mini|hochkant|Jean-Louis Rieu (etwa 1850) Jean-Louis Rieu (* 6. August 1788 in Genf; † 17. Juni 1868 ebenda; heimatberechtigt ebenda) war ein Schweizer Militär und Politiker aus dem Kanton Genf.
Biografie Jean-Louis Rieu wurde als Sohn des Etienne Rieu, Offiziers in französischen Diensten, und der Marie-Charlotte Turrettini geboren. 1816 heiratete er Marie Lasserre, die Tochter eines Financiers.
Von 1806 bis 1808 absolvierte er eine Ausbildung am Polytechnikum in Paris. Anschliessend trat er in die französische Marine ein und wurde 1808 zum Artillerieleutnant ernannt. Während der Befreiungskriege 1813 diente Rieu als Artilleriehauptmann in der Napoleonischen Armee und wurde für seine Leistungen mit der Ehrenlegion ausgezeichnet. Im Oktober 1813 wurde er in der Völkerschlacht bei Leipzig verwundet und in russische Kriegsgefangenschaft genommen. 1814 kehrte er nach Genf zurück. Nach seiner Rückkehr stellte er sich in den Dienst der Eidgenossenschaft. 1815 wurde er eidgenössischer Artilleriekommandant, 1824 folgte seine Ernennung zum Oberstleutnant des Genfer Kontingents.
Parallel zu seiner militärischen Laufbahn war Rieu politisch tätig. Von 1816 bis 1824 war er Abgeordneter im Repräsentierenden Rat und von 1824 bis 1843 Mitglied des Staatsrats von Genf, aus dem er schliesslich zurücktrat. 1841 war er Mitglied des Verfassungsrats. Rieu war ein wichtiger Vertreter der Wiederherstellung der Republik Genf, der Jean-Jacques Rigaud nahestand.
Auszeichnungen Ehrenlegion
Literatur Livre du Recteur 5, S. 336
Kategorie:Oberstleutnant (Schweiz) Kategorie:Artillerist (Schweiz) Kategorie:Mitglied der Ehrenlegion Kategorie:Politiker (Schweiz vor 1848) Kategorie:Schweizer Kategorie:Geboren 1788 Kategorie:Gestorben 1868 Kategorie:Mann