mini|Rukshana Kapali (2019) Rukshana Kapali (; * 1999) ist eine nepalesische Menschenrechtlerin aus der indigenen Newar-Gemeinschaft, die sich in ihrer Heimat für die Rechte transgeschlechtlicher Menschen einsetzt. Sie wurde 2023 in die BBC-Liste 100 Women aufgenommen. 2024 zählte sie TIME zu den TIME100 Next.

Leben Kapali gehört der indigenen Newar-Gemeinschaft an. Als Schülerin war sie Anfeindungen und Ausgrenzung ausgesetzt, die sie im Alter von 14 Jahren in einem Schreiben an ihre Schule dokumentierte. Sie studierte zunächst Linguistik und Soziologie an der Tribhuvan-Universität, wo ihr wegen widersprüchlicher Angaben in Schulzeugnissen eine reguläre Registrierung verweigert wurde. Später wechselte sie ins Jurastudium am Chakrabarti Habi Education Academy College of Law in Kathmandu. Zugleich beschäftigte sie sich mit Nepal Bhasa und veröffentlichte ein kleines Wörterbuch zu Begriffen rund um Gender und Sexualität in dieser Sprache. In Kathmandu setzt sie sich überdies in zivilgesellschaftlichen Zusammenschlüssen wie der Queer Youth Group, welche die Trans Pride Parade organisiert.

Wirken Seit 2021 strengte Kapali zur Durchsetzung einer auf Selbstbestimmung beruhenden rechtlichen Anerkennung von Geschlechtsidentität mehr als 50 Verfahren gegen staatliche Stellen an. Im Zuge dieser Kampagne wandte sie sich an den Obersten Gerichtshof, nachdem Universitäten und Behörden sie wegen nicht angepasster Dokumente benachteiligt hatten. Am 6. November 2023 entschied der Oberste Gerichtshof Nepals in ihrem Fall, dass sie auf allen amtlichen Dokumenten als Frau anzuerkennen ist und dass hierfür keine medizinischen Nachweise verlangt werden dürfen; die Veröffentlichung der schriftlichen Begründung folgte 2024. Das Gericht bekräftigte dabei das in Artikel 16 der Verfassung verankerte Recht auf Würde und Selbstbestimmung und stellte mit der verweigerten Registrierung durch die Tribhuvan-Universität eine Verletzung ihres Rechts auf Bildung fest. Zwar gilt das Urteil unmittelbar nur für Kapali, andere Transpersonen müssen ihre Anerkennung weiterhin in eigenen Verfahren erstreiten; juristische Beobachter ordneten die Entscheidung jedoch als wichtigen Präzedenzfall ein. Für ihre Arbeit erhielt Kapali internationale Anerkennung, darunter die Aufnahme in die BBC-Liste 100 Women im Jahr 2023 und in die Liste TIME100 Next im Folgejahr.

Einzelnachweise

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