Pauline Schneider (um 1925–nach 1987) war eine rumäniendeutsche Kinderbuchautorin und Übersetzerin.
Leben und Wirken Pauline Schneider übersetzte in Rumänien seit etwa 1951 literarische Werke aus dem Russischen in das Deutsche, vor allem Jugendbücher von sowjetischen Gegenwartsautoren, aber auch einige Werke klassischer Schriftsteller wie Leo Tolstoi (Auferstehung), Fjodor Dostojewski (Arme Leute), Anton Tschechow und Maxim Gorki. Seit 1956 veröffentlichte sie dazu eigene Bücher, zuerst Gedichte und Geschichten für Vorschulkinder im traditionellen Stil, später Abenteuergeschichten für Schulkinder. In einigen Texten idealisierte sie die rumänische sozialistische Aufbaueuphorie (Plattenbaupoesie und Baustellenmonumentalität).Olivia Spiridon, Untersuchungen zur rumänien-deutschen Erzählliteratur der Nachkriegszeit, 2002, S. 40 (Auszug), mit dieser Formulierung Seit 1958 übersetzte sie auch einige Jugend- und Abenteuerbücher von rumänischen Gegenwartsautoren. 1987 erschienen ihre letzten Veröffentlichungen.
Von Pauline Schneider sind keine zeitkritischen oder gesellschaftlich engagierten Texte oder Aktivitäten bekannt.Delia Cotâr, Schreiben unter der Diktatur. Die Lyrik von Anemone Latzina, Lang, Frankfurt am Main 2008, S. 63, mit dieser Feststellung, im Gegensatz zur kritischen Anemone Latzina
Publikationen (Auswahl) Alle Bücher erschienen in Bukarest. Pauline Schneider veröffentlichte auch einige weitere kurze Texte in der rumäniendeutschen Zeitschrift Neue Literatur. (Es sind alle bekannten Buchveröffentlichungen von ihr angegeben.)
Eigene Werke Hänschen und die bösen Geister, 1956, erste bekannte eigene Buchpublikation Die wunderbaren Körnchen, 1960, Kindergedichte, auch übersetzt in das Rumänische Anne, 1963, Geschichte für Vorschulkinder Dixi, die Kunstreiterin, 1966 Der eigene Schatten, 1966 Der Geburtstag, 1967 Bilder im Spiegel, 1968 Ein Motorrad und fünf Detektive, 1971, Abenteuergeschichte für Kinder Abenteuer um eine Uhr, 1977, 2. Auflage 1979, Abenteuergeschichte für Kinder Das Gespräch, 1977 Autostop und andere Erzählungen, 1987
Übersetzungen aus dem Russischen Boris Gorbatow, Kampf um Kohle, 1951, FilmdrehbuchKampf um Kohle RSL, (nicht in DNB), erste feststellbare Publikation von Pauline Schneider Irina Petschernikowa, Jugendjahre, 1952, pädagogische Schrift M. Belachowa, Die kostbare Ladung 1953 L. Platow, Der steinerne Hügel, 1953 Galina Nikolajewa, Die Geschichte Nastja Kowschowas, 1955 Fjodor Dostojewski, Arme Leute, 1956 Alexej Tolstoi, Die Viper, 1956 Wladimir Sutejew, Die verschiedenen Räder, 1956 W. S. Drugow, Die drei ohne Dreien, 1956 Olga Forsch, Radistschew, 1957 Walentina Ossejewa, Das Zauberwort, 1957 Michail Scholochow, Geschichten vom Don, 1958 Leo Tolstoi, Auferstehung, 1959 Maxim Gorki, Geschichten und Erzählungen, 1959 Ljubow Woronkowa, Die Schmuddelmascha, 1959 Anton Tschechow, Der Weißstirnige, 1960 Samuil Marschak, Vom Hippopotamus, 1960 L. Saweljew, Das grüne Heft, 1961
Dmitri Mamin-Sibirjak, Emelja, der Jäger, 1963 Arkadi Mintschkowski, Zehn Tage allein, 1965, Filmdrehbuch Anton Tschechow, Kaschtanka, 1972 Anatoli Rybakow, Das Stilett, 1972 Lia Geraskina, Viktors Abenteuer, 1976, letzte bekannte Übersetzung aus dem Russischen
Übersetzungen aus dem Rumänischen Novellen, Zeitgenössische rumänische Schriftsteller, 1955, übertragen in Arbeitsgemeinschaft mit Ernst Ossorowitz, Renate Molitoris und Marianne Şora Mircea Sîntimbreanu, In der Schule und daheim, 1958 Aurel Mihale, Stürmische Nächte, 1959 Ioan Grigorescu, Obsession, 1961 Clelia Ottone, Hänschen auf dem Mars, 1961 Al. I. Stefănescu, Der Brezelkönig, 1961 Emil Racovița, Dem Süden entgegen, 1961 Alecu Ivan-Ghilia, Die Brüder Huțulea, 1962 Valeriu Emil Galan, Das fünfte Rad am Wagen, 1962 Stefan Luca, Der Intellektuellen-Ball, 1963 Rumänische Volkskunst, Rheinisches Freilichtmuseum Kummern (Eifel), 1970, organisiert vom Ethnographischen Museum Jassy, unter Mitarbeit des Volksmuseums Bukarest Barbu Delavrancea, Das Kristallschloss, 1974 Eusebiu Camilar, Heldengeschichten, 1977 Eusebiu Camilar, Die Adler von den sieben Hügeln, 1980 Ion Creangă, Das Märchen vom weißen Mohren, 1983 Ioana Petrescu, Die Lusitanier. Vasco da Gama entdeckt den Seeweg nach Ostindien , 1983; (Neuauflage als Drei Karavellen auf grosser Fahrt, 1985), Sachbuch Laurențiu Fulga, Rettet unsere Seelen, 1985 Gica Iuteṣ, Der fliegende Handschuh, 1987, letzte feststellbare Übersetzung
Übersetzungen aus dem Französischen
Jules Verne, Mathias Sandorf, Neues Leben, Berlin 1963, gekürzt 1995, vorher in Bukarest Marcelle Vérité, Die Reise der Elefanten, 1968
Übersetzungen aus dem Englischen Ethel L. Voynich, Der Stachel, 1957
Literatur Olivia Spiridon: Untersuchungen zur rumänien-deutschen Erzählliteratur der Nachkriegszeit. Igel, 2002. S. 40, 300, 343 (kurze Auszüge) Annemarie Weber: Die rumäniendeutsche Kinder- und Jugendliteratur 1944–1989. Eine Bibliographie. Böhlau 2004. S. 73 Gesamtverzeichnis des deutschsprachigen Schrifttums 1911–1965. Band 125. K. G. Saur, München. S. 481, mit ihren ersten Publikationen
Weblinks
Literatur von Pauline Schneider in Bukarest im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Literatur von Pauline Schneider Deutsches Literaturarchiv Marbach Literatur von Pauline Schneider WorldCat
Einzelnachweise
Kategorie:Jugendliteratur Kategorie:Übersetzer aus dem Rumänischen Kategorie:Übersetzer aus dem Russischen Kategorie:Rumäniendeutscher Kategorie:Literatur (Rumänien) Kategorie:Geboren im 20. Jahrhundert Kategorie:Gestorben im 20. oder 21. Jahrhundert Kategorie:Frau