Die Brandkatastrophe von Crans-Montana (französisch ) ereignete sich in den frühen Morgenstunden des 1. Januar 2026 in der Bar Le Constellation im Zentrum des Schweizer Wintersportortes Crans-Montana (Kanton Wallis). Bei dem Unglück kamen 41 Menschen ums Leben; 115 weitere wurden verletzt, die meisten davon schwer. Bei den Opfern handelt es sich grösstenteils um Jugendliche und junge Erwachsene.

Ersten Ermittlungen zufolge hatten an Champagnerflaschen angebrachte Sprühfontänen die brennbare Deckenverkleidung der Bar an einer Stelle in Brand gesetzt. Innerhalb kurzer Zeit stand die gesamte Decke in Flammen. Durch einen wurde der Brand nach der Entstehungsphase schlagartig zu einem Vollbrand. Inwieweit die kantonalen Brandschutzvorgaben eingehalten wurden und ob die Gemeinde ihrer Verantwortung zur Kontrolle dieser nachgekommen ist, ist Gegenstand behördlicher Untersuchungen.

Brandursache und Hergang mini|Vereinfachte schematische Dar­stel­lung der Räume der Bar, angefertigt anhand von Beiträgen in den sozialen Medien(1) Durchgang zu Toiletten, Raucherraum und Notausgang(2) Brandentstehung(3) Kellerbar(4) Treppe zum Erdgeschoss (als Notausgang gekennzeichnet)(5) Bar im Erdgeschoss(6) Terrasse(7) Ausgang mini|Die Bar in einer Aufnahme von 2017

In der Bar Le Constellation, die sich in einem Gebäude an der Rue Centrale in Crans-sur-Sierre, einem Ortsteil von Crans-Montana, befindet, brach in der Silvesternacht um 01:26:54 Uhr im Untergeschoss des Lokals ein Feuer aus.

Nach Angaben der Walliser Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud vom 2. Januar 2026 deutet die Auswertung von Zeugenaussagen und Videoaufzeichnungen aus der Bar darauf hin, dass an Champagnerflaschen befestigte Sprühfontänen als Zündquelle fungierten. Durch mangelnden Sicherheitsabstand zur Raumdecke geriet die aus brennbarem Schaumstoff gefertigte Deckenverkleidung an einer Stelle in Brand. Zeugen berichteten, dass innerhalb weniger Sekunden die gesamte Decke in Flammen stand. Um 01:28:12 Uhr soll ein Flashover aufgetreten sein. Sobald ein bestimmtes Verhältnis vom Gemisch aus Raumluft und den Gasen, die durch Pyrolyse im Raum freigesetzt wurden, erreicht ist, zündet das Gemisch bei Erreichen der Zündtemperatur schlagartig durch. Dabei gerät alles Brennbare im gesamten Raum gleichzeitig in Brand – ohne direkten Flammenkontakt.

Die meisten Gäste im Untergeschoss versuchten dem Brand mutmasslich über die als Notausgang gekennzeichnete Haupttreppe zu entkommen. Medienberichten zufolge verzögerte sich die Flucht durch einen dabei vor der Treppe entstehenden Stau. Der sich anschliessende Fluchtweg über die Terrasse ins Freie sei durch zwei Türen weiter behindert worden.

Opfer Mitteilungen über Opfer Am Abend des 1. Januar 2026 teilte der Walliser Staatsrat mit, es seien rund 40 Menschen bei der Brandkatastrophe ums Leben gekommen und 115 verletzt worden, die meisten davon schwer. 34 Todesopfer wurden am Fuss der Treppe vom Unter- zum Obergeschoss gefunden.

Der italienische Aussenminister Antonio Tajani teilte am Nachmittag nach dem Unglück mit, es seien zwischen 12 und 15 italienische Staatsangehörige unter den Verletzten, etwa ebenso viele würden noch vermisst. Er reiste am 2. Januar 2026 nach Crans-Montana. Das französische Aussenministerium teilte am Abend des 1. Januar 2026 mit, neun Franzosen seien verletzt worden und acht weitere würden vermisst. Auf der Website von Crans-Montana wurde die Bar Le Constellation mit einer Kapazität von 300 Personen beworben. Medienberichten zufolge habe der Sicherheitsbeauftragte der Gemeinde die Betreiber im Rahmen einer Brandschutzkontrolle im Januar 2018 dazu aufgefordert, die Kapazität auf 100 Personen pro Etage zu begrenzen. Wie viele Menschen zum Unglückszeitpunkt tatsächlich in der Bar waren, ist Gegenstand der Ermittlungen.

