mini|hochkant=0.75|Logo des Naturparks mini|rechts|350px|Lageplan des Naturparks
Der Regionale Naturpark Vallée de la Rance – Côte d’Émeraude () liegt in der französischen Region Bretagne, in den Départements Côtes-d’Armor und Ille-et-Vilaine. Er umfasst im Norden den zentralen Abschnitt der Côte d’Émeraude (Smaragdküste), die sich etwa zwischen der Stadt Saint-Malo und dem Cap Fréhel im Ärmelkanal erstreckt. Hier münden einige bedeutende Küstenflüsse ins Meer, deren Flusstäler den Naturpark nach Süden erweitern. Es sind dies die Rance, der Arguenon und zwei Flüsse mit dem gleichen Namen Frémur, nämlich der Frémur (Fréhel) und der Frémur (Saint-Briac).
Parkverwaltung Die Gründung des Naturparks erfolgte am 19. Oktober 2024.Décret n° 2024-946 du 19 octobre 2024 portant classement du parc naturel régional de la Vallée de la Rance - Côte d'Emeraude (französisch) https://www.legifrance.gouv.fr/jorf/id/JORFTEXT000050375671 Der Park umfasst aktuell eine Fläche von rund 900 km². 66 Gemeinden mit einem Einzugsgebiet von etwa 140.000 Bewohnern bilden den Park. Die Parkverwaltung mit dem Maison du Parc hat ihren Sitz in Dinan ().
Große Orte im Park Die größten Städte (mit mehr als etwa 10.000 Bewohnern) sind: Saint-Malo Dinan Dinard
Weitere größere Gemeinden (mit mehr als etwa 4.000 Bewohnern) sind: Pleurtuit Mesnil-Roc'h Miniac-Morvan Beaussais-sur-Mer Lanvallay Pleslin-Trigavou
Landschaften Tal der Rance Das Tal der Rance (: Vallée de la Rance) ist die Talschaft des Flusses Rance, der bei Collinée entspringt und nach rund 104 Kilometern zwischen Dinard und Saint-Malo in den Ärmelkanal mündet. Von diesem Tal gehört nur etwa die untere Hälfte zum Regionalen Naturpark Vallée de la Rance – Côte d’Émeraude. Bei Évran erreicht die Rance den Canal d’Ille-et-Rance, der eine schiffbare Verbindung zwischen Rennes und Saint-Malo herstellt und an Dinan vorbeiführt. Die Rance ist in diesem Abschnitt als kanalisierter Fluss Teil des Kanals und somit schiffbar. Unterhalb der Schleuse von Lyvet, in der Gemeinde La Vicomté-sur-Rance, tritt bereits Brackwasser auf und der Ästuar bis zur Mündung in den Ärmelkanal hat eine Länge von weiteren etwa 20 Kilometern. Im Mündungsbereich wurde auch das Gezeitenkraftwerk La Rance errichtet, das die starken Gezeitenströmungen für die Gewinnung von elektrischer Energie nützt. Ein Problem stellt die zunehmende Versandung des unteren Teils der Rance dar, das zwar allen Ästuaren gemein ist. Sie hat sich jedoch seit dem Bau des Rance-Staudamms beim Gezeitenkraftwerk verstärkt, da die Flussmündung nicht mehr dem durch die Gezeiten erzeugten Spüleffekt unterliegt, der ja einen großen Tidenhub aufweisen würde. Weil dadurch auch die Schifffahrt eingeschränkt wird, muss der aufgestaute Schlamm technisch mittel Bagger oder Saugmaschinen entfernt werden.
Im Tal der Rance befinden sich viele sehenswerte Häuser von wohlhabenden Bauern und reicher Kaufleute aus dem späten 17. oder frühen 18. Jahrhundert sowie auch Schlösser adeliger Familien. Fast die gesamte Rance-Mündung ist von mehreren geschützten Naturräumen der Kategorie Zone naturelle d’intérêt écologique, faunistique et floristique (ZNIEFF) bedeckt, die nun in den Regionalen Naturpark integriert wurden.
