Paul Heydel (* 7. Februar 1854 in Dresden; † 15. Oktober 1935 in Dresden-Bühlau) war ein deutscher Maler, Bildnismaler und Illustrator. Leben Der Sohn des Kochs und Gastwirts sowie Inhabers des Restaurants SchweizerhäuschenStadtwiki Dresden: Schweizerhäuschen in der Altstadt DresdensAdreßbuch der Haupt- und Residenzstadt Dresden, Ausgabe 1858, S. 370, Sp. 2 Heydel, A. B.: "Schweizerhäuschen" mit der Konzession für Schank- und Speisewirtschaft Alexander Bertram HeydelOnline Recherche im Stadtarchiv Dresden Ab 1853 Alexander B. Heydels angemeldetes Gewerbe und dessen Ehefrau Marie Sophie, geborene Dreßler, besuchte die Kunstakademie in Dresden.Dresslers Kunstjahrbuch. Ein Nachschlagebuch für deutsche bildende und angewandte Kunst 1907. DFG-Viewer Vor allem gehörte Ludwig Richter zu seinen Lehrern. Als 15-jähriger Schüler der Kunstgewerbeschule zu Dresden beteiligte er sich an einer alljährlich stattfindenden Ausstellung unter Schirmherrschaft der Professoren Bary (1813–1875) und Schönherr (1824–1906) sowie des Historienmalers Kriebel (1823–1890) mit einem nach einer Vorlage gezeichneten Kopf.Exponat 455 im „Katalog der von der Königl. Akademie der bildenden Künste in Dresden alljährlich veranstalteten Kunst-Ausstellung“, 1869, S. 60,

Ab dem zwölften Lebensjahr wuchs er ohne Vater auf. In einer Bekanntmachung warf die Dresdener Polizeibehörde Heydels Vater, dem 1827 geborenen ehemaligen Gastwirt und Koch, öffentlich vor, dass dieser sich ohne Mitteilung seines künftigen Aufenthaltsortes der Erfüllung der Ernährungspflichten gegenüber der Familie entzogen habe.Polizeiliche Bekanntmachungen vom Juli 1866 und wiederholt am 25. August 1868, abgedruckt im Dresdner Anzeiger, 27. August 1868, S. 1, Sp. 2, sowie 19. Juli 1866, S. 1 Sp. 2 Dresdner Anzeiger, Bekanntmachung der Polizeidirektion Dresden vom 14. Juli

An der Berliner AkademieAllgemeines Künstler-Lexikon. Leben und Werke der berühmtesten Bildenden Künstler. Sechster Band. Zweiter Nachtrag mit Berichtigungen, Frankfurt am Main 1922, S. 137 [Heydel, Paul] studierte er Buchgestaltung und Typografie.Barbara Pospieszna/Dariusz Brzozowski: Ceramika kadyńska w zbiorach Edwarda Parzycha [Kadyńska Keramik in den Sammlungen von Edward Parzych], Verlag Muzeum Archeologiczno-Historyczne Elbląg, 2012, ISBN 978-83-62559-06-0, S. 77 [PAUL HEYDEL (7.2.1854 Dresden – 1935 Bühlau/Dresden)], Zur Zeit seiner Eheschließung mit der aus seiner Geburtsstadt stammenden Anna Weidig im April 1878 übte er den Beruf eines Portraitmalers in Dresden aus.Mitteilungen aus dem Standesamt Dresden I vom 14. bis 20. April 1878. Abgedruckt in: Dresdner Anzeiger, 24. April 1878, S. 18, Sp. 5,

Er befasste sich als Künstler hauptsächlich mit der Aquarell-Malerei und besuchte so genannte Aquarell-Abende in Dresden und nach dem Umzugin die Hauptstadt Berlin auch dort.Berliner Adressbuch, Ausgabe 1887, I. Teil, S. 419, Sp. 2 Auf dem Dresdner Aquarell-Abend entstanden Studien für eine 1881 vom sächsischen Kunstverein veranstaltete Ausstellung unter seiner Teilnahme sowie weiteren Malern, wie Oskar von Alvensleben, Paul Barthel und Alfred Diethe.Dresdner Journal, 3. April 1881, S. 3, Sp. 3,

