Die Klasse 4700 war eine Baureihe von neun Dampflokomotiven der Achsfolge 1’D (Consolidation), die von George Jackson Churchward für die Great Western Railway (GWR) entworfen wurde. Zwischen 1919 und 1923 bauten die Swindon Works neun Exemplare.
Die Lokomotiven waren für schwere Schnellgüterzüge vorgesehen, wurden jedoch gelegentlich auch im Personenverkehr eingesetzt, insbesondere bei schweren Extrazügen für den Urlaubsverkehr im Sommer. Aufgrund ihres überwiegenden Einsatzes im nächtlichen Güterverkehr erhielten sie den Spitznamen Night Owls ‚Nachteule‘.
Geschichte Nach dem Ersten Weltkrieg erkannte die GWR den Bedarf an einer leistungsstärkeren Güterzuglokomotive, die auf dem erfolgreichen Konzept der GWR-Klasse 4300 aufbauen sollte. Churchward entschied sich jedoch für eine Konfiguration mit vier Kuppelachsen und einer Vorlaufachse, um mit einer zusätzlichen Kuppelachse höhere Zugkräfte erreichen zu können. Die Klasse 4700 war sein letzter Entwurf.
1919 wurde die Vorserienlokomotive mit der Nr. 4700 gebaut. Sie war mit dem GWR-Standardkessel Nr. 1 ausgestattet. Nach zwei Jahre Probebetrieb wurde entschieden, den leistungsfähigeren Standardkessel Nr. 7 zu verwenden, den auch die restlichen acht Lokomotiven erhielten, die in den Jahren 1922 und 1923 abgeliefert wurden.
Die Lokomotiven bewährten sich im schweren Güterverkehr, waren aber aufgrund ihrer Größe und ihres hohen Achsdrucks nur auf bestimmten Strecken einsetzbar. Unter British Railways wurden sie ab Ende der 1950er Jahre im Sommer häufig an Samstagen vor schweren Urlaubszügen eingesetzt. Dieser Aufgabe trug die BR Rechnung, indem die Lokomotiven ab ca. 1957 die grüne Lackierung der Schnellzuglokomotiven trugen und nicht mehr die schwarze Lackierung der Güterzuglokomotiven.
Zwischen 1962 und 1964 wurden alle Lokomotiven ausgemustert. Die höchste Kilometerleistung erbrachte die Lokomotive Nr. 4705 mit .
Nachbau Von den ursprünglichen neun Lokomotiven ist keine erhalten geblieben, alle wurden kurz nach ihrer Abstellung verschrottet. Seit 2012 entsteht jedoch ein Nachbau der Baureihe. Die Great Western Society nutzt dafür neben neu gefertigten Komponenten auch Teile nicht mehr restaurierbarer Lokomotiven vom Schrottplatz der Woodham Brothers in Barry, darunter etwa Treibräder und Kessel.
Seit 2012 gab es mehrere Änderungen in der Planung zur Nutzung gebrauchter Bauteile, sodass statt der ursprünglich vorgesehenen gebrauchten Zylinderblöcke neue gegossen wurden. Stand 2025 ist geplant, die Maschine im Jahr 2026 neu einzuachsen.
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Einzelnachweise
Kategorie:Dampflokomotive Achsfolge 1D 4700 Kategorie:Schienenfahrzeug (Swindon Railway Works)