mini|hochkant|Dominic Raacke, 2011 Dominic Raacke (* 11. Dezember 1958 in Hanau) ist ein deutscher Schauspieler, Drehbuchautor sowie Synchron- und Hörspielsprecher. Seinen Durchbruch hatte er 1983 als Karl Boetzkes in der ARD-Fernsehserie Rote Erde. Einem breiten Publikum wurde er als Berliner Tatort-Kommissar Till Ritter bekannt, den er zwischen 1999 und 2014 spielte.
Leben Dominic Raacke ist der Sohn des Designers und Kunstprofessors Peter Raacke (1928–2022) und der Bildhauerin und Designerin Ellen Raacke. Nach der Scheidung der Eltern wuchs er bei seiner Mutter auf. Seine Stiefmutter war die Bildhauerin Angela Kurrer (1945–2011), sein Halbbruder ist der Fotograf Roman Raacke (* 1975).
Raacke entdeckte bereits in jungen Jahren sein Interesse am Schauspiel. Bereits als Kind drehte er Super-8-Filme und produzierte eigene Hörspiele. Raacke besuchte das Gymnasium Hohe Landesschule in Hanau. In der Oberstufe gehörte er zu den ersten Mitgliedern der von dem Lehrer und Autor Erland Schneck-Holze gegründeten Theater-AGTheaterGruppe HOLA auf der Website von Erland Schneck-Holze, abgerufen am 21. Juli 2025 und spielte 1976 gemeinsam mit dem späteren Schauspieler Rolf Kanies in deren erster Inszenierung, Georg Büchners Leonce und Lena. Nach dem Abitur 1977 und einer zweijährigen Regie-Hospitanz bei den Städtischen Bühnen Frankfurt übersiedelte Raacke für fünf Jahre in die USA und studierte dort von 1980 bis 1983 am Lee Strasberg Theatre Institute in New York City und am Stella Adler Conservatory of Acting.
Dominic Raacke war von 1988 bis 1993 mit der Schauspielerin Natja Brunckhorst (* 1966) liiert. Aus dieser Verbindung entstammt eine gemeinsame Tochter (* 1991). Von 2000 bis 2007 war er mit der Grafikerin Kristina „Kika“ Schneider verheiratet. Er lebt in Berlin.
Karriere Schauspiel mini|Dominic Raacke (links) und Jürgen Vogel in Polizeiruf 110: Kleine Dealer, große Träume, 1996 1980 gab Raacke unter der Regie von Hans Noever in der BR-Filmproduktion Total vereist an der Seite von Rio Reiser sein Filmdebüt. Es folgten kleinere Rollen wie als Barkeeper in Vivian Naefes Fernsehdrama Zuckerhut. Der Durchbruch gelang ihm 1983 als Karl Boetzkes in der ARD-Fernsehserie Rote Erde. Im selben Jahr war er in Dagmar Dameks Der Sandmann, einer Verfilmung der gleichnamigen Erzählung von E. T. A. Hoffmann, an der Seite von Christoph Waltz zu sehen. Eine weitere Hauptrolle spielte er als alkoholabhängiger Redakteur Georg Dreibrodt in Peter F. Bringmanns Zweiteiler Gambit, die ihm 1987 den Deutschen Darstellerpreis „Chaplin-Schuh“ des Bundesverbandes deutscher Film- und Fernsehregisseure als bester Nachwuchsschauspieler einbrachte.
Es folgten Rollen in zahlreichen weiteren Film- und Fernsehproduktionen, wie etwa an der Seite von Harald Juhnke als Werbefachmann und erfolgloser Hotelier Rainer Towa in der Politsatire Der Papagei (1992) und neben Jürgen Vogel im Polizeiruf 110: Kleine Dealer, große Träume (1996). Bekannt wurde er einem breiten Fernsehpublikum in der ARD-Krimireihe Tatort an der Seite von Stefan Jürgens (bis 2000, 6 Folgen) und Boris Aljinovic (ab 2001) als Berliner Hauptkommissar Till Ritter, den er von 1999 bis 2014 spielte. In der vierteiligen ZDF-Arztserie Der Doc und die Hexe übernahm er zusammen mit Christiane Paul als Chefchirurg Dr. Hans Wunderlich eine der beiden Titelrollen. Von 2016 bis 2017 war er in der dreiteiligen ARD-Filmreihe Eltern allein zu Haus als Dr. Thomas Wichers zu sehen. Raacke wirkte auch in einigen Kinder- und Jugendproduktionen mit, wie als König Albert in Matthias Steurers Märchenadaption Helene, die wahre Braut (2020).
mini|hochkant|Dominic Raacke als Society Reporter Peter Scheumer bei den Nibelungenfestspielen in Worms 2016 Seit 2016 ist er auch als Theaterschauspieler aktiv. Sein Debüt gab Raacke unter der Regie von Nuran David Calis als Society Reporter Peter Scheumer bei den Nibelungenfestspielen in Worms. Von 2018 bis 2014 spielte er zunächst an der Komödie am Kurfürstendamm, später an der Komödie im Bayerischen Hof, an der Seite von Katja Weitzenböck den erfolgreichen Architekten Arnold in Stefan Vögels Stück Herz und Niere, das von Regisseur Martin Woelffer inszeniert wurde. 2019 war er an der Komödie am Kurfürstendamm in David Hares Bühnenstück Skylight neben Henriette Richter-Röhl als Tom Sergeant in der Hauptrolle zu sehen.
