Israelisch-somaliländische Beziehungen beschreiben das zwischenstaatliche Verhältnis zwischen dem Staat Israel und der Republik Somaliland. Am 26. Dezember 2025 erkannte Israel als erstes Land und erster Mitgliedstaat der Vereinten Nationen die Republik Somaliland offiziell als unabhängigen und souveränen Staat an. Somaliland betrachtet sich als Rechtsnachfolger des Staates Somaliland, dessen fünftägige Unabhängigkeit um 1960 ebenfalls von Israel und 34 weiteren Staaten anerkannt wurde. Das gesamte Gebiet des heutigen Somaliland wird von Somalia beansprucht, jedoch nicht kontrolliert. Somalia erkennt Israel nicht als unabhängigen Staat an.

Geschichte Anfänge

Ende des 19. Jahrhunderts teilten europäische Mächte das Gebiet des heutigen Somalias im Zuge des Imperialismus unter sich auf. Der Norden, das heutige Somaliland, wurde Britisch-Somaliland, und der Süden, das heutige Somalia, wurde Italienisch-Somaliland.

Im Juni 1960 wurde das heutige Somaliland für fünf Tage unabhängig. Israel war einer der 35 Ländern, die dessen Unabhängigkeit anerkannte. Einige Tage später vereinigte es sich freiwillig mit dem ehemals italienisch verwalteten Süden zur Republik Somalia, das Israel nie anerkannte. Diese Vereinigung war schlecht geregelt und der Norden wurde oftmals politisch und wirtschaftlich benachteiligt. Unter der Diktatur von Siad Barre kam es in den 1980er-Jahren zu schwerer Gewalt gegen die Bevölkerung Somalilands, insbesondere zur Zerstörung wichtiger Städte.

1990 war Israel das einzige Land, das den systematischen und staatlich geförderten Völkermord an den Isaaq durch die Demokratische Republik Somalia zwischen 1987 und 1989 vor den Vereinten Nationen verurteilte, seine Besorgnis darüber zum Ausdruck brachte und das Thema in den Fokus der internationalen Öffentlichkeit rückte.

Nach dem Zusammenbruch der Demokratischen Republik Somalia erklärte Somaliland 1991 seine Unabhängigkeit und berief sich auf die kolonialen Grenzen. Jedoch wird es von der Regierung Somalias und international nicht anerkannt, da Somalia und die internationale Gemeinschaft Somaliland trotz dessen eigener Verwaltung, Währung und Streitkräfte weiterhin als Teil des somalischen Staatsgebiets betrachtete.

1995 verfasste der damalige Präsident Somalilands, Mohammed Haji Ibrahim Egal, ein Schreiben an den damaligen israelischen Ministerpräsidenten Jitzchak Rabin mit dem Ziel, diplomatische Beziehungen zwischen beiden Ländern aufzunehmen. Egal betonte dabei die Notwendigkeit einer gemeinsamen Bekämpfung des Islamismus in der Region. Nach Angaben von Abd-ar-Rahman Ahmad Ali Tur, dem ersten Präsidenten Somalilands, verfolgte Egal mit der Anbahnung von Beziehungen zu Israel die Hoffnung, eine Anerkennung durch die Vereinigten Staaten zu erlangen.

Im Februar 2001 wurde berichtet, dass Somaliland infolge des von Saudi-Arabien verhängten Importverbots für Nutztiere aus dem Land aufgrund des Rifttalfiebers Israel als möglichen Ansprechpartner für diplomatische Beziehungen in Betracht zog. Zu dieser Zeit hielten sich zudem mehrere israelische Geschäftsleute in der Hauptstadt Hargeysa auf. Präsident Dahir Riyale Kahin, der Nachfolger des somaliländischen Präsidenten Mohammed Haji Ibrahim Egal, soll jedoch eine Annäherung an Israel vermieden haben, um die fragilen Beziehungen zur arabischen und muslimischen Welt, von der Somaliland im Viehhandel stark abhängig ist, nicht zu gefährden.

Um 2005 erklärte Kahin in einem Interview mit dem Nachrichtensender Al Jazeera, es stehe ihm frei, diplomatische Beziehungen zu Israel aufzunehmen, und niemand könne ihn daran hindern.

