mini|Alicia Cawiya (2015) Alicia Cawiya (auch Alicia Cahuiya und Weya) ist eine ecuadorianische Führungsfigur des Volkes der Waorani, indigene Menschenrechtlerin und Mitbegründerin der Asociación de Mujeres Waorani de la Amazonía Ecuatoriana (AMWAE). Sie erlangte 2013 mit einer Ansprache in der ecuadorianischen Nationalversammlung öffentliche Aufmerksamkeit, in welcher sie den weiteren Erdölausbau im Nationalpark Yasuní kritisierte. Seit 2021 leitet sie im indigenen Dachverband CONAIE den Bereich Mujer y Familia, und 2023 wurde sie in die BBC-Liste 100 Women aufgenommen.
Leben Cahuiya stammt aus der Gemeinschaft Ñoneno im Yasuní-Biosphärenreservat im ecuadorianischen Amazonasgebiet. Ihr indigener Name Weya (‚Hüterin des Wasserfalls‘) geht auf ihre Großmutter zurück; Wege zwischen Ñoneno, Shell und Quito prägen ihre Biografie. Sie übernahm bereits in jungen Jahren Verantwortung bei den Waorani und stieg zur Vizepräsidentin der Nacionalidad Waorani del Ecuador (NAWE) auf. Zugleich engagierte sie sich im Aufbau von Frauenstrukturen und gründete 2005 mit anderen die Frauenorganisation AMWAE.
Wirken Am 3. Oktober 2013 sprach Cahuiya in Quito vor der Nationalversammlung und wandte sich gegen die Ausbeutung des Yasuní-ITT-Gebiets. Im Jahr 2015 sagte sie im Fall der im Yasuní lebenden Gruppen Tagaeri und Taromenani vor der Interamerikanischen Menschenrechtskommission aus; wegen Drohungen ordnete die Kommission Schutzmaßnahmen an, die 2020 aufgehoben wurden. Als Mitbegründerin und langjährige Vorsitzende von AMWAE baute sie Einkommensprojekte mit Kakao und Handwerk für Waorani-Frauen auf; dafür erhielt AMWAE den Equator Prize 2014 sowie den Premio Latinoamérica Verde 2015 (Kategorie Biodiversidad y Bosques). 2021 wurde Cahuiya zur Verantwortlichen Mujer y Familia der CONAIE gewählt und vertritt seither auf nationaler Ebene die Belange indigener Frauen. Im Kontext des Referendums vom 20. August 2023, in dem sich eine Mehrheit gegen die weitere Förderung im Block 43 (ITT) aussprach, sprach sie sich öffentlich für ein „Ja“ und dessen Umsetzung aus. Am 20. August 2024 forderte sie bei einer Demonstration in Quito die zügige Stilllegung der Anlagen im Yasuní und die Einbeziehung der Waorani in die Abwicklungskommission. Cahuiya sprach wiederholt über die doppelte Belastung, die auf Waorani-Frauen durch Sorgearbeit und Verteidigung des Territoriums lastet.
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