Robley Cook Williams (* 13. Oktober 1908 in Santa Rosa, Kalifornien; † 3. Januar 1995 in Oneonta, New York) war ein US-amerikanischer Physiker, Biophysiker und Molekularbiologe, zuletzt an der University of California, Berkeley.

Leben und Wirken Williams erwarb 1931 an der Cornell University einen Bachelor und 1935 bei Roswell Clifton Gibbs ebendort mit der Arbeit The fine-structure of the alpha lines of hydrogen and deuterium and the spectroscopic determination of e/m einen Ph.D., beides in Physik. Anschließend lehrte er Astronomie an der University of Michigan und wechselte 1945 in die dortige Abteilung für Physik. 1950 ging er als Professor für Virologie an die Abteilung für Biochemie an der University of California, Berkeley, und wurde 1964 Leiter (Chairman) der dort neugegründeten Abteilung für Molekularbiologie. 1976 wurde er emeritiert, arbeitete aber noch bis 1985 weiter wissenschaftlich in Berkeley.

Als Physiker untersuchte Williams mittels Spektroskopie die Energie von Elektronen des Wasserstoffs. Er machte wichtige Beobachtungen zur Quantenelektrodynamik, die ihm hätten einen Nobelpreis einbringen können. Als Astronom arbeitete Williams unter anderem zur Oberflächentemperatur von Sternen. Militärische Forschungen während des Zweiten Weltkriegs führten ihn – über ein Vakuumverfahren zur Herstellung astronomischer Spiegel mit Aluminium-Beschichtung – zur Elektronenmikroskopie, wo er mit Ralph Wyckoff eine „dreidimensionale“ Oberflächenmikroskopie entwickelte. Die Methode wurde von Williams und Mitarbeitern in der Folge zur Erforschung biologischer Materialien angewendet. So zeigten Heinz Fraenkel-Conrat und Williams 1955, dass gereinigte Tabakmosaikvirus-RNA und ihr Hüllprotein sich selbst zu funktionsfähigen Viren zusammensetzen können, was vermuten ließ, dass mit diesem einfachen Mechanismus wahrscheinlich Viren innerhalb ihrer Wirtszellen erzeugt werden.Keith Leppard, Nigel Dimmock, Andrew Easton: Introduction to Modern Virology. Blackwell Publishing, 2007, ISBN 978-1-4051-3645-7, S. 12.

Williams wurde zwischen 1939 und 1956 insgesamt sechsmal für einen Nobelpreis nominiert, allerdings nicht für Physik, sondern fünfmal für Chemie und einmal für Medizin oder Physiologie. Laut Datenbank Scopus, die Zitationen überwiegend erst aus der Zeit nach den 1970er Jahren erfasst, hat er (Stand Januar 2026) einen h-Index von 28.

Robley Williams war seit 1931 mit Margery Ella Ufford Williams verheiratet. Das Paar hatte zwei Kinder, darunter den späteren Molekularbiologen Robley C. Williams, Jr.

Auszeichnungen (Auswahl) 1939 Edward Longstreth Medal des Franklin Institute 1951 Präsident der Microscopy Society of America 1954 John Scott Award des Philadelphia City Council 1955 Mitglied der National Academy of Sciences 1957 Mitglied der American Academy of Arts and Sciences 1958 Gründungspräsident der Biophysical Society 1965 Guggenheim-Stipendium

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

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