Rochus von Rochow (auch Rochus I.) (geb. 11. Oktober 1762 in Golzow; gest. 23. Januar 1828 ebenda) war ein preußischer Landrat. mini|Wappen derer von Rochow. Mitte 19. Jahrhundert. Herkunft Rochus von Rochow war Angehöriger des Adelsgeschlechts von Rochow. Er war ein Sohn von Carl Wilhelm Friedrich von Rochow (1740–1764), preußischer Leutnant, Erbherr auf Golzow, Ritter des Johanniterordens, und dessen Ehefrau Johanna Sophia Friederica (1744–1783), geb. von Langenau. Das Wappen des Vaters befand sich in der später von Schinkel umgestalteten Sonnenburger Johanniterkirche. Sein Großvater war der preußische Generalleutnant Friedrich Wilhelm von Rochow (1689–1759). Seine Schwester Karoline Frederike Wilhelmine war mit dem sächsischen Stifts-Kanzler zu Zeitz Heinrich Friedrich Karl Brandt von Lindau-Schmerwitz-Wiesenburg verheiratet.Detlev Schwennicke (Hrsg.): Europäische Stammtafeln. Neue Folge, 21: Brandenburg und Preußen. 2, Vittorio Klostermann, Frankfurt am Main 2002, ISBN 978-3-465-03167-3, S. IX. Rochows Schwester lebte mit ihrem Mann zeitweise in Annaburg.Heinrich Erwin Ferdinand von Feilitsch: Zur Familiengeschichte des Deutschen insonderheit des Meissnischen Adels von 1570 bis 1820. (Kirchenbuch-Auszüge), Verlag Herrmann Starke (C. Plassnick), Grossenhain/Leipzig 1896, S. 157. Seine Mutter wiederum heiratete als Witwe in zweiter Ehe den späteren Oberst Philipp von Luck und Witten (1739–1803).Marcelli Janecki (Red. zug.): Jahrbuch des Deutschen Adels. Band 2, hrsg. von der Deutschen Adelsgenossenschaft (D.A.G.), Vaterländische Verlagsanstalt. W. T. Bruer, Berlin 1898, S. 482.

Leben Rochow wurde anfänglich durch einen Hauslehrer erzogen, bevor er 1778 für ein Jahr die Ritterakademie Brandenburg auf der Dominsel Brandenburg besuchte. Sein bekanntester Mitschüler dort wurde Adolf von Bredow-Ihlow. Im Januar 1779 trat er in die Preußische Armee und in das Husaren-Regiment „von Zieten“ ein. Nachdem Golzow unter die Aufsicht einer Kredit-Kommission gestellt wurde, ersuchte er am 3. Januar 1780 immediat um einen zinsgünstigen Kredit zur Rettung des Guts, was jedoch abschlägig beschieden wurde. Am 23. September 1780 wurde er zum Cornet und am 5. April 1785 zum Leutnant befördert. Im Mai 1787 wurde er aus gesundheitlichen Gründen vom Militärdienst entlassen.