Der Dresdener Kunstverein stellte von seinem Mitglied Heydel zwölf Zeichnungen zu Heinrich von Kleists Werken aus.Dresdner Anzeiger (Siebente Beilage), Nr. 319, 15. November 1885 [mit Beschreibung der Bildmotive], .Hermann Alexander Müller/Hans Wolfgang Singer: Allgemeines Künstler-Lexikon. Leben und Werke der berühmtesten bildenden Künstler. Literarische Anstalt, Rütten & Loening, Frankfurt a. M. 1921, Zweiter Band. Gaab-Lezla. Fünfte unveränderte Auflage 1921, S. 174 In einer Rezeption wurde namentlich Heydel und dessen Bildkarten zu Kohlhaas sowie den Dramen von Kleist erwähnt.Ingo Breuer (Hrsg.): Kleist-Handbuch: Leben – Werk – Wirkung. Stuttgart 2013, ISBN 978-3-476-02527-2, S. 468

Im Jahre 1887 entstand sein Aquarell über eine Sitzung von malenden Künstlern auf einem Aquarell-Abend. Eine junge Frau im Ballkleid saß in der Malerrunde Modell.Abbildung in Die illustrirte Zeit, 14. Jahrgang, 25. September 1887, S. 428 (Illustration zum Artikel von P. S.: Aquarell-Abend S. 427), ULB-Digitalisat der Heinrich-Heine-Universität DüsseldorfDie Die illustrirte Zeit war der geänderte Name für die Illustrirte Frauen-Zeitung, betreffend die Nummern sechs bis 35 des Jahres 1887, ab Heft 37 hieß sie wieder Illustrirte Frauen-Zeitung, Im selben Jahr wurde das von ihm geschaffene Gemälde mit dem Titel „Act-Saal“, auch Akt-Saal, in die ständige Ausstellung des Hamburger Kunstvereins aufgenommen.Hamburgischer Correspondent (Abend-Ausgabe), 21. Oktober 1887, S. 1, Sp.1, Zuvor wurde das Aquarell „Akt-Saal“ in der Berliner akademischen Kunst-Ausstellung im Jahr 1887 gezeigt.Friedrich von Boetticher: Malerwerke des neunzehnten Jahrhunderts, Bd. 1, Im Katalog Jubiläums-Ausstellung der Akademie der Künste zu Berlin im Jahre 1887 wurde das Aquarell in Schwarz-Weiß abgedruckt.Paul Heydel, Akt-Saal, Akt-Saal in Berlin

Gelegentlich schuf er Ölgemälde, z. B. Anfang des 20. Jahrhunderts die Sitzende junge Frau in Tracht.Auktionsobjekt in einem Katalog aus dem Jahre 2024, Online-Ressource, abgerufen am 29. November 2025

Als spezialisierter Geschichtsmaler wurde er im Jahre 1890 im Verzeichnis der Allgemeinen Deutschen Kunstgenossenschaft aufgenommen.Bericht über die Tätigkeit des Hauptvorstandes zu Berlin und des Hauptvorstandes zu Wien in den Jahren 1888-1890 und Mitgliederverzeichnis des Jahres 1890. Wien 1890, S. 112, [160. Heydel , Paul , Geschichtsmaler], Illustrationen lieferte Heydel für Buch- und Zeitschriftenverlage. Dekorative Gemälde malte er zudem für preußische Repräsentanten und ihre Bauten.