Am 2. Januar 2026 erklärte Stéphane Ganzer (FDP), Walliser Staatsrat und Vorsteher des Departements für Sicherheit, Institutionen und Sport, dass sich 80 bis 100 Verletzte in kritischem Zustand befänden. In einem Lagebericht des Staatsrats vom 2. Januar 2026 wurde von 40 Toten und 119 meist schwerverletzten Personen berichtet. 18 Länder hatten spezialisierte Behandlungskapazitäten bereitgestellt. Gemäss dem Walliser Polizeikommandanten Frédéric Gisler kamen von den verletzten Personen 71 Personen aus der Schweiz, 14 aus Frankreich, 11 aus Italien, vier aus Serbien sowie je eine aus Belgien, Bosnien und Herzegowina, Luxemburg, Polen und Portugal. Die Nationalität von 14 verletzten Personen war zu diesem Zeitpunkt unbekannt.

Mehrere Mitglieder eines Fussballklubs aus Lutry (Kanton Waadt) im Alter von 16 bis 18 Jahren wurden schwer verletzt, sieben kamen ums Leben.

Am 5. Januar 2026 wurden alle Verletzten als identifiziert erklärt und die Verletztenanzahl auf zunächst 116 korrigiert, da anfänglich drei Personen in der Notaufnahme fälschlicherweise dem Ereignis zugerechnet worden waren. 83 Personen waren zu diesem Zeitpunkt noch hospitalisiert. Ein Verletzter verstarb später im Spital.

+ Herkunftsländer der Opfer Staats­ange­hörig­keit Tote Ver­letzte 22darunter ein Verletzter, der später im Spital verstarb 68darunter ein Schweizer mit belgischer Staatsangehörigkeit 9darunter eine Französin mit Schweizer Bürgerrecht undeine Person mit dreifacher Staatsbürgerschaft (Frankreich,Israel, Vereinigtes Königreich) 23darunter je ein Franzose mit italienischer und mit finnischer Staatsbürgerschaft 6darunter ein Italiener mit emiratischer Staatsbürgerschaft 11darunter ein Italiener mit philippinischer Staatsbürgerschaft 1 1 1 1 1 1 4 2 1 1 1 1 1 Insgesamt 41 115

Massnahmen zur sicheren Identifikation Laut dem Leiter des , Christian Brenzikofer, wurde eine Leichensammelstelle eingerichtet, in der die Abnahme der DNA-Proben, der Fingerabdrücke und des Zahnstatus der Opfer erfolge. Parallel dazu wurde versucht, von den Angehörigen -Daten zu erhalten, also Informationen über die Vermissten vor ihrem Tod. Diese beiden Datensätze wurden abgeglichen.

Todesopfer + Todesopfer (nach Alter) Alter Tote 14 Jahre 2 15 Jahre 6 16 Jahre 10 17 Jahre 4 18 Jahre 6 20 Jahre 2 21 Jahre 2 22 Jahre 2 23 Jahre 1 24 Jahre 2 26 Jahre 1 31 Jahre 1 33 Jahre 1 39 Jahre 1 Gesamt 41

Die ersten acht identifizierten Todesopfer, vier Schweizerinnen im Alter von 16, 21, 22 und 24 Jahren sowie vier Schweizer im Alter von 16, 18 und 21 Jahren, wurden am 3. Januar 2026 ihren Familien übergeben. Weitere identifizierte Todesopfer waren ein 16-jähriger italienischer Nachwuchsgolfer, sowie eine 24-jährige Französin, die in der vergangenen Saison als Saisonarbeiterin in Crans-Montana gearbeitet hatte.

Am Morgen des 4. Januar 2026 wurde die Identifikation von drei weiteren Todesopfern bekanntgegeben. Alle drei kamen aus Italien. Dabei handelt es sich um zwei 16-Jährige aus Bologna beziehungsweise Mailand und einen 17-Jährigen aus Genua.

Weitere Todesopfer wurden bis zum Morgen des 4. Januar 2026 identifiziert, und zwar vier Schweizerinnen, davon eine im Alter von 14, zwei im Alter von 15 Jahren und eine im Alter von 18 Jahren, sechs männliche Schweizer im Alter von 17, 18, 20, 31 Jahren und zweimal 16 Jahren sowie ein italienisch-emiratischer Staatsangehöriger im Alter von 16 Jahren, ein Rumäne im Alter von 18 Jahren, ein Franzose im Alter von 39 Jahren sowie ein Türke im Alter von 18 Jahren.

Am Abend des 4. Januar 2026 meldete die Kantonspolizei Wallis, dass die 16 letzten Todesopfer identifiziert wurden, und gab deren Identität bekannt. Es handelt sich um zwei 15-jährige Schweizerinnen, eine 22-jährige Schweizerin, eine 24-jährige schweizerisch-französische Doppelbürgerin, zwei Französinnen im Alter von 26 und 33 Jahren, vier Franzosen im Alter von 14, 17, 20 und 23 Jahren, zwei Italienerinnen im Alter von 15 und 16 Jahren, einen Italiener im Alter von 16 Jahren, eine 22-jährige Portugiesin, eine 17-jährige Belgierin sowie eine 15-jährige Dreifachstaatsbürgerin (Frankreich/Israel/Vereinigtes Königreich).

