Klaus-Dieter Thomann (* 1951 in Redewisch (Mecklenburg))INSTITUT FÜR GESCHICHTE, THEORIE UND ETHIK DER MEDIZIN des Fachbereichs Medizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, S. 19, abgerufen am 22. April 2026. ist ein deutscher Facharzt für Orthopädie, Unfallchirurgie, Rheumatologie und Sozialmedizin.reha-recht.de, abgerufen am 12. Februar 2026. Die Verbindung von praktischer Medizin und sozialwissenschaftlicher Forschung kennzeichnet Thomanns berufliche Tätigkeit.

Leben und Beruf Thomann wurde Anfang der 1950er-Jahre in Mecklenburg geboren.„1947 musste der Name Vorpommern aus der Landesbezeichnung gestrichen werden.“ Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern, abgerufen am 31. Dezember 2025. Er studierte an der Universität Barcelona zunächst Sprachen. Im Anschluss nahm er in Frankfurt am Main ein Medizinstudium auf. 1978 erfolgte seine Approbation. Ab 1974 unterrichtete Thomann als Studentische Hilfskraft in der Abteilung für Medizinische Soziologie der Universität Frankfurt am Main. Seit 1976 bestand der Kontakt Thomanns zum Senckenbergischen Institut für Geschichte der Medizin. In der zweiten Hälfte der 1970er-Jahre entstanden Thomanns erste Veröffentlichungen zur Geschichte der Sozialmedizin.

1980 wurde Thomann am Senckenbergischen Institut promoviert. Von 1978 bis 1984 absolvierte er die Facharztausbildung zum Orthopäden an der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik in Frankfurt am Main, dem Kreiskrankenhaus Bad Homburg und der Orthopädischen Universitätsklinik Friedrichsheim. 1985 erfolgte die Anerkennung der Teilgebietsbezeichnung Rheumatologie und 1989 die Zusatzbezeichnung Sozialmedizin. Im selben Jahr wurde Thomann zum Landesarzt für Körperbehinderte in Hessen berufen; eine ehrenamtliche Funktion. Thomann arbeitete darüber hinaus jahrelang im Frankfurter Stadtteil Dornbusch mit seiner Ehefrau Cornelia Thomann-Honscha in deren orthopädisch-allgemeinmedizinischer Gemeinschaftspraxis. Zu Beginn der 1980er-Jahre gehörte Klaus-Dieter Thomann einer internationalen Expertengruppe der WHO an, die sich mit dem Problem Arbeitslosigkeit und Gesundheit beschäftigte. Auch widmete sich Thomann in dieser Zeit Forschungen zur Medizin im Nationalsozialismus. Ab 1989 unterrichtete er am GTE (Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz). Im selben Jahr erhielt Thomann ein Stipendium der Robert Bosch Stiftung und habilitierte 1993 mit einem Thema zur Krüppelfürsorge.

Ab 1985 bereitete er Ausstellungen zur Ortopädiegeschichte vor. Gemeinsam mit Michael Rauschmann baute er das Deutsche Orthopädische Geschichts- und Forschungsmuseum in Frankfurt am Main auf.

Thomann leitet das privatrechtliche Institut für Versicherungsmedizin in Frankfurt am Main.

Seine Forschungen zur Geschichte der Medizin im Nationalsozialismus nahm Thomann in den 1990er-Jahren wieder auf. Ergänzt wurden diese Arbeiten durch Forschungen zur Geschichte der Orthopädie. Darüber hinaus veröffentlichte Thomann allgemein verständliche Bücher zu medizinischen Themen, die aus anderen Sprachen ins Deutsche übersetzt worden waren. 1993 habilitierte er unter dem damaligen Leiter des GTE, Prof. Werner Friedrich Kümmel, mit einem Thema zur Entstehung der Krüppelfürsorge und der Institutionalisierung der Orthopädie um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert in Deutschland. 1999 wurde er zum apl. Professor an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ernannt.

Forschungsschwerpunkte Thomann setzte sich als Forscher mit der Geschichte der Medizin im Nationalsozialismus auseinander und befasste sich mit Themen aus dem Gebiet der Orthopädie.

Monographien (Auswahl) Wirksame Hilfe bei Arthrose. Trias, Stuttgart 2003, ISBN 3-8304-3094-9. Gesunde Füße – beschwerdefrei laufen. Ursachen und Behandlung von Fußbeschwerden. Richtige Fußpflege. Trias, Stuttgart 1998, ISBN 3-89373-122-9. Orthopädie von A – Z. Ein Nachschlagewerk für die krankengymnastische und physiotherapeutische Praxis. Thieme, 3., überarbeitete Auflage, Stuttgart 1997, ISBN 3-13-731903-X. Das behinderte Kind. „Krüppelfürsorge“ und Orthopädie in Deutschland 1886–1920. Gustav Fischer Verlag, Stuttgart 1995, ISBN 3-437-11699-1. Tennisellenbogen und Golferarm. Ursachen und Behandlung von Ellenbogenschmerzen. Trias, Stuttgart 1995, ISBN 3-89373-323-X. mit Cornelia Thomann-Honscha: Keine Angst vor Haltungsschäden. Wachstum und Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Trias, Stuttgart 1992, ISBN 3-89373-198-9. Wenn das Knie schmerzt … – Verletzungen und Erkrankungen des Kniegelenks. Ursachen und Behandlung. Trias, Stuttgart 1991, ISBN 3-89373-142-3. Das Rückenbuch. Ursachen und Behandlung von Rückenschmerzen. Was sie selbst tun können. Trias, Stuttgart 1991, ISBN 3-89373-176-8. (überarbeitete Neuausgabe: Stuttgart 1998).

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