Sachiko Sakonji (; geboren 12. April 1938 in der Präfektur Tokio) ist eine japanische Philosophin, die sich mit westlicher Philosophie befasste. Ihr Arbeitsschwerpunkt war der Neuplatonismus.

Ihr Vater war Uchino Kumaichirō (1904–2002), Gelehrter der chinesischen Philosophie und Kanbun-Philologe. Ihre Schwester Nobuko (* 1943) war Musikwissenschaftlerin an der Ueno Gakuen Universität. Sachiko schloss ihr Philosophiestudium 1961 an der Universität Tokio ab. Von 1971 an arbeitete sie als Forschungsassistentin und unterrichtete auch an der Universität. Von 1973 bis 2004 war sie an der Gakushuin-Universität tätig.

Sachiko befasste sich vor allem mit der griechischen Philosophie, darunter mit Platon, Aristoteles und Plotin. Die Beschäftigung mit der griechischen Philosophie setzte in Japan mit der Meiji-Restauration ein. Eine besondere Hürde für die beginnende Forschung in Japan war dabei die Frage nach der Art der Edition griechischer Originaltexte und ihrer japanischen Übersetzung. Dazu kam bisweilen die Frage, wie und wo die Wirkung dieser Philosophie zu verorten sei. Forschung wurde nur von Universitätsgelehrten betrieben, deren Kenntnisse meist auf einem mündlichen Austausch basierten. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg waren allmählich Übersetzungen hoher Qualität und Gesamtausgaben verfügbar. Zur gleichen Zeit war die erste Forschergeneration alt geworden, sodass sich dringlich die Notwendigkeit einer Fortsetzung ihrer Arbeit ergab.

In dieser Situation nahm Sachiko mit anderen zusammen die Herausforderung, eine Ausgabe der Werke Plotins vorzuschlagen, an. In der Privatbibliothek von Kitarō Nishida befand sich eine Plotin-Ausgabe. Kitarō, einer der führenden Köpfe der Kyōto-Schule, hatte sich früh mit griechischer Philosophie befasst. Daraufhin wurde ein umfangreiches Projekt von einem Redaktionsteam mit Forschern aus ganz Japan begonnen. Ziel des Projekts ist, eine Datenbank mit allen in Japan nach dem Krieg veröffentlichten Arbeiten zu Platon, Aristoteles und Plotin zuzüglich einer Geschichte der westlichen Philosophie zu erstellen, die nach der Fertigstellung im Internet verfügbar sein sollte.

Sachiko Sakonji ging 2009 in Rente. 2017 wurde sie mit dem Orden des Heiligen Schatzes geehrt.

Veröffentlichungen (Auswahl) 1994 Hontō ni ikeru tame ni (, etwa: Um einmal wirklich zu leben) 2003 Nazo no tetsugakusha Pyutagorasu (, etwa: Pythagoras – Ein rätselhafter Philosoph) 2007 Tetsugaku no kotoba (, etwa: Die Sprache der Philosophie) 2009 Mitarbeit an Seiyō tetsugaku 10 satsu (, etwa: Westliche Philosophie in 10 Bänden)

Übersetzungen Die Enzyklopädie der Mythologie von Arthur Cotterell, Gemeinschaftsarbeit Beteiligung an der Übersetzung der Gesamtausgabe der Werke Heideggers, Bd. 22

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