Am 31. Januar 2026 erlag ein 18-jähriger Schweizer im Universitätsspital Zürich seinen Verletzungen.

Von den 41 Todesopfern waren 22 weiblich und 19 männlich. Dass sich unter den Todesopfern auch acht noch nicht 16-Jährige befanden, die sich nach kantonalem Jugendschutzrecht ohne Begleitung nach 22 Uhr in der Bar nicht mehr hätten aufhalten dürfen, wurde in der Presse mit besonderer Aufmerksamkeit thematisiert.

Rettungsmassnahmen mini|Die Kantonspolizei Wallis sperrte die Rue Centrale am Tag der Brandkatastrophe ab

Der erste Notruf ging um 1:29 Uhr ein, insgesamt erreichten binnen 90 Minuten 171 Notrufe die Schweizer Rettungszentrale. Eine erste Polizeistreife traf gegen 1:32 Uhr ein, die Feuerwehr gegen 1:38 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt seien bereits «keine Flammen» mehr sichtbar gewesen, in den Räumlichkeiten stand aber dichter Rauch. Die Rettungsmassnahmen liefen unverzüglich an.

Die Schweiz hatte zum Zeitpunkt des Unglücks drei spezialisierte Spitäler, die zusammen zwanzig Patienten mit schweren Verbrennungen betreuen konnten: das Universitätsspital Zürich, das Universitätsspital Lausanne, und das Kinderspital Zürich. Da Verbrennungsmedizin personalintensiv ist und erfahrene Spezialisten benötigt, kann nur eine relativ kleine Kapazität bereitgehalten werden.

Aufgrund der hohen Anzahl Brandverletzter waren 42 Rettungswagen aus mehreren Kantonen und 13 Hubschrauber im Einsatz,Crans-Montana – Aktueller Stand zu den eingesetzten Mitteln. In: vs.ch, 1. Januar 2026. um die Verletzten in einer ersten Phase in die Spitäler von Sitten, Visp, Siders, Martigny (allesamt Spital Wallis), Rennaz (HRC), Lausanne (CHUV), Genf (HUG), Zürich (Universitätsspital und Kinderspital), Bern, Freiburg (HFR), Basel (Universitätsspital) und St. Gallen (KSSG) zu bringen.

In einer zweiten Phase wurden zahlreiche Verletzte ins Ausland verlegt. Der Nationale Verbund Katastrophenmedizin (Katmed), angegliedert im Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS), koordinierte die weitergehende Betreuung der Patienten im Ausland mit dem Zentrum für die Koordination von Notfallmassnahmen. Über den EU-Zivilschutz-Mechanismus wurden am 2. und 3. Januar 2026 35 Verbrennungsopfer in Spezialkliniken im Ausland geflogen (Frankreich 15, Belgien 7, Deutschland 7, Italien 6). Die Schwerverletzten wurden nach Aachen (Universitätsklinikum), Köln (Krankenhaus Merheim), Stuttgart (Marienhospital), Tübingen (BG Klinik), Ludwigshafen (BG Klinik), Halle (Saale) (BG Klinikum Bergmannstrost), Berlin (Unfallkrankenhaus), Hannover (MHH), Nürnberg (Klinikum), Lyon, Paris, Metz und Mailand (Niguarda) gebracht. Es war geplant, weitere Verletzte nach Wien und Graz sowie nach Belgien (Brüssel) und Polen zu transportieren. Weitere Überführungen erfolgten nach Nantes und Luxemburg. Ungünstiges Wetter behinderte und verzögerte teilweise die Verlegungen.

mini|Übersichtskarte des Zentrums für die Koordination von Notfallmassnahmen über den EU-Zivilschutz-Mechanismus

Unterstützung erfolgte durch Rettungshubschrauber der Guardia di Finanza und Zivilschutzangehörige aus Italien sowie durch die drei Bombardier-Challenger-650-Ambulanzflugzeuge der Schweizerischen Rettungsflugwacht (Rega). Frankreich bot der Schweiz an, bis zu 19 Verletzte aufzunehmen, darunter vier minderjährige Patienten. Patienten wurden mit einer Alenia C-27J Spartan der rumänischen Luftwaffe in Krankenhäuser in Paris und Lyon transportiert. Am 2. Januar entsandte das französische Verteidigungsministerium drei Fachärzte und eine Krankenschwester zur Vorbereitung der Verlegung Verletzter. Weiter kamen italienische Ärzteteams als Unterstützung in Schweizer Spitälern zum Einsatz.

In der Brandnacht waren über 150 medizinische Rettungskräfte im Einsatz, welche die Opfer versorgten und in die verschiedenen Spitäler brachten. Im Einsatz standen ferner 70 Feuerwehrleute und 90 Polizeikräfte.