Im Februar 2010 verwies Yigal Palmor, ehemaliger Sprecher des israelischen Außenministeriums und damaliger Leiter der Abteilung für internationale Angelegenheiten der Jewish Agency for Israel, auf Egals Warnungen vor dem zunehmenden islamistischen Fundamentalismus sowie auf die strategische Bedeutung der Meerenge Bab al-Mandab für das Rote Meer und den Indischen Ozean. Zudem merkte er an, dass sowohl Somaliland als auch Israel international politisch isoliert seien. Im selben Monat wurde Palmor in der Tageszeitung Ha'aretz mit der Aussage zitiert, die israelische Regierung sei bereit, Somaliland erneut anzuerkennen. Zugleich erklärte er, dass die somalische Regierung keinen Kontakt zur israelischen Regierung aufgenommen habe, um diplomatische Beziehungen herzustellen.

Am August 2020 begrüßte Somaliland den Abschluss des Friedensvertrags zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Africa Intelligence stellte fest, dass die Israelis im Februar 2022 mehrere Teams zur Inspektion der von der Sowjetunion in Somaliland gebauten Start- und Landebahnen entsandt hatten.

Krieg in Israel und Gaza

Gemäß israelischer Nachrichtenoffiziere hatte das Mossad vor Jahren geheime Kontakte zwischen Israel und Somaliland gepflegt, um den Weg für eine gegenseitige diplomatische Anerkennung zu ebnen.

In Hinsicht der geografischen Lage von Somaliland kontrolliert die vom Iran finanzierte, schiitische Huthi-Miliz einen Großteil Jemens. Die Huthi sind mit der Hisbollah-Miliz im Libanon und der militant-islamistischen palästinensischen Organisation Hamas im Gazastreifen verbündet. Nach Beginn des Krieges in Israel und Gaza seit 2023 attackierten die Milizen Israel häufig mit Raketen und Drohnen und auf Schiffe mit angeblicher Verbindung mit Israel.

Am 17. Oktober 2024 wurde berichtet, dass Israel und Somaliland die Möglichkeit zur Errichtung eines israelischen Militärstützpunkts in Somaliland zur Bekämpfung der Huthi in Jemen diskutierten. Diese Verhandlungen wurden angeblich von den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), die angeboten hatten, vermittelt, um den Bau der Militärbasis zu finanzieren.

Im März 2025 wurde berichtet, dass Israel und die Vereinigten Staaten nach Ländern wie Somaliland, Somalia und Sudan gesucht und vorgeschlagen hatten, Flüchtlinge und Bewohner aus dem Gazastreifen inmitten des Krieges freiwillig aufnehmen zu können. Mehrere Analysten verschiedener Gruppen in Somaliland erklärten, dass die Akzeptierung der Überstellung von Palästinensern durch die somaliländische Regierung wahrscheinlich zu schwerer Unzufriedenheit und politischer Gewalt führen würde. Sowohl Somalia als auch Somaliland dementierten jegliche Vorschläge von Israel und den Vereinigten Staaten zur Umsiedlung der Bewohner aus Gaza.

Angesichts der Berichte, wonach die israelische Regierung und die US-amerikanische Regierung Kontakt zu Somaliland aufgenommen haben, äußerte Somalilands Außenminister Abdirahman Dahir Adam durch eine schriftliche Stellungnahme gegenüber dem israelischen öffentlich-rechtlicher Rundfunk Israeli Public Broadcasting Corporation: „Wir sind offen für Gespräche über alle Angelegenheiten, wollen aber nicht über noch nicht besprochene Themen spekulieren. Alle Länder, die an Gesprächen mit uns über bestimmte Fragen interessiert sind, müssen zunächst Arbeitsbeziehungen mit uns aufbauen und diplomatische Vertretungen in Somaliland eröffnen.“ Jethro Norman vom Dänischen Institut für Internationale Studien sagte gegenüber Al Jazeera, dass die Zustimmung der Regierung wahrscheinlich einen bedeutenden rhetorischen Sieg für Al-Shabaab und den IS bedeuten würde, da diese ihre Aufstände bereits als legitime Rebellion gegen „kreuzfahrerisch-zionistische“ Pläne der westlichen Welt darstellen.

Die Anerkennung Somalilands erhielt in den Vereinigten Staaten die Unterstützung prominenter Politiker der Republikanischen Partei aufgrund der möglichen Annäherung an Israel. Die israelische Regierung gab im September 2025 bekannt, dass Verhandlungen mit Somaliland im Gange seien.

