mini|hochkant=2.0|Halber Magistertaler von 1654 von Herzog Wilhelm, Stifter der Hauptlinie Sachsen-Weimar
Der Magistertaler wurde auf die Wahl des Prinzen Bernhard, Sohn von Herzog Wilhelm von Sachsen-Weimar bzw. Sachsen-Neu-Weimar (1640–1672),Gernot Schnee: Sächsische Taler von 1500–1800 (1982). zum Rektor magnificentissimus und auf das Jubiläum der Universität Jena im Jahr 1654 geprägt. Den Taler erhielten alle Magister bei den Festlichkeiten zu diesem Jubiläum. Danach wurde die Münze als Magistertaler bezeichnet.Carl Christoph Schmieder: Handwörterbuch der gesammten Münzkunde (1811) S. 283: Talername Den Gedenktaler ließ Herzog Wilhelm, Stifter der Hauptlinie von Sachsen-Weimar, in Weimar prägen.Heinz Fengler, Gerd Gierow, Willy Unger: transpress Lexikon Numismatik (1976), S. 209.
Münzbeschreibung mit geschichtlichen Zusammenhängen Der in der Münzstätte Weimar geprägte sehr seltene silberne Magistertaler ist ein Reichstaler von 1654, der als Taler und Halbtaler bekannt ist. Hier abgebildet ist der halbe Magistertaler Herzog Wilhelms, der die gleichen Münzbilder wie die des Talers hat. Die als Gedenkmünzen geprägten Stücke haben herzförmige Spruchbänder um die Brustbilder der Ahnen des Prinzen.Friedrich von Schrötter (Hrsg.): Wörterbuch der Münzkunde. (1970, Nachdruck 1930), S. 364. Sie sind auf die Wahl Bernhards zum Rektor magnificentissimus der Universität Jena (= Titel einer fürstlichen Standesperson) und auf das Jubiläum der Universität Jena geprägt worden. Halbtaler und Taler haben beide einen Durchmesser von 43 mm. Der Halbtaler wiegt 14,33 g.Helmut Kahnt: Das große Münzlexikon von A bis Z. (2005), S. 267. Er könnte demnach ein Abschlag von den Talerstempeln sein.Lothar Koppe: Die Münzen des Hauses Sachsen-Weimar (2007)
mini|hochkant|Herzog Wilhelm stiftete die Hauptlinie von Sachsen-Weimar. Er ließ den Magistertaler prägen.
mini|hochkant|Prinz Bernhard als Rektor magnificentissimus mit Datierung „Febr. 1654“
Johann David Köhler bezeichnet den Magistertaler in seiner Münzbelustigung als Gedächtnistaler
Die doppelten herzförmigen Spruchbändern stellen auf der ersten und anderen Seite, so Köhler,
Vorderseite Die Vorderseite zeigt ein kleines Brustbild von Johann Friedrich dem Großmütigen (1532–1547–1554)Paul Arnold: Die Genealogie der meißnisch-sächsischen Landesfürsten. In: Numismatischer Verein zu Dresden e. V. (Hrsg.): Dresdner numismatische Hefte. Nr. 1/1996. als Kurfürst von Sachsen und Stifter der Universität JenaDavid Samuel Madai: Vollständiges Thaler-Cabinet, Theil 1, Nr. 1491: Stifter der Uni. mit geschultertem Kurschwert sowie Kur- und Sachsenwappen. Um das Brustbild herum ist ein herzförmig geschlungenes und bekröntes doppeltes Spruchband zu sehen. Unten erscheint es als „W“ für Wilhelm, den Vater des Prinzen.Helmut Kahnt: Das große Münzlexikon von A bis Z. (2005), S. 267: Vorderseite. Im Feld unten ist das Datum „A(nno) 1654 – 28. Feb.“ geteilt angegeben. An diesem Tag fand wahrscheinlich die Wahl des Prinzen Bernhard zum Rektor magnificentissimus statt.Johann David Köhler: Münzbelustigung Band 9, Seite XXIV, Abschnitt IV.: Rektorat
Dazu schreibt Johann David Köhler:
Erklärung:
In der äußeren Herz-und W-Form ist zu lesen: Herzog Wilhelm – zur Weisheit seines Sohns Bernhard – Rektor der Akademie Jena und in der inneren: Herzog Wilhelms Großvater war Johann Friedrich Kurfürst zu Sachsen. Unter der ganzen zweifachen Figur (dem doppelten Spruchband) steht 28. Februar Anno 1654.
