Ulrike Gruner (* 1951 in Langenberg (Rheinland)) ist eine deutsche Journalistin und Musikwissenschaftlerin.
Ausbildung Nach dem Abitur 1969 studierte Ulrike Gruner Musikpädagogik an der Musikhochschule Köln (Abt. Wuppertal) und schloss mit der Staatlichen Musiklehrerprüfung ab. Anschließend absolvierte sie bei der Westdeutschen Zeitung in Wuppertal und Düsseldorf ein Volontariat und wurde zur Journalistin ausgebildet. 1977 begann sie ein weiteres Studium der Musikwissenschaft, Kunst- und Literaturgeschichte an der Philipps-Universität Marburg, unter anderem bei Reinhold Brinkmann, Heinrich Klotz und Günter Giesenfeld. 1989 promovierte sie bei Wilhelm Seidel mit dem Thema „Musikleben in der Provinz 1933–1945“.
Beruflicher Werdegang Gruner begann zunächst als Kulturjournalistin in der Zeitungsbranche, leitete die Feuilleton-Redaktion der „Oberhessischen Presse“ in Marburg/Lahn und übernahm 1983 die gleiche Funktion beim „Express“ in Köln. Anschließend wechselte sie zum Hörfunk und war nach einem kurzen Intermezzo als Autorin beim Deutschlandfunk ab 1984 als Redakteurin für den Westdeutschen Rundfunk Köln tätig. Dort baute sie die Musikredaktionen in den Landesstudios Siegen und Dortmund auf und gestaltete ab 1994 im Team die neue landesweite Sendung „Musikszene“, später „Resonanzen“, für WDR 3. Im Rahmen einer Programmreform wechselte Gruner 1998 als Teamleiterin „Musik und Text“ für die neue Welle WDR 3 nach Köln. Gemeinsam mit einem Team entwickelte sie das Kinder-Musikmagazin „Papageno“, das sie sechs Jahre leitete und moderierte. Ziel der sonntäglichen Sendung war es, junge Hörerinnen und Hörer auf unterhaltsame Weise mit klassischer Musik bekannt zu machen. Das interaktive Konzept und Kooperationen mit SchulenPapageno – das Kinder-Musikmagazin auf WDR 3 Abgerufen am 8. Juni 2026. In: AFS-Jahrbuch. 4; Musikunterricht heute. ISBN 978-3-89760-203-8. Der „Arbeitskreis für Schulmusik“ (AFS) ging 2014 gemeinsam mit dem „Verband Deutscher Musikschulen“ im „Bundesverband Musikunterricht e.V.“ (BMU) auf.Der WDR bringt Papageno in die Schule. Zur Nutzung von Radiosendungen als Anregung für den Musikunterricht. Abgerufen am 8. Juni 2026. Stefan Schwarzer: Musikunterricht heute. 4; AFS-Jahrbuch. 2001, ISBN 3-89760-203-2 sowie Institutionen wie der Kölner Philharmonie, dem Gürzenich-Orchester und dem Ensemble MusikfabrikKinder machen Kagel-Radio Windrose on air. Abgerufen am 8. Juni 2026. In: Neue Musikzeitung NMZ 1. September 2002, Ausgabe 9/202 – 51. Jahrgang ermöglichten den Kindern Begegnungen mit moderner Musik, Komponisten und Interpreten. Die „Neue Musikzeitung“ (nmz) hob die besondere Wirkung der Sendung hervor.Kupo / Medien: Kindern einen offenen Blick ermöglichen. Abgerufen am 8. Juni 2026. In: Neue Musikzeitung, nmz 99-05 – Ausgabe 5/99 Im Jahr 2000 wurde „Papageno“ mit dem Medienpreis des Verbandes Deutscher Schulmusiker (VDS) ausgezeichnet.Medienpreis 2000-2018 – Empfehlungsliste Abgerufen am 8. Juni 2026. 2003 initiierte Gruner in Kooperation mit dem Verband deutscher Musikschulen (VdM) die Bildung einer Kinderjury, die den „Poldi“ für gute Kindermusik-Produktionen auslobte und damit dem „Leopold“-Preis des VdM einen „kleinen Bruder“ zur Seite stellte.Preisverleihung – LEOPOLD 2003 – Medienpreis LEOPOLD – Projekte – Verband deutscher Musikschulen e.V. 2003 initiierte die papageno-Redaktion den Kinderpreis „Poldi“, der von der papageno-Kinderjury ausgelobt wurde. Abgerufen am 8. Juni 2026.
Ab 2008 wirkte Gruner als Mitglied des dreiköpfigen Entwicklungs- und Leitungsteams maßgeblich an der Gestaltung des WDR 3-Musikmagazins „Tonart“ mit und war stellvertretende Leiterin der Programmgruppe „Kultur und Musik aktuell“ sowie Autorin für die Sendung „WDR 3 Klassik Klub“.
Ehrenamtliches Engagement Ulrike Gruner engagierte sich als Jurymitglied unter anderem bei der Märkischen Kulturkonferenz (MKK),Märkische Kulturkonferenz Website der Märkischen Kulturkonferenz, abgerufen am 8. Juni 2026. dem Stipendium des Märkischen Kreises, und beim „Leopold – gute Musik für Kinder“, der Auszeichnung für herausragende Kindermusik-Produktionen des Verbandes deutscher Musikschulen (VdM). Sie ist Bundesfachbeirätin für Musik bei der „GEDOKGEDOK – Gemeinschaft der Künstlerinne und Kunstfördernden e.V. Website der GEDOK, abgerufen am 8. Juni 2026. – Gemeinschaft der Künstlerinnen und Kunstfördernden e.V.“ und leitet den Fachbereich Musik der Regionalgruppe GEDOK KÖLN.GEDOK Köln Website der GEDOK Köln, abgerufen am 8. Juni 2026. Für den Arbeitskreis der Freunde der Museen Ludwig und Wallraf-Richartz KölnArbeitskreis der Freunde der Museen Ludwig und Wallraf-Richartz Köln Website des Arbeitskreises der Freunde der Museen Ludwig und Wallraf-Richartz Köln, abgerufen am 8. Juni 2026. führt sie Besuchergruppen. Ferner gehört sie seit 2026 dem Ausschuss für Kunst und Kultur des Rates der Stadt KölnAusschuss für Kunst und Kultur des Rates der Stadt Köln Website der Stadt Köln, abgerufen am 8. Juni 2026. als sachkundige Einwohnerin an.
Auszeichnung Im Jahr 2000 erhielt sie den Medienpreis in der Kategorie „Hörfunkproduktionen“ des Verbandes Deutscher Schulmusiker (VDS) für die Kinder-Musiksendereihe „Papageno“ (Redaktion Ulrike Gruner).
Publikation Ihre Studie „Musikleben in der Provinz 1933–1945 am Beispiel Marburg“ erschien 1990 als Band 30 der „Marburger Stadtschriften zur Geschichte und Kultur“ und wurde vom Magistrat der Stadt Marburg herausgegeben.
Privates Ulrike Gruner ist mit dem Kölner Buchautor Dieter Gruner verheiratet und hat zwei Kinder.
Schriften
Einzelnachweise
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