Er war einer der bedeutenden Künstler der Majolikamalerei.Jörn Barfod: Des Kaisers Keramik. Die Majolikawerkstatt in Cadinen. In: Die Weltkunst. Aktuelle Zeitschrift für Kunst und Antiquitäten, WELTKUNST Verlag GmbH, München, Band 62 (1992), Heft 23, S. (3520–3522) 3521,

Das Haupt Christi, bildete das zentrale Motiv einer von ihm gestalteten Relief-Lunette aus Cadiner Keramik. Der Christus-Kopf bestand aus 45 einzelnen Fliesen der Majolika-Fabrik in Cadinen.Cadinen, auch mit „K“ in Das kluge Alphabet, Fünfter Band, S. 192, Sp. 2, Berlin 1934, , Ort in der früheren Provinz Westpreußen, Regierungsbezirk Danzig, Kreis Elbing, am Frischen Haff, 1910 gezählte 387 Einwohner, Majolika-Fabrik, Rittergut Kaiser Wilhelm II. In: Brockhaus. Handbuch des Wissens in vier Bänden. Leipzig 1930, Erster Band, S. 396, Sp.1; heute Kadyny, Woiwodschaft Warminsko-Mazurskie (Ermland-Masuren, Hauptstadt Olsztyn), Landkreis Elblag, Polen. Straßenname in Berlin seit 11. Juni 1902 laut KAUPERTS. Straßenführer durch Berlin. Das Kunsterzeugnis wurde im ersten Cadiner Verkaufskatalog aus dem Frühjahr 1907 für 450 Goldmark in Berlin angeboten. Der Christuskopf in Majolika bildete ein Ausstellungsstück der Königlichen Majolika-Werkstatt Cadinen im Jahre 1910 in Berlin.Paul Bartel: Cadinen auf der Ausstellung. In: Keramische Rundschau, 18. Jahrgang, Nr. 19, 21. Juli 1910, S. 332, Sp. 2, In der Berliner Ausstellung über Erzeugnisse der KÖNIGLICHEN-MAJOLIKA-WERKSTÄTTE-CADINEN, Leipziger Straße, wurden von Heydel weiter mit seiner Zeichnung eines unbekleidet spielenden Knaben vor einem aufrecht sitzendem Hund gezeigt sowie zum selben Motiv eine bunt bemalte Fliese (Größe 27 × 12 cm). Das ausgestellte Kachelbild Winter, zusammengesetzt aus einzelnen von Heydel bemalten Fliesen, stellte eine Mutter und ihren Jungen in winterlicher, warmer Kleidung vor verschneiter Landschaft dar und es wurde für 450 (Gold-)Mark zum Kauf angeboten.Ausstellungs-Objekt Nr. 47, in: Margot Wolf (Hrsg.) Cadinen, Gengenbach 1988, Abschnitt: Ausstellungskatalog 1910, Wertheim/Berlin mit Abb., S. 20f. Einen farbig bemalten Blumenkasten mit einer Kinderszene, dekoriert von einer Girlande, gestaltete er gemeinsam mit dem Architekten Alfred Messel.Margot Wolf (Hrsg.) Cadinen, Gengenbach 1988, Abschnitt: Ausstellungskatalog 1910, Wertheim/Berlin mit Abb., S. 25ff.

Zu seinen Lieblingsfiguren zählte die Kindergestalt Putto. Bleistiftzeichnungen von Putten schuf er bereits als 23-jähriger Künstler und ließ sie von Wilhelm Hoffmann im Lichtdruck veröffentlichen.Bibliographische Daten zu Paul Heÿdel's Amoretten In Gestalt einer Putte mit Flügeln legte er weiter eine motivähnliche Originalzeichnung 1889 vor, auf der Amor ein Tanzorchester dirigierte.Aus Amors Werkstatt. Auszug in Der Bazar, Nr. 45. 1889. 35. Jahrgang. S. 466 („Im Ballsaal“) Digitalisat der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf Im Februar 1897 wies der Jurist, Journalist und Autor Richard Wrede (1869–1932) in seinem Nachschlagewerk Das geistige Berlin bei der Aufzählung von Heydels Werken auf dessen „Putten-Tanz“ hin.R. Wrede: Das geistige Berlin. Eine Encyklopädie des geistigen Lebens Berlins. Berlin 1897, S. 187,

