Die Klasse 9Q war eine Baureihe von Vierzylinder-Heißdampf-Ten-Wheeler‑Dampflokomotiven der britischen Great Central Railway (GCR), die zwischen 1921 und 1924 für den gemischten Dienst entwickelt wurde. Der Entwurf stammte von John G. Robinson. Er stellte eine verkleinerte, für schnellere Güterzüge optimierte Variante der Schnellzuglokomotive der GCR-Klasse 9P dar.
Die insgesamt 38 Maschinen wurden von der London and North Eastern Railway (LNER) als Baureihe B7 übernommen. Die Lokomotiven trugen aufgrund des hohen Kohlenverbrauchs den Spitznamen Black Pigs ‚schwarze Schweine‘. Alle Lokomotiven gelangten 1948 zu British Railways, wurden jedoch bis 1950 vollständig ausgemustert.
Geschichte Die Klasse 9Q waren für den Einsatz auf den steigungsreichen Strecken der GCR vor Schnellgüterzüge und mittelschwere Personenzüge konzipiert. Zwischen 1921 und 1924 wurden 38 Lokomotiven in zwei Unterklassen gebaut. Die ersten 28 Maschinen wurden an die GCR geliefert. Sie wurden bei der Zusammenlegung der britischen Bahnen 1923 von der LNER übernommen und in die Unterklasse B7/1 eingeordnet. Die letzten zehn Maschinen wurden durch die LNER bestellt und hatten das in der Höhe reduzierte Fahrzeugumgrenzungsprofil der Great Northern Railway (GNR), sodass sie auch auf diesen Strecken verkehren konnten. Sie wurden in die Unterklasse B7/2 eingeordnet.
Im Betrieb erwiesen sich die Lokomotiven als zugkräftig, verbrauchten aber viel Kohle, was ihnen den Spitznamen Black Pigs einbrachte. Sie wurden vor allem im Raum Sheffield, Manchester und auf den Hauptstrecken der ehemaligen GCR eingesetzt. Nach der Verstaatlichung 1948 gelangten alle 38 Maschinen zu British Railways, wo sie jedoch nur noch kurze Zeit im Einsatz blieben. Bereits 1950 war die gesamte Baureihe ausgemustert. Ihre Aufgaben wurden von der LNER-Klasse B1 übernommen.
Technik Die GCR Class 9Q war eine dreifach gekuppelte Lokomotive mit vorderem Laufdrehgestell für den gemischten Dienst. Die Konstruktion basierte auf der Schnellzuglokomotive der GCR-Klasse 9P. Sie übernahm deren Rahmenlänge, deren Kessel mit Belpaire-Feuerbüchse und Zylinder, erhielt jedoch kleinere Treibräder mit einem Durchmesser von 1727 mm (5 ft 8 in) und einen verkürzten Radstand. Durch die geänderte Achsanordnung konnten ein tieferer Aschkasten eingebaut werden. Alle Lokomotiven waren mit dreiachsigen Schlepptendern gekuppelt.
Der Antrieb erfolgte über zwei außenliegende Zylinder und zwei innenliegende Zylinder, deren Kolbenschieber über zwei Y-förmige Hebel von zwei innenliegenden Stephenson-Steuerung bedient wurden.
Der Rahmen war wie bei der GCR üblich als Plattenrahmen ausgeführt. In den 1940er Jahren litten einigeLokomotiven unter Verformungen des Rahmens im Zylinderbereich. Um dieses Problem zu beheben, wurde die Lokomotive Nr. 1371 mit einem neuen vorderen Rahmenteil ausgestattet, das an einer gebogenen Verlängerung vor der Rauchkammer zu erkennen war. Diese Maßnahme scheint erfolgreich gewesen zu sein, da später vierzehn weitere B7-Lokomotiven mit dem gleichen vorderen Rahmenteil ausgestattet wurden.
Lieferungen JahrHerstellerAnzahlGCR-Nr.LNER-UnterklasseLNER-Nr.LNER-Nr.nach 1942 BR-Nr. 1921Gorton372, 73, 78B7/15072, 5073, 50781360–1362—1921Vulcan Foundry1036–38, 458–464B7/15036–5038, 5458–54641363–137261702–617031921–22Gorton10465–474B7/15465–54741373–138261704–617071922Beyer, Peacock531–35B7/15031–50351383–138761708–617091923–24Gorton10475–482 1)B7/25475–54841388–139761710–61713
1) Die restlichen Lokomotiven gingen direkt an die LNER
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Dampflokomotive Achsfolge 2C 9Q Kategorie:Schienenfahrzeug (Gorton Works) Kategorie:Schienenfahrzeug (North British Locomotive Company) Kategorie:Schienenfahrzeug (Vulcan Foundry)