mini|hochkant|Per Brodersen (2025) Per Brodersen (* 1974 in Hamburg) ist ein deutscher Historiker, Sachbuchautor, Wissenschaftsmanager und Verbandsfunktionär.

Leben und Wirken Per Brodersen studierte Neuere und Neueste Geschichte, Politikwissenschaft und Russistik an der Humboldt-Universität zu Berlin (M.A. 2000).

Als freier Journalist arbeitete er 1995 in Russland für die englischsprachige St Petersburg Press (später St. Petersburg Times), 1997 in Kasachstan für die deutschsprachige Deutsche Allgemeine Zeitung in Almaty sowie für die taz. Später veröffentlichte er in der Zeit und im Berliner Tagesspiegel.

Er ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt in Berlin.

Wirken als Historiker Nach mehreren Studien- und Forschungsaufenthalten 1999–2003 in Kaliningrad, Moskau und Washington, D.C. wurde Brodersen 2006 an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf mit einer Dissertation über die Nachkriegsgeschichte Königsbergs-Kaliningrads 1945–1971 bei Dietmar Neutatz zum Dr. phil. promoviert.

Wirken im Wissenschaftsmanagement Nach einem Volontariat im Stiftungswesen bei der ZEIT-Stiftung Bucerius in Hamburg wurde Brodersen 2007 für die Alexander von Humboldt-Stiftung in Bonn tätig, zunächst als Vorstandsreferent mit Generalsekretär Georg Schütte, ab 2009 als Osteuropa-Referent der Stiftung. 2011 wechselte Brodersen zur Max-Planck-Gesellschaft und übernahm dort die Sachgebietsleitung für Mittel- und Osteuropa, USA und Kanada sowie multilaterale Kooperationen.

2013 wurde Brodersen Vorstandsreferent am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) mit Marcel Fratzscher als Institutspräsident; dort entwickelte er u. a. die Institutsstrategie DIW_2020.https://www.diw.de/de/diw_01.c.512665.de/nachrichten/strategie_diw_berlin_2020.html

Wirken als Verbandsgeschäftsführer Seit 2015 ist Brodersen Geschäftsführer der German Agribusiness Alliance (GAA, bis 2020 „Arbeitsgruppe Agrarwirtschaft“), einem Verband der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft für internationale Kooperation im Agrarsektor insbesondere mit Transformations-, Schwellen- und Entwicklungsländern – darunter Äthiopien und Sambia, Indien und Kasachstan, Vietnam und die Ukraine. Dialogpartner in Deutschland sind vor allem das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Kooperationspartner der Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft, der Asien-Pazifik-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft und der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft.

Zu Brodersens Arbeitsfeldern gehören die Themen Welternährung und Entwicklungszusammenarbeit, internationale Handels- und Sicherheitspolitik, Krisenresilienz und Multilateralismus.

Mitgliedschaften und Ehrenämter Brodersen ist Mitglied des Strategischen Begleitkreises des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Council Member des World Agriculture Forum und Vorstandsmitglied im GFFA Berlin e.V.

Seit 2024 ist er Associate Member der International Border Research Group, Mitglied der REUNION Marine e.V., ebenso der Evangelischen Jungenschaft Tyrker e.V.

Publikationen (Auswahl)

„Christus hat uns nicht vergessen.“ Sowjetmacht und religiöse Praxis an der sowjetischen Peripherie, Kaliningrad 1946-1950, in: Jahrbücher für Geschichte Osteuropas, Neue Folge, Bd. 52, H. 4, Themenschwerpunkt: Stalinismus und Religion (2004), S. 571–584. Die Stadt im Westen: Wie Königsberg Kaliningrad wurde. 1. Auflage. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2008, ISBN 978-3-525-36301-0Notiz zur Rezension in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung bei perlentaucher.de

Weblinks

Rezension zu „Die Stadt im Westen“ bei Perlentaucher

Einzelnachweise

Kategorie:Osteuropahistoriker Kategorie:Sachbuchautor (Geschichte) Kategorie:Wissenschaftsmanager Kategorie:Verbandsfunktionär (Deutschland) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1974 Kategorie:Mann