Die Rheinische Post ist eine regionale Tageszeitung mit Hauptsitz in Düsseldorf. Sie gehört zur Rheinische Post Mediengruppe und erscheint am Niederrhein und in Teilen des Bergischen Landes. Damit ist die RP nach der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung die zweitgrößte regionale Tageszeitung in Deutschland. Die Zeitung erscheint im Rheinischen Format. Im Rhein-Kreis Neuss erscheint sie als Neuß-Grevenbroicher Zeitung, in Solingen als Solinger Morgenpost, in anderen Teilen des Bergischen Landes als Bergische Morgenpost.

Die Zentralredaktion der Rheinischen Post befindet sich in Düsseldorf, wo Themen analysiert, bewertet und für die Print- und Onlineausgaben aufbereitet werden. Die Rheinische Post gilt als Autorenzeitung: 80 Prozent der Beiträge verfassen Journalisten des Hauses. Ein Parlamentsbüro in Berlin, die Zentralredaktion in Düsseldorf und Korrespondenten in Washington, D.C., London, Brüssel und Paris liefern ebenfalls Inhalte für die Zeitung. Die Rheinische Post gehört zu den meistzitierten Regionalzeitungen Deutschlands.

Geschichte Die Rheinische Post wurde neun Monate nach Ende des Zweiten Weltkriegs mit Lizenz der britischen Militärregierung gegründet. Ihre Gründer waren der Zeitungsverleger Anton Betz, der spätere NRW-Ministerpräsident Karl Arnold (CDU) und der Jurist Erich Wenderoth, die sich nach dem Zweiten Weltkrieg für einen politischen, wirtschaftlichen und moralischen Neubeginn einsetzten. So tritt die Zeitung ihrem Selbstverständnis nach seit ihrem ersten Erscheinen am 2. März 1946 für Demokratie, Freiheit und Menschenwürde ein. Die erste Ausgabe umfasste vier Seiten und war wegen Papierknappheit auf 235.000 Exemplare begrenzt. Erscheinungsgebiet war fast der gesamte Regierungsbezirk Düsseldorf, mit zunächst 16, später 22 Bezirksausgaben.80 Jahre Rheinische Post – RP-Chronik. In: Rheinische Post, 25. April 1926, S. F38.

Die Zeitung erschien zunächst zwei Mal, nach der Währungsreform 1949 dann sechs Mal pro Woche. An der Schadowstraße in Düsseldorf entstand das erste eigene Verlagshaus, 1956 erfolgte ein Umzug an die Blumenstraße. 1970 brachte die Familie Droste ihr Druckhaus in den Verlag ein. Schon zwei Jahre später wurde in Düsseldorf-Heerdt ein größeres und verkehrstechnisch günstiger gelegenes Druckhaus errichtet.

Seit 1976 kooperiert die Rheinische Post mit dem Verlagshaus W. Girardet, das die Westdeutsche Zeitung (WZ) herausgibt, in den Bereichen Druck und Vertrieb. Später wurde die Zusammenarbeit auf die IT, Verwaltungsdienstleistungen und den Bereich Anzeigenblätter ausgeweitet. 2017 verlagerte die WZ schließlich auch den Druck nach Düsseldorf.mini|RP-Pressehaus in Düsseldorf 1981 zogen auch die Zentralredaktion und die Anzeigenabteilung zum Druckzentrum in Heerdt, in dessen Nachbarschaft bis zur Eröffnung 1992 das neue 14-stöckige Verlagshaus errichtet wurde. Die alten Verlagsgebäude in der Innenstadt wurden größtenteils abgerissen. Die Fassade des alten Pressehauses am Martin-Luther-Platz, die unter Denkmalschutz steht, blieb hingegen erhalten. In den dortigen Schadow-Arkaden befindet sich heute unter anderem die RP-Lokalredaktion für Düsseldorf.

Die Rheinische Post gehörte zu den ersten Verlagen, die in den frühen 2000er-Jahren einen Newsdesk einrichteten, an dem Redakteure aus unterschiedlichen Ressorts die Arbeit an der Zeitung und dem Internetauftritt koordinieren. Seit 2020 gilt die Leitlinie „Digital first“. Die Reporter sollen kanalunabhängig redaktionelle Inhalte produzieren, die dann an einem Digital- und einem Print-Desk weiter verarbeitet werden.

Seit 2014 arbeitet die Rheinische Post auf Ebene der Lokalredaktionen nicht nur mit der Westdeutschen Zeitung, sondern auch mit der Neuen Ruhr Zeitung (NRZ) der Funke Mediengruppe und der B. Boll Mediengruppe im Bergischen Land zusammen.Die lokale Zeitungskooperation: Rheinische Post tauscht sich mit Funke aus, FAZ, 27. Juni 2014. Außerdem liefert sie seit 2019 die überregionalen Inhalte für das Bocholter-Borkener Volksblatt. Zudem beliefert sie mehrere Redaktionen in Deutschland mit ihrem Berliner Büro und darüber hinaus Zeitungen in NRW mit ihren regionalen Inhalten.

