Ortsentwicklungskonzepte (OEK)Steffen Kröhnert, Rainer Ningel, Peter Thomé (Hrsg.): Ortsentwicklung in ländlichen Räumen. Bern 2020, ISBN 978-3 8385-5424-2. werden, ähnlich wie Regionale Entwicklungskonzepte (REK) für Regionen,Tobias Chilla, Olaf Kühne, Markus Neufeld: Regionalentwicklung. Stuttgart 2016, ISBN 978-3-8252-4566-5. zur Verbesserung der Lebensverhältnisse bezogen auf Gemeinden erstellt, bei größeren Gemeinden auch nur auf Ortsteile bezogen. Die Schwerpunkte der Konzepte richten sich nach den Stärken und Schwächen, aber auch den Chancen und Risiken des Ortes und seiner Umgebung, den Vorgaben für eine Förderung und nach den Vorstellungen von Bürgern und Entscheidern in der Gemeinde. Bezogen auf Ziele und Inhalte gibt es Überschneidungen mit Dorfentwicklungsplänen und Lokalen Nachhaltigkeitsstrategien.

Handlungsbedarf besteht insbesondere in ländlichen Regionen. Das Vorliegen eines Regionalen Entwicklungskonzeptes ist vorteilhaft. Teilweise beschränken sich die Gemeinden auf die Erstellung von Ortskernentwicklungskonzepten, dies insbesondere deshalb, weil in den Ortskernen oft besonderer Sanierungsbedarf besteht. Zu den Kernthemen gehören Verbesserung der Grundversorgung, Gebäudeleerstände vermeiden, Flächeninanspruchnahme reduzieren sowie Baukultur erhalten und entwickeln,Dieter Wieland - Deutsches Nationalkomitee für Denkmalschutz: Bauen und Bewahren auf dem Lande. Bonn 1979, ISBN 3-922153-00-3. Natur- und Umweltschutz intensivieren, allgemein die Verbesserung des Gemeinwohls, aber auch des Gemeinsinns. Am Anfang eines Konzeptes steht ein Leitbild.

Angemessene Qualität vorausgesetzt, erfordert die Umsetzung von Maßnahmen, die sich aus den Ortsentwicklungskonzepten ergeben, ebenso wie ihre Erstellung Kompetenz und Engagement. Prioritätensetzungen und die Festlegung von Zeitabläufen sind notwendig, damit verbunden ist ein Monitoring, auch über den Abschluss der Maßnahmen hinaus.

Theorie In der Theorie wie auch in der Praxis sind die Handlungsfelder Stadtplanung, StadtentwicklungOlaf Kühne: Stadtentwicklung. Paderborn 2025, ISBN 978-3-8252-6391-1. und Regionalentwicklung mehr oder weniger miteinander verbunden. Das Handlungsfeld Siedlungs-/Ortsentwicklung ist prinzipiell integriert.

Methoden (Auswahl) Im Rahmen der Erstellung eines Ortsentwicklungskonzeptes anzuwendende Methoden:

Analysen bestehender Rahmenbedingungen, Auswertung von vorliegenden Konzepten und Berichten Befragungen Zählungen Auswertung von Chroniken Hochrechnungen und Prognosen Auswertung von Karten und Fotografien Durchführung von Foren Begehungen

Akteure (Auswahl) Im Rahmen der Vorbereitung, Begleitung und der Umsetzung ist eine größere Zahl von Akteuren beteiligt. Die Zusammenstellung von Anforderungen erfolgt durch Mitglieder der Gemeindevertretungen, Bürgermeister und Fachkräfte der Verwaltungen. Sinnvoll ist es, bereits in diesem Stadium Bürgeranhörungen durchzuführen. Zudem ist ein Konsultationsverfahren mit den Nachbargemeinden anzustreben. Es können Arbeitsgruppen gebildet werden. Politik, Verwaltung und Arbeitsgruppen, in denen auch Bürger angemessen vertreten sein sollten, begleiten den Erstellungs- und den Umsetzungsprozess. An der Umsetzung sind gegebenenfalls zusätzlich Beiräte, Sachverständige, Berater, kommunale und private Einrichtungen zu beteiligen.