Weitere größere Talschaften im Park Tal des Arguenon Der Arguenon entspringt im Gemeindegebiet von Le Gouray und mündet nach rund 53 Kilometern zwischen Créhen und Saint-Lormel in die Baie de l’Arguenon und somit in den Ärmelkanal. Er verläuft generell Richtung Nordosten und erreicht erst im Unterlauf bei Plancoët den westlichen Teil des Naturparks.
Tal des Frémur (1) Der Frémur (Fréhel) entspringt im Gemeindegebiet von Quintenic, entwässert generell in nordöstlicher Richtung und mündet nach rund 19 Kilometern an der Gemeindegrenze von Pléboulle und Fréhel in der Bucht Baie de la Fresnaye in den Ärmelkanal. Es erreicht erst nach etwa 12 Kilometer an der Einmündung seines rechten Zuflusses Guinguenoual den äußersten Westen des Naturparks, dem er bis zu seiner Mündung folgt.
Tal des Frémur (2) Der Frémur (Saint-Briac) entspringt im Gemeindegebiet von Corseul, entwässert mit einem Bogen über Nordost generell in nördlicher Richtung, verläuft dabei in voller Länge durch den Naturpark und mündet nach rund 21 Kilometern an der Gemeindegrenze von Lancieux und Saint-Briac-sur-Mer in einem Ästuar in den Ärmelkanal. Im Unterlauf bildet er die Grenze zwischen den Départements Côtes-d’Armor und Ille-et-Vilaine.
Smaragdküste Die Smaragdküste () ist ein Küstenabschnitt im Ärmelkanal, der im Westen an die Bucht von Saint-Brieuc und im Osten an die Bucht von Saint-Michel anschließt. Sie ist grundsätzlich eine Felsküste, die jedoch durch die einströmenden Flüsse mit ihren weit ins Landesinnere reichenden Ästuaren auch mehrere flache Zugänge aufweist. Auch die vorgelagerten Inseln zählen zur Smaragdküste. Durch den hohen Tidenhub im Ärmelkanal reicht je nach Gezeitenstand das Meer bis an die Steilküste heran oder bietet weiträumige Sandstrände an. Die Inseln werden je nach ihrer Höhe regelmäßig mehr oder weniger überschwemmt. Ähnlich verhält es sich in den Ästuaren, wo bei Flut das Salzwasser weit eindringt und zu Brackwasser wird, bei Ebbe treten dann die angespülten Schlicksedimente an die Oberfläche. Der Name Smaragdküste beruht auf der Beobachtung, dass das Meer in diesem Bereich bei passenden Lichtverhältnissen einen mineralisch grünen Farbton widerspiegelt. Aufgrund der Mitgliedschaft der verschiedenen Gemeinden am Naturparkprojekt ist nicht die ganze Smaragdküste Teil des Naturparks, sondern nur der zentrale Bereich zwischen der Pointe de Saint-Cast (Gemeinde Saint-Cast-le-Guildo) im Westen und der Pointe de Rothéneuf (Gemeinde Saint-Malo) im Osten.
Relevante Orte an der Küste: Saint-Cast-le-Guildo Lancieux Saint-Jacut-de-la-Mer Saint-Briac-sur-Mer Saint-Lunaire Dinard Saint-Malo
Das Umland Die Landschaft zwischen den Flusstälern mit ihren Ästuaren und abseits der größeren Orte an der Küste bestehet aus leicht gewellten oder Flachland-Zonen. Sie sind meist nur gering besiedelt, werden weitgehend landwirtschaftlich genutzt, wobei die kleinteiligen Anbauflächen häufig durch Hecken oder Steinmauern voneinander getrennt werden. Größere Waldflächen gibt es nur vereinzelt.
Historische Spuren Jungsteinzeit (Neolithikum) Durch unterschiedliche Kulturgruppen des Neolithikums wurden Anlagen aus großen, zumeist unbearbeiteten Steinblöcken (bis mehrere Tonnen schwer) errichtet. Es gibt unterschiedliche Typen, die sich in ihrer Verbreitung und ihrer Form voneinander unterscheiden. Megalithische Formen konnten aus einem einfachen Menhir bestehen oder aus Großsteingräbern, wie den Dolmen, dem Gang- oder Galeriegrab.