Am 17. April 2021 erschien die Jubiläumsausgabe „75 Jahre Rheinische Post“ mit einem Umfang von 160 Seiten. Wegen eines Cyberangriffs gab es die Rheinische Post vom 19. bis 22. Juni 2023 als „Notausgabe“. In dieser Zeit war sie per E-Mail und telefonisch „kaum erreichbar“.

Nach wie vor sind Nachfahren der Gründer aus den Familien Betz, Droste und Wenderoth die Herausgeber der Rheinischen Post.

RP Online mini|Das Logo von RP Online Am 20. Januar 1996 ging die Rheinische Post mit ihrer Internetseite RP Online (Domain rp-online.de) online, die die Print-Ausgabe durch aktuelle Meldungen und multimedialen Content ergänzt. RP Online ist eines der reichweitenstärksten deutschen Nachrichtenportale. Seit Anfang 2020 steht ein Teil der Artikel hinter einer Paywall (RP+), die laut IVW im September 2025 65.289 Abonnenten umfasst.

Auf RP Online liegt der Schwerpunkt auf lokaler Berichterstattung. Die Inhalte gliedern sich in tagesaktuelle Nachrichten auf rund 55 Städte-Seiten sowie nationale und internationale Berichterstattung aus Politik, Wirtschaft, Sport, Digitalem und Kultur. Darüber hinaus gibt es u. a. das Szene- und Lifestyle-Portal Düsseldorf TONIGHT, das Amateurfußball-Portal FuPa Niederrhein sowie ein regionales Stellenportal für berufliche Tätigkeiten in Nordrhein-Westfalen.RP Stellenmarkt. Abgerufen am 2. Januar 2021.

Weitere digitale Formate und Zusatzprodukte Mit ihrer Online-Marke RP Online ist die Rheinische Post in verschiedenen sozialen Netzwerken vertreten, neben Facebook und Instagram seit Februar 2021 auch bei TikTok. Die Zeitung erscheint zudem als ePaper, das die gedruckte Ausgabe in digitaler Form abbildet. Diese Ausgabe ist über eine App oder im Browser zugänglich und enthält die regulären Inhalte der Tageszeitung sowie zusätzliche Lokalausgaben.RP Leserservice.

Ergänzend werden verschiedene digitale Formate wie thematische Newsletter und Podcasts angeboten, die einzelne Ressorts oder Themen vertiefen. Diese Angebote sind Teil des Online-Portfolios und richten sich an unterschiedliche Zielgruppen.RP Media

Die Rheinische Post gibt neben der Tageszeitung auch verschiedene periodische Magazine heraus, die sich an spezielle Interessengruppen richten. Diese Magazine decken thematisch unterschiedliche Bereiche ab – darunter Lifestyle, Gastronomie, Reisen, Kultur, Sport oder regional ausgerichtete Stadtmagazine. Sie sind sowohl im Buch- und Zeitschriftenhandel als auch über den eigenen Verlagsshop erhältlich und erscheinen teilweise als Sonderveröffentlichung in der Zeitung. Neben der gedruckten Ausgabe existiert oftmals auch ein digitaler Auftritt, etwa über das Nachrichtenportal oder innerhalb der ePaper-Version.RP Media

Reichweite

Print-Auflage Die Rheinische Post hat wie die meisten anderen Regionalzeitungen in Deutschland in den vergangenen Jahren erheblich an Auflage eingebüßt. Sie beträgt gegenwärtig 189.527 Exemplare.IVW Der Anteil der Abonnements an der verkauften Auflage liegt bei Prozent. + Jahr Verkaufte Auflage 2015 300.721 2016 289.801 2017 278.738 2018 265.181 2019 275.425 2020 260.826 2021 249.879 2022 232.648 2023 232.648 2024 198.049 2025 189.527

Online-Reichweite Die Internetseite RP Online gehört zu den größten Digital-Angeboten in Deutschland. In den Jahren 2019 bis 2021 wurde die Website jährlich mehr als eine Milliarde mal aufgerufen. Die Aufrufzahlen in der Übersicht (ohne Aufrufe über die App):Ausweisung für die URL ''rp-online.de'' bei IVW Digital + Jahr Page Impressions 2015 822.257.149 2016 986.736.356 2017 979.003.280 2018 918.939.135 2019 1.068.732.838 2020 1.276.728.032 2021 1.109.308.401 2022 1.072.318.553 2023 891.880.226 2024 763.669.303