Rückseite Die Rückseite zeigt die Brustbilder zweier Söhne Johann Friedrichs des Großmütigen von Sachsen, den ältesten Herzog Johann Friedrich II. den Mittleren von SachsenCarl Christoph Schmieder: Handwörterbuch der gesammten Münzkunde (1811) S. 283. und daneben den zweiten Sohn Herzog Johann Wilhelm von Sachsen-Weimar bzw. Sachsen-Alt-Weimar (1572–1573). Zu beiden Seiten der Brustbilder befindet sich je ein Wappen des Herzogtums Sachsen. Um die Brustbilder herum ist ein herzförmig geschlungenes und bekröntes doppeltes Spruchband zu sehen. Unten erscheint es wieder als „W“ für Wilhelm, den Vater Bernhards.Helmut Kahnt: Das große Münzlexikon von A bis Z. (2005), S. 267: Rückseite.
Dazu schreibt Johann David Köhler:
Erklärung:
Auf der anderen Seite befinden sich die kleinen nebeneinander gestellten Brustbilder der beiden Stifter der Universität Jena. Die innere Figur (das ist das innere herzförmige Spruchband), enthält diese Aufschrift: Universität Jenas Fundatoren (Gründer) Johann Friedrich II. der Mittlere von Sachsen und Johann Wilhelm (von Sachsen-Weimar bzw. Sachsen-Alt-Weimar).
Beim Ausbau der Universität Jena durch Johann Friedrich II. den Mittleren kam es allerdings zu Zerwürfnissen mit den Universitätstheologen, die 1561 zur Entlassung des im Jahr 1557 berufenen Flacius führten.
Anmerkung: Nach Helmut Kahnt sind auf der Rückseite „die beiden Brustbilder von Johann Friedrich dem Großmütigen und dessen Sohn Johann Wilhelm“. Johann David Köhler nennt dazu nur die Abkürzungen „JO. FRIED. JO. WILH.“ Tatsächlich handelt es sich nicht wiederum um Johann Friedrich den Großmütigen auf der Rückseite, sondern um Johann Friedrich II. den Mittleren und dessen Bruder Johann Wilhelm.Carl Christoph Schmieder: Handwörterbuch der gesammten Münzkunde (1811) S. 283: Universität Jenas Gründer Johann Friedrich II. der Mittlere von Sachsen und Johann Wilhelm.Johann David Köhler: Münzbelustigung Band 9, Seite XXIV, Abschnitt IV: Rückseite, Fundatoren.David Samuel Madai: Vollständiges Thaler-Cabinet Theil 1, Nr. 1491: Johann Friedrich II.
Siehe auch Münzgeschichte des Herzogtums Sachsen (1547–1572) Münzgeschichte des Hauses Sachsen-Weimar (1572–1870) Alleinprägung Johann Wilhelms von Sachsen (1567–1572) Alleinprägungen Johann Friedrichs II. von Sachsen
Weblinks Duden: Herkunft aus lateinisch rector magnificentissimus „erhabenster Leiter“.
Literatur Helmut Kahnt: Das große Münzlexikon von A bis Z. Regenstauf 2005. Heinz Fengler, Gerd Gierow, Willy Unger: transpress Lexikon Numismatik, Berlin 1976. Friedrich von Schrötter (Hrsg.) mit N. Bauer, K. Regling, A. Suhle, R. Vasmer, J. Wilcke: Wörterbuch der Münzkunde. de Gruyter, Berlin 1970 (Nachdruck der Originalausgabe von 1930). Gernot Schnee: Sächsische Taler von 1500–1800, Frankfurt a. M. 1982. Johann David Köhler: Münzbelustigung Band 9, Seite XXIV, Abschnitt IV. Samuel David Madai: Vollständiges Thaler-Cabinet: Erster Theil Nr. 1491.
Einzelnachweise
Kategorie:Deutsche Gedenkmünze Kategorie:Talermünze Kategorie:Wirtschaftsgeschichte (Thüringen) Kategorie:Friedrich-Schiller-Universität Jena