Seit 1788 als Kreisdeputierter fungierend wurde er am 3. Februar 1797 von den Ständen zum Landrat gewählt. Mit der Wahl löste er den bisherigen Amtsinhaber Franz Friedrich von Schierstedt ab, der zum Kammerpräsidenten in Küstrin ernannt worden war. Das am 1. März 1797 angewiesene große Examen bestand von Rochow am 29. April 1797 in Anwesenheit des Ministers Joachim Christian von Blumenthal. Die Bestallung zum Landrat der Kreise Luckenwalde und Zauche erfolgte am 3. Mai 1797. Als Landrat agierte er gegenüber den Bauern vorsichtig und wagte es nicht, sich gegen diese auszusprechen.Alfred Stern: Geschichte Europas seit den Verträgen von 1815 bis zum Frankfurter Frieden von 1871. Band 1, Verlag Wilhelm Hertz (Bessersche Buchhandlung), Berlin 1894, S. 437. Zudem vertrat er mit anderen durchweg adeligen Amtskollegen die Auffassung vor Veränderungen zur allgemeinen Landespräsentation in Berlin die Ansichten und Notizen der Provinzialstände einzuholen.Alexander Lewy: Zur Genesis der heutigen agrarischen Ideen in Preussen. In: Lujo Brentano, Walther Lotz (Hrsg.): Münchener Volkswirtschaftliche Studien. Band 27, J. G. Cotta Nachfolger, Stuttgart 1898, S. 68 f. Anm. 1. mini|Teilansicht d. Dorfkirche Golzow m. Gruft der Familie von Rochow-Golzow. Rochus von Rochow war Erbherr auf Golzow, Pernitz und Grüneiche, er starb im Jahr 1828. Sein Grab befindet sich in der 2022 zuletzt sanierten Gruft der Familie von Rochow-Golzow in der Dorfkirche Golzow südlich von Brandenburg an der Havel. Seine Nacherben wurden u. a. Rudolf von Rochow (1803–1870), ff. dessen Sohn Wichard von Rochow-Golzow, dann dessen Erbengemeinschaft. Die Linie von Rochow-Golzow ist seit 1921 im männlichen Stamm ausgestorben.

Familie Rochus von Rochow war seit Februar 1806 mit seiner Wirtschafterin Maria Elisabeth, geb. von Woerlitz, Tochter eines Freisassen, verheiratet. Seine im Jahr 1805 durch Friedrich II. legitimierten Kinder verstarben alle am Scharlachfieber. Dieser Teil seiner Biographie wurde in der 1861 in Berlin publizierten Rochow’schen Familienchronik nicht veröffentlicht, ähnlich wie die erste, bürgerliche Ehefrau des Plessower Vetters Friedrich Ludwig V. von Rochow.

Nach dem Tod des Vetters Botho Wigand von Rochow wurde er Senior der Familie von Rochow.Adolf Friedrich August von Rochow-Stülpe: Nachrichten zur Geschichte des Geschlechts von Rochow und ihrer Besitzungen. Verlag Ernst und Korn, Berlin 1861, S. 168.

Auszeichnungen Ritter des Königlich Preußischen St. Johanniter-Orden 60px Ritter des Roten Adlerordens 3. Klasse

Literatur Leopold Freiherr von Zedlitz-Neukirch: Neues Preussisches Adels-Lexicon oder genealogische und diplomatische Nachrichten. Band 4: P-Z. Verlag Gebrüder Reichenbach, Leipzig 1837, S. 427. Digitalisat Adolf Friedrich August von Rochow-Stülpe: Nachrichten zur Geschichte des Geschlechts von Rochow und ihrer Besitzungen. Verlag Ernst und Korn, Berlin 1861, S. 167 f. Digitalisat Walter von Leers: Die Zöglinge der Ritterakademie zu Brandenburg a.H. 1705–1913. Hrsg. Verein der ehemaligen Zöglinge der Ritterakademie zu Brandenburg a. H., P. Riemann-Selbstverlag Hrsg., Belzig/Brandenburg a.H./Ludwigslust 1913, S. 116 f. Nr. 625. Digitalisat Rolf Straubel: Biographisches Handbuch der preußischen Verwaltungs- und Justizbeamten 1740–1806/15. In: Historische Kommission zu Berlin [Hrsg.]: Einzelveröffentlichungen. Band 85. K. G. Saur Verlag, München 2009, ISBN 978-3-598-23229-9, S. 813. Teil-Digitalisat

Einzelnachweise

Kategorie:Landrat (Preußen) Rochus von Rochow Kategorie:Träger des Roten Adlerordens 3. Klasse Rochus Kategorie:Adliger Kategorie:Preuße Kategorie:Geboren 1762 Kategorie:Gestorben 1828 Kategorie:Mann