnt, dass Robert Korn zu jenem Zeitpunkt bei seinen Kindern in Bukarest lebte. Robert Korn starb am 21. September 1940 in Bukarest. Seine Beisetzung fand am 23. September 1940 auf dem katholischen Bellu-Friedhof statt.

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Einzelnachweise

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