Barbara Holub (* 1959 in Stuttgart) ist eine österreichische Künstlerin, Architektin und Fotografin, die in Wien lebt und arbeitet. Barbara Holubs Praxis ist auf gesellschaftspolitisch engagierte Kunst, partizipative Formate und die Entwicklung von Werkzeugen für „direkten Urbanismus“ ausgerichtet. Für ihre Arbeitsweise prägte sie den Begriff „Stiller Aktivismus / Silent Activicm“.

Von 2006 bis 2007 war Holub Präsidentin der Wiener Secession und damit die erste Frau an der Spitze der Künstlervereinigung. Holub ist Redaktionsmitglied der Zeitschrift Dérive und Mitglied des Advisory Boards des Art & Public Sphere Journals (UK).

Leben und Wirken Barbara Holub studierte Architektur an der Technischen Universität Stuttgart. Seit den 1990er-Jahren arbeitet sie in Wien. Neben ihrer künstlerischen Praxis ist sie in der Lehre tätig, unter anderem an der Technischen Universität Wien und an der Universität für angewandte Kunst Wien.

Sie gründete 1999 gemeinsam mit dem Architekten und Urbanisten Paul Rajakovics die in Wien ansässige Plattform „transparadiso“, die an der Schnittstelle von Kunst, Architektur und urbaner Intervention arbeitet.

Holubs Arbeit bewegt sich zwischen Kunst im öffentlichen Raum, urbaner Praxis und architektonischer beziehungsweise stadträumlicher Intervention. Zentral ist dabei die Frage, wie künstlerische Strategien nicht nur punktuelle Statements setzen, sondern als langfristige, kollaborative Prozesse in Planungs- und Transformationszusammenhänge eingreifen können. Ihr Konzept des „direkten Urbanismus“, vermittelt bewusst zwischen Theorie und Praxis, Institution und Stadtraum sowie zwischen künstlerischer Autonomie und konkreter Nutzbarkeit.

In ihren Projekten, die häufig als mehrjährige „Realexperimente“ angelegt sind, erprobt sie künstlerische Werkzeuge – etwa performative Formate, Installationen, Publikationen oder räumliche Prototypen – um Handlungsspielräume in politisch und sozial umkämpften Stadträumen zu öffnen.

Stiller Aktivismus Mit dem Begriff „Stiller Aktivismus / Silent Activicm“ beschreibt Holub eine Praxis, die weniger auf unmittelbare Aktivismus-Rhetorik setzt als auf das Erzeugen dialogischer Situationen und das langfristige Verschieben von Normen und Routinen im Stadtraum. Eine breite fachöffentliche Auseinandersetzung zeigt sich unter anderem an Besprechungen in wissenschaftlichen Kontexten (z. B. Art & the Public Sphere).

Präsidentschaft der Secession Im Mai 2006 wurde Holub zur Präsidentin der Wiener Secession gewählt. Ihre Amtszeit war von internen Konflikten begleitet, über die auch überregionale Medien berichteten; 2007 wurden vorgezogene Neuwahlen beschlossen, zu denen Holub nicht mehr antrat.

Auszeichnungen (Auswahl)

2018: Österreichischer Kunstpreis (Bildende Kunst) – als Teil von transparadiso (mit Paul Rajakovics). 2022: Forschungspreis Architekt:innen (Doktorarbeit) der Bundeskammer der Ziviltechniker:innen für Direkter Urbanismus. Die Rolle von Kunst und künstlerischen Strategien für gesellschaftlich engagierte Stadtplanung. 2025: Österreichischer Grafikpreis 2004: Schindler-Stipendium / MAK Center for Art and Architecture, Los Angeles

Publikationen (Auswahl)

Monografien / Bücher

Barbara Holub, Christine Hohenbüchler (Hrsg.): Planning Unplanned – Darf Kunst eine Funktion haben? Toward(s) a New Function of Art in Society. VFMK Verlag für moderne Kunst, Wien 2015, ISBN 978-3-86984-063-5. Barbara Holub, Paul Rajakovics u. a.: Direkter Urbanismus / Direct Urbanism. Verlag für moderne Kunst, Nürnberg 2013, ISBN 978-3-86984-408-4. Barbara Holub; Paul Rajakovics (Hrsg.): Normal – direkter Urbanismus x 4. Salon für Kunstbuch, Wien 2020, ISBN 978-3-200-06960-2. Başak Şenova (Hrsg.): Barbara Holub – Stiller Aktivismus / Silent Activism. De Gruyter, Berlin/Boston 2022, ISBN 978-3-11-079081-8. Barbara Holub: Found, set, appropriated. Verlag Moderne Kunst, Nürnberg 2010, ISBN 978-3-86984-164-9.

Wissenschaftliche Arbeiten

2018: Direkter Urbanismus: Die Rolle von Kunst und künstlerischen Strategien für gesellschaftlich engagierte Stadtplanung. Kumulative Dissertation, Technische Universität Wien. 2023 (mit Barbara Büscher): Direkter Urbanismus und stiller Aktivismus am Beispiel von WE PARAPOM! – ein Projekt für Chemnitz 2025.

Beiträge in Sammelbänden (Auswahl)

2018 (mit Paul Rajakovics): Direkter Urbanismus. Eine neue Methode für urbanes Handeln. In: Brigitta Schmidt-Lauber (Hrsg.): Andere Urbanitäten. Zur Pluralität des Städtischen. Böhlau, Wien/Köln/Weimar, S. 135–150.

Weblinks Barbara Holub Webseite

Einzelnachweise

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