Verbreitungsgebiet Lokalausgabe Verbreitungsgebiet Redaktionsleitung Düsseldorf Düsseldorf, Meerbusch, Ludwig Krause Neuß-Grevenbroicher Zeitung Dormagen, Grevenbroich, Jüchen, Kaarst, Korschenbroich, Neuss, Rommerskirchen Rainer Leurs Mönchengladbach Erkelenz, Hückelhoven, Mönchengladbach, Wassenberg, Wegberg Denisa Richters Krefeld Grefrath, Kempen, Krefeld, Tönisvorst, Willich, Brüggen, Nettetal, Niederkrüchten, Schwalmtal, Viersen Laura Ihme Kleve Bedburg-Hau, Emmerich, Goch, Isselburg, Kalkar, Kleve, Kranenburg, Rees, Uedem, Geldern, Issum, Kerken, Kevelaer, Straelen, Wachtendonk, Weeze Andreas Gruhn Wesel Dinslaken, Duisburg, Hamminkeln, Hünxe, Schermbeck, Voerde, Wesel, Alpen, Kamp-Lintfort, Moers, Neukirchen-Vluyn, Rheinberg, Rheurdt, Sonsbeck, Xanten Tim Harpers Hilden Ratingen, Langenfeld, Leichlingen, LeverkusenErkrath, Monheim, Wülfrath, Heiligenhaus, Mettmann, Haan, HildenAnnette Ludwig Bergisches Land Hückeswagen, Radevormwald, Wermelskirchen, Remscheid, Solingen Guido Radtke

Chefredakteure bis 1958: Christoph von ImhoffWalter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 566. 1969–1997: Joachim Sobotta 1997–2005: Ulrich Reitz 2005–2013: Sven Gösmann 2014–2019: Michael Bröcker seit 2020: Moritz Döbler

Auszeichnungen Journalistische Auszeichnungen Axel-Springer-Preis für junge Journalisten der Axel-Springer-Akademie: 2021, Lokaljournalismus: Henning Rasche für „31 Tage“ BdSt-Journalistenpreis: 1994: Norbert Stirken (Lokalredaktion Meerbusch) für Berichterstattung über eine unrechtmäßige Abwassersatzung 1994: Ludolf Schulte (Lokalredaktion Düsseldorf) für Berichterstattung über die kommunale Finanzwirtschaft 2002: Lokalredaktion Moers für Berichterstattung über Korruption in Moers Deutscher Lokaljournalistenpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung: 1980, 2. Preis 2016, Sonderpreis für Volontärsprojekte für eine investigative Reportage im Altenheim 2020, Sonderpreis für Volontärsprojekte: Maren Könemann und Marie Ludwig für Die RheinStories

Deutscher Sozialpreis der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege: 1979, 1. Preis Print (geteilt): Andreas Krzok für „In der Einsamkeit ein Fünkchen Glück: 'Es ist jemand für mich da.'“, erschienen am 23. Dezember 1978 DGK-Preis für Wissenschaftsjournalismus: 2009: Wolfram Goertz Ernst-Schneider-Preis der Industrie- und Handelskammern: 2002, Print-Förderpreis: Antje Höning 2005, Print: für die regionale Wirtschaftsberichterstattung Heinrich-Heine-Journalismuspreis des Vereins Düsseldorfer Journalisten: 2014, 3. Preis: Arne Lieb für „Anleitung für Oberbürgermeister“ 2018, 2. Preis ex aequo: Sebastian Dalkowski für „Zwölf Meter über dem Meer“ Journalistinnen und Journalisten des Jahres des Medium Magazins: 2017, Chefredaktion regional: Michael Bröcker 2017, Reporter regional: Julia Rathcke Konrad-Duden-Journalistenpreis der Stadt Wesel, des Presseclubs Niederrhein und des Dudenverlags: 2012, 2. Preis: Christian Herrendorf für „Ein Tag in Deutschlands kleinster Stadt“, erschienen am 3. Juli 2010 Robert-Mayer-Preis der VDI-Gesellschaft Energie und Umwelt: 1979: Hans Overbeck Theodor-Wolff-Preis des BDZV: 1974: Hans-Joachim Neisser 1975: Jürgen Diebäcker 1981: Norbert Lewandowski 1990: Joachim Sobotta 2004: Stefani Geilhausen Veltins-Lokaljournalistenpreis: 2017, 3. Preis Print: Georg Amend für „Wie am Handball-Stammtisch“

Design- und Fotoauszeichnungen NRW-Pressefoto des Jahres des Landtags Nordrhein-Westfalen: 2019, 3. Preis: Christoph Reichwein für das Foto „Skeptischer Blick hinter der Eistheke“, erschienen am 5. Dezember 2018

Engagement-, Bildungs- & Medienpädagogikpreise BlaueBoje der Volks- und Raiffeisenbanken: 2007, Sonderpreis: Ulli Tückmantel und Barbara Grofe Bürgerschaftliches Engagement der Robert Bosch Stiftung: 2004, 2. Preis: Andreas Speen für ein Schulprojekt in Burkina Faso jugenddrehscheibe-Preis der Bundeszentrale für politische Bildung: 2007 für das medienpädagogische Projekt „Wir werden Waldmeister“

Kritik