Zielsetzung des Naturparks Die Unterzeichnung des Dekrets zur Gründung des Naturparks Vallée de la Rance – Côte d’Émeraude durch den französischen Premierminister am Samstag, den 19. Oktober 2024 und die Veröffentlichung im Amtsblatt am darauffolgenden Tag würdigen langjährige Bemühungen, die zahlreiche Akteure für ein beispielhaftes Projekt zum Schutz und zur Aufwertung einer speziellen Region mobilisiert haben. Der dritte Regionale Naturpark der Bretagne umfasst 90.000 Hektar und erstreckt sich über 66 Gemeinden in den Départements Côtes-d’Armor und Ille-et-Vilaine. Auf Initiative der lokalen Behörden und in Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren haben sich 140.000 Einwohner zusammengeschlossen, um dieses historische Land- und Meeresgebiet mit seinen außergewöhnlichen Landschaften besser zu schützen. Agrarlandschaften, durchzogen von Hecken und tiefen Flussmündungen, Feuchtgebiete, ein unverwechselbares architektonisches Erbe und lokales Fachwissen – all dies stellt wertvolle und zugleich fragile Ressourcen und Ökosysteme dar, die mit Engagement und Leidenschaft erhalten und gefördert werden müssen. Der Austausch von Praktiken, die Bündelung von Ressourcen, die Förderung neuer Ideen und das Lernen von Erfahrungen anderer, bieten durch die Einrichtung eines Regionalen Naturparks und seine Beteiligung an regionalen und nationalen Netzwerken vielfältige Möglichkeiten. Die Schaffung eines Regionalen Naturparks verpflichtet das Gebiet zu einem langfristigen Ansatz, der auf seiner Charta basiert. Diese Charta skizziert den 15-Jahres-Plan und dessen mögliche Weiterentwicklung bei einer Erneuerung. Sie demonstriert zudem das Engagement des Gebiets und seiner Akteure für eine nachhaltige Entwicklung, die die Umwelt stärker respektiert und den Klimawandel als Priorität einbezieht. Die Parkinitiative, die lokal vom alteingesessenen Verein COEUR Émeraude getragen wird – einem Verein, der sich aktiv an zahlreichen konkreten Aktionen beteiligt hat und in den letzten Jahren durch ein gemeinsames Vorbereitungssyndikat unter dem Vorsitz der Region Bretagne gestärkt wurde –, vereint zudem viele weitere Vereine, Fachleute und bereits 1.000 Einwohner, die als „Botschafter des Parks“ fungieren. Die künftige Leitung des gemeinsamen Syndikats für die Entwicklung und das Management des Parks, bestehend aus lokalen Behörden – das die Umsetzung der Parkcharta koordinieren wird –, zielt darauf ab, alle lokalen Behörden (Gemeinden, interkommunale Einrichtungen, die Départements Côtes-d’Armor und Ille-et-Vilaine sowie die Region Bretagne) und alle lokalen Akteure (Umwelt-, Kultur- und Denkmalschutzvereine, Unternehmer, Landwirte, Muschelzüchter, Fischer, Tourismusfachleute usw.) einzubeziehen. Die Region Bretagne beabsichtigt, umfassend in ihre regionalen Naturparks zu investieren, um die drei bretonischen Parks zu Vorreitern im Bereich des ökologischen, klimatischen und sozialen Wandels zu machen. Weitere regionale Naturparkprojekte befinden sich derzeit in der Entwicklung oder sind bereits in der Planungsphase. Der Verband setzt sich weiterhin dafür ein, gemeinsam mit den Projektleitern die Realisierung dieser Projekte sicherzustellen.
Siehe auch Liste der regionalen Naturparks in Frankreich
Weblinks
Website des Naturparks (französisch)
Einzelnachweise
Vallee dela Rance Cote dEmeraude Kategorie:Geographie (Bretagne) Kategorie:Département Côtes-d’Armor Kategorie:Département Ille-et-Vilaine Kategorie:Schutzgebiet (Umwelt- und Naturschutz) in Europa