Israels Anerkennung von Somaliland mini|Die offizielle Erklärung der Regierung der Republik Somaliland, in der sie die Anerkennung durch Israel und dessen Beitritt zu den Abraham-Abkommen akzeptierte. Am 26. Dezember 2025 erkannte Israel als erster UN-Mitgliedstaat weltweit formal die Republik Somaliland als unabhängigen und souveränen Staat an, nachdem beide Länder eine gemeinsame Erklärung „im Geist der Abraham-Abkommen“ unterzeichnet hatten. Somaliland dankte Israel und brachte seine Anerkennung für dessen Bemühungen im Kampf gegen den Terrorismus und für die Förderung des regionalen Friedens zum Ausdruck. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu lud dem Präsidenten von Somaliland, Abdirahman Mohamed Abdullahi, zu einem Staatsbesuch in Israel ein und erklärte Israels Bereitschaft zur sofortigen erweiterten Zusammenarbeit mit Somaliland in der Landwirtschaft, der Gesundheit, der Technologie und der Wirtschaft an.

Reaktionen Internationale Staaten Israels Anerkennung von Somaliland stieß in Somalia, Dschibuti, Ägypten, Türkei, Palästina, Kuwait, Südsudan und Saudi-Arabien auf Ablehnung.

Der Botschafter der Volksrepublik China in Somalia verurteilte Israels Anerkennung von Somaliland und bekräftigte ihre Unterstützung für die Souveränität und territoriale Integrität Somalias. Die Palästinensische Autonomiebehörde gab ebenfalls eine Erklärung ab, in der sie ihre Sympathien für Somalia ausdrücklich brachte und die Anerkennung Somalilands verurteilte.

Taiwan begrüßte Israels Anerkennung von Somaliland, wobei sein Außenministerium Israel, Somaliland und Taiwan als „gleichgesinnte demokratische Partner“ bezeichnen, die gemeinsamen Werte wie Demokratie, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit teilen.

Vereinte Nationen Am 28. Dezember 2025 berief der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen eine Dringlichkeitssitzung ein, nachdem Israel Somaliland als unabhängigen Staat anerkannt hatte. Die meisten Ratsmitglieder sprachen sich gegen diesen Schritt aus und bekräftigten ihre Unterstützung für Somalias Souveränität, Einheit und territoriale Integrität. Mehrere Delegationen warnten, die Anerkennung könne destabilisierende Auswirkungen auf das Horn von Afrika haben und stehe im Widerspruch zu den bestehenden Positionen der Vereinten Nationen zu Somalia. Die Vereinigten Staaten, die die Anerkennung zwar nicht befürworteten, erklärten, ihre Politik bezüglich des Status Somalilands bleibe unverändert. Der US-amerikanische Botschafter bei den Vereinten Nationen wurde mit den Worten zitiert: „Anfang des Jahres haben mehrere Länder, darunter auch Mitglieder dieses Rates, einseitig beschlossen, einen nicht existierenden palästinensischen Staat anzuerkennen. Und dennoch wurde keine Dringlichkeitssitzung einberufen, um die Empörung dieses Rates zum Ausdruck zu bringen.“

Zwischenstaatliche Organisationen Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Ahmed Aboul Gheit, verurteilte Israels Vorgehen zur Anerkennung Somalilands, indem er sich dieses als einen Verstoß gegen das Völkerrecht und eine Missachtung des Prinzips der territorialen Einheit und staatlichen Souveränität bezeichnete. Der Vorsitzende der Kommission der Afrikanischen Union (AU), Mahamud Ali Jussuf, wies Israels Anerkennung Somalilands zurück, bekräftigte das unerschütterliche Engagement der AU für die Einheit und Souveränität Somalias und warnte, das dieses Vorgehen einen gefährlichen Präzedenzfall mit weitreichenden Folgen für Frieden und Stabilität auf dem gesamten Kontinent schaffen könnte.

Jasem Mohamed Al-Budaiwi, Generalsekretär des Golf-Kooperationsrats (GCC), unterstrich die Abschlusserklärung der 164. Sitzung des Ministerrats des Golf-Kooperationsrats, in der die Mitgliedstaaten ihre volle Unterstützung für die Sicherheit, Stabilität, Souveränität und territoriale Integrität von Somalia bekräftigten.