Instrumente zur Umsetzung (Auswahl)

Erhaltungssatzung und Ortsgestaltungssatzung Nachhaltigkeitsberichterstattung Naturhaushaltsplan Umweltaudit Landschaftsplan Flächennutzungsplan Städtebaulicher Rahmenplan Bebauungspläne Grünordnungspläne Verkehrskonzept Einzelhandelskonzept Tourismuskonzept

Maßnahmen (Beispiele) Als Begegnungstätten sollten neben Gasthäusern/Kneipen oder Kaffeehäusern öffentliche Einrichtungen wie Gemeinschaftshäuser, Bücherhallen, vielleicht auch ein Haus der Vereine zur Verfügung stehen, in denen jeweils auch Veranstaltungen stattfinden und/oder gastronomische Angebote vorgehalten werden (Dritte Orte). Kombinationen verschiedener Nutzungsformen, beispielsweise auch mit Museen, sind anzustreben; Umnutzungen sollten gegenüber Neubauten den Vorzug erhalten.Christina Lopinski: Esstisch statt Schreibtisch. Süddeutsche Zeitung vom 2. Dezember 2025. Bei Neubauten ist eine Konzentration auf Innenbereiche anzustreben.

Schaffen, initiieren oder unterstützen von Mehrgenerationenhäusern, alternativen WohnformenProkultur Projektservice: Machbarkeitsstudie neue Wohnformen in Eiderstedt. Amt Eiderstedt, Garding 2024. – von Gebäuden mit barrierefreier Wohnraum. Weitere Möglichkeiten bzw. Notwendigkeiten auf öffentlichen und privaten Flächen zur Verbesserung des Wohnumfeldes und des öffentlichen Raumes: Rückbau und Entsiegelung, Naturschutzmaßnahmen wie Anpflanzungen, Renaturierung von Gewässern, Dachbegrünung, Einrichtung von Naturlehrpfaden, Maßnahmen zur Verbesserung des Landschafts- und Ortsbildes.

Im sozialen Bereich einzurichten oder zu verbessern: Notfallversorgung, Tagespflege, Kinderbetreuung, Bildungs- und Freizeitangebote für Erwachsene und Jugendliche, weitere soziale Angebote wie Verbraucherberatung. Zusätzliche Potenziale bieten die Kooperation mit Nachbargemeinden, auch Partnerschaften mit Gemeinden aus den Nachbarländern bzw. dem Ausland.

Um wirksame Nachhaltgkeitseffekte zu erzielen, sind besondere Maßnahmen im Bereich der Ressourceneinsparung notwendig, im Bereich Ver- und Entsorgung (Nahrungsmittel, Wasser, Energie, Abwasser, Abfall) sowie insbesondere auch im Bereich Verkehr (Verkehrsberuhigung, öffentliche Mobilität, Lärmschutz). In diesem Kontext sind Kooperationen in den Regionen anzustreben. Neben der Beratung und Aufklärung geht es um die Propagierung und Förderung des Konsums von nach ökologischen Kriterien erzeugten Produkten und um die Unterstützung entsprechend wirtschaftender Betriebe. Die Zielsetzung muss der Aufbau einer soweit wie möglich regionalen Kreislaufwirtschaft sein.

Siehe auch Nachhaltigkeit Gemeindeplanung Wohnprojekt

Weblinks Ländliche Räume, Ortskernentwicklung Nachhaltige Siedlungsentwicklung, NABU-Grundsatzprogramm zum Planen und Bauen in Deutschland Stadt- und Regionalentwicklung (Ein-Fach-Masterstudiengang)

Einzelnachweise

Kategorie:Regionalentwicklung