Christian Pfrang (* 1978) ist ein deutsch-britischer Atmosphärenchemiker und Professor für Atmosphärenwissenschaften an der University of Birmingham. Seine Forschungsschwerpunkte sind atmosphärische Aerosole und deren Auswirkungen auf das Klima und die Luftqualität, darunter die Untersuchung von Emissionen aus Kochvorgängen, die Luftqualität in Innenräumen und die Auswirkungen von Ozon auf die Wechselwirkungen zwischen Pflanzen und Bestäubern.
Wissenschaftlicher Werdegang Pfrang studierte Chemie an der TU München, der University of Oxford und der FU Berlin, bevor er 2006 unter Professor Richard P. Wayne an der University of Oxford seinen Doktortitel in Physikalische Chemie erwarb.
Pfrang verbrachte ein Jahr als Carlo-Schmid-Stipendiat in der Forschungsabteilung des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersagen (ECMWF). Anschließend erhielt Pfrang 2007 ein RCUK-Stipendium an der University of Reading, wo er später Dozent und dann 2016 außerordentlicher Professor für physikalische und Atmosphärenchemie wurde.
2018 wechselte Pfrang an die University of Birmingham, wo er eine Stelle als Senior Lecturer an der Fakultät für Geographie, Erd- und Umweltwissenschaften erhielt, und 2023 zum Professor für Atmosphärenwissenschaften befördert wurde.
Von 2020 bis 2022 leitete Pfrang als Projektleiter, das Forschungsnetzwerk CleanAir4V dessen Ziel es war, Methoden zu erforschen, mit denen Verhaltensänderungen und technologische Maßnahmen eingesetzt werden können, um die künftige Luftverschmutzung zu reduzieren und die Gesundheit gefährdeter Gruppen zu verbessern.
Pfrang wirkte als externer Sachverständiger am Bericht der britischen Regierung zur Innenraumluftqualität 2022 mit, der von der Expertengruppe für Luftqualität für das Ministerium für Umwelt, Ernährung und ländliche Angelegenheiten erstellt wurde.
Forschung Pfrangs Forschungsschwerpunkt liegt im Bereich der Gasphasen und heterogenen Atmosphärenchemie mit Fokus auf atmosphärischen Aerosolen und deren Auswirkungen auf die Luftqualität und den Klimawandel. Seine Forschung steht häufig in Zusammenhang mit anderen Aspekten der Umweltwissenschaften, wie beispielsweise der Pflanzenkunde und der Meteorologie. Pfrangs Veröffentlichungen befassen sich unter anderem mit den Auswirkungen von Fettsäuren beim Kochen auf die Wolkenbildung, den gesundheitlichen Auswirkungen von Feinstaub (PM) und flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) auf gefährdete Gruppen und die Auswirkungen von Ozon auf die Wechselwirkungen zwischen Pflanzen und Bestäubern.
Seine Arbeiten wurden in Fachzeitschriften wie Nature Communications, dem International Journal of Environmental Research and Public Health und Chemistry World veröffentlicht und von Nachrichtenagenturen wie BBC News, The Independent und CNN aufgegriffen.
Publikationen (Auswahl)
Complex three-dimensional self-assembly in proxies for atmospheric aerosols (2017, Hauptautor). Indoor Air Pollution and the Health of Vulnerable Groups: A Systematic Review Focused on Particulate Matter (PM), Volatile Organic Compounds (VOCs) and Their Effects on Children and People with Pre-Existing Lung Disease (2022, Mitautor). Mapping the effects of ozone pollution and mixing on floral odour plumes and their impact on plant-pollinator interactions (2023, Mitautor).
Auszeichnungen Pfrang wurde von der ISIS Neutron and Muon Source mit dem ISIS Society Award 2025 für seine Arbeit Neutronenreflektometrie zur Anwendung bei der Untersuchung der Auswirkungen von Kochemissionen auf die Innenraumluftqualität ausgezeichnet. Die ISIS impact awards wurden an „Forscher verliehen, deren Arbeit einen bedeutenden, weitreichenden Einfluss auf Wirtschaft, Gesellschaft oder Wissenschaft hatte“ (laut STFC).
Weblinks
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Einzelnachweise
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