Bei seinen Künstler-Reisen im In- und ins Ausland erhielt er Impulse für künftige Motive seiner Gemälde. Nach einem Besuch in Schweden entstand das Bild von einer Bewohnerin der historischen Provinz Dalarna unter dem Titel Dalekarlierin. Dieses Aquarell stellte er 1889 der Dresdener akademischen Kunstausstellung zur Verfügung. Ein weiteres Aquarell von einer Italien-Reise, Die Löwin von San Marco, konnte als Exponat auf der Internationalen Kunst-Ausstellung 1892 in München betrachtet werden.Illustrierter Katalog der Internationalen Kunst-Ausstellung der VI. Internationalen Kunstausstellung 1892 im Kgl. Glaspalaste Juni Ende Oktober, München 1892, S. 101 [Exponat 2135], Das Bild Felsen vor Capri (50 × 72 cm) malte er 1903. Nach einer Frankreich-Reise entstand um 1890 das Aquarell Blick auf Sacre coer, vom Boulevard des Italiens aus gesehen.Verzeichnis der Werke lebender Künstler auf der LXII. Ausstellung der Königlichen Akademie der Künste zu Berlin 1890. Hrsg.: Königliche Akademie der Künste und Verein Berliner Künstler. Verlag Rud. Schuster, Berlin 1890 Books Google, hier S. 39 Nach Heydels Aufenthalt in der Schweiz brachte 1896 der Verleger Richard Bong (1853–1935) das Gemälde Bad Lenk im Berner Oberland mit dem Wildstrubelgletscher heraus.Moderne Kunst in Meister-Holzschnitten nach Gemälden und Skulpturen berühmter Meister der Gegenwart, Band 21. im Bong-Verlag Berlin, Maße der gefalteten Beilage 30x45 cm

Seine Bilder signierte er mit seinem Vornamen Paul sowie Familiennamen Heydel und gelegentlich mit einer weiteren Bemerkung zur Urheberschaft in Latein: pinx. Zusätzlich schrieb er links unten im Bild nicht selten seinen aktuellen Wohnort. Besonders bei den Buchillustrationen wendete er als Autor sein Monogramm „P.H.“ an.Paul Pfisterer (Hrsg.): Monogrammlexikon 2. Teil. Internationales Verzeichnis der Monogramme bildender Künstler des 19. und 20. Jahrhunderts. Berlin/New York 1995, ISBN 3-11-014300-3, S. 798, Sp. 2 Auch das Entstehungsjahr fügte er häufig seinen Illustrationen bei, z. B. aus dem Jahre 1883 der Illustration Vom zweiten deutschen Bergmannstag, „Paul Heydel 83“.

Zu seinen Auftraggebern für Illustrationen zählten sowohl Buchverlage als auch Zeitschriften wie die Leipziger Gartenlaube und das in Stuttgart herausgegebene Wochenblatt Über Land und MeerLaut persönlichen Angaben Heydels im Jahre 1900 auf einem Fragebogen: Nat. Museum digital, Transkription sowie die Frauenzeitschrift Der Bazar.

Seine frühen Zeichnungen wurden mit Hilfe des Holzschnittes veröffentlicht wie z. B. die vom Deutschen Feuerwehrtag 1880 in DresdenIllustrirte Zeitung, 75. Band, Nr. 1936, 7. August 1880, S. 111 Books Google und Kettendampfer auf der Elbe bei Dresden und Fütterung des Giraffenkälbchens im Zoologischen Garten zu Dresden. Das italienische Dörfchen in Dresden druckte 1887 das Stuttgarter Wochenblatt als Grafik nach der Originalzeichnung ab.Über Land und Meer, Band 58, Heft 23/1887, S. 23, , Deutsche Fotothek, Dresden