Raacke ist Mitglied der Deutschen Filmakademie.
Weitere Tätigkeiten Raacke betätigt sich in Zusammenarbeit mit Regisseur und Co-Autor Ralf Huettner auch als Drehbuchautor. 1994 schrieb er mit ihm das Drehbuch zur siebenteiligen Fernsehserie Um die 30, in der er selbst als Kraftfahrzeugmechatroniker Frank Schott eine der Hauptrollen spielte und erhielt 1996 den Telestar für das „beste Drehbuch“. 2021 setzten Raacke und Huettner dieses Projekt mit der Filmkomödie Um die 50 fort. 1996 schrieb das Duo das Drehbuch für den Erotik-Thriller Der kalte Finger, in der Raacke wiederum die Rolle des Gregor spielte. Ebenso zeichneten Raacke und Huettner für die dreiteilige ZDF-Krimireihe Die Musterknaben (1997 bis 2003), in welcher Jürgen Tarrach und Oliver Korittke die Hauptrollen verkörperten, verantwortlich.
Als Synchronsprecher lieh Raacke 2010 Gerard Butler in dem DreamWorks-Animationsfilm Drachenzähmen leicht gemacht und in den Fortsetzungen 2014 und 2019 seine Stimme.
2021 war Raacke zusammen mit dem Schlagzeuger Stefan Weinzierl und dem Visual Artist Rocco Helmchen in der Science-Fiction-Performance Die Zeitmaschine nach dem Roman von H. G. Wells zu sehen.
Filmografie Spielfilme 1980: Total vereist 1981: Die Rache der Kannibalen (Cannibal Ferox) 1983: Tango im Bauch 1983: Zuckerhut 1985: Gambit 1986: Bibos Männer 1986: Lenz oder die Freiheit 1987: Der Fluch 1988: Die Verlockung 1989: Beim nächsten Mann wird alles anders 1990: Der schönste Busen der Welt 1991: Im ersten Kreis der Hölle 1991: Abgetrieben 1992: Der Papagei 1992: Babylon – Im Bett mit dem Teufel (auch Produzent) 1992: Die Eurocops 1995: Der kalte Finger (auch Drehbuch) 1996: Alle haben geschwiegen 1996: Die Musterknaben (Drehbuch) 1996: Der Postkartenmörder 1997: Die Apothekerin 1997: Die Musterknaben 2 (Drehbuch) 1998: Auch Männer brauchen Liebe 1998: Babyhandel Berlin – Jenseits aller Skrupel 1998: Feuerläufer – Der Fluch des Vulkans 1998: Titus und der Fluch der Diamanten 1999: Das Delphinwunder 1999: Männer und andere Katastrophen 2000: Lovetrip 2003: Die Musterknaben 3 – 1000 und eine Nacht (Drehbuch) 2004: Liebe ist die beste Medizin 2004: Eurotrip 2005: Der Todestunnel – Nur die Wahrheit zählt 2005: Spezialauftrag: Kindermädchen 2006: Blackout – Die Erinnerung ist tödlich 2006: Charlotte Link – Der fremde Gast 2006: Eva Zacharias 2007: Wie angelt man sich seine Chefin 2009: Mein 2011: Uns trennt das Leben 2012: Offroad 2012: Das Leben ist ein Bauernhof 2012: Passion 2013: Staudamm 2014: Mona kriegt ein Baby 2014: Das Glück der Anderen 2015: Für eine Nacht... und immer? 2016: Therapie 2017: Honigfrauen 2018: Südstadt 2018: Ein Sommer in Oxford 2018: Die Auferstehung 2020: Enkel für Anfänger 2020: Helene, die wahre Braut 2021: Um die 50 (auch Drehbuch) 2022: Guardian (Kurzfilm) 2026: Heute fängt mein neues Leben an 2026: Eine Wingwoman verliebt sich nicht
Fernsehserien
Synchronrollen 2010: Drachenzähmen leicht gemacht als Haudrauf der Stoische für Gerard Butler 2014: Drachenzähmen leicht gemacht 2 als Haudrauf der Stoische für Gerard Butler 2019: Drachenzähmen leicht gemacht 3: Die geheime Welt als Haudrauf der Stoische für Gerard Butler
Hörbücher (Auswahl) 2007: Ken Kesey: Einer flog über das Kuckucksnest, Patmos-Verlag, ISBN 978-3-491-91230-4 2021: H. G. Wells: Die Zeitmaschine, buchfunk Verlag, ISBN 978-3-86847-602-6
Auszeichnungen 1987: Deutscher Darstellerpreis Chaplin-Schuh des Bundesverbandes deutscher Film- und Fernsehregisseure e. V. als bester Nachwuchsschauspieler für Gambit 1996: Telestar für das beste Drehbuch für Um die 30 (1994)
Literatur Hermann J. Huber: Langen Müller’s Schauspielerlexikon der Gegenwart. Deutschland. Österreich. Schweiz. Albert Langen • Georg Müller Verlag GmbH, München • Wien 1986, ISBN 3-7844-2058-3, S. 797.
Weblinks
Dominic Raacke bei Agentur Fischer&Partner Dominic Raacke bei castupload.com
Einzelnachweise
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