mini|Kishi Joō, Holzschnitt von Kanō Naonobu Kishi Joō (, auch: Yoshiko Joō (), Prinzessin Kishi bzw. Prinzessin Yoshiko, Saigū (no) Nyōgu; geboren 929; gestorben 985) war eine kaiserliche Prinzessin und japanische Waka-Dichterin der mittleren Heian-Zeit. Sie zählt sowohl zu den Sechsunddreißig weiblichen Unsterblichen der Dichtkunst wie auch zu den Die Sechsunddreißig Unsterblichen der Dichtkunst.

Leben Kishis Geburtsort und Sterbeort sind nicht bekannt. Ihre Mutter war Fujiwara no Kanshi (906–945), die zweite Tochter von Großkanzler Fujiwara no Tadahira. Ihr Vater war Zeremonienmeister und Prinz Shigeaki Rashinnō (906–954), vierter Sohn von Tennō Daigo. Als Enkelin von Tennō Daigo war sie eine kaiserliche Prinzessin.

Als Mitte des Jahres 936 unerwartet Prinzessin Saiko (, Saiko naishinnō, auch Saishi), die ältere Tochter von Kaiser Daigo verstarb, wurde die erst achtjährige Kishi durch Divination mit Schildkrötenknochen zur Prinzessin und Nachfolgerin für den Ise-Schrein bestimmt. Daraufhin hielt sie sich zum Zwecke der Reinigung 937 im sogenannten Nonomiya () auf, einem abgesonderten Palastbereich für kaiserliche Prinzessinnen. Ein Jahr später 938 zog sie dann im Alter von 10 Jahren in den Ise-Schrein. Die offizielle Amtspflicht, Kishi zum Schrein zu geleiten, übernahm ihr Onkel Fujiwara no Morosuke. Als ihre Mutter 945 starb, gab Kishi ihre Stellung auf und ging nach Kyōto, wo sie von 948 an bei ihrem Onkel Kaiser Murakami wohnte, im darauffolgenden Jahr 949 ihre gleichnamige Tochter Kishi (, gleiche Lesung, andere Schreibung, auch Noriko) zur Welt brachte und den Rang einer Hofdame (Saigū no Nyōgu) erhielt. Ihr zweites Kind, ein Sohn, starb noch im Kindesalter.

Ihr Vater Prinz Shigeaki starb 954. Als Kaiser Murakami 967 starb, zog Kishi mit ihrer Tochter aus dem inneren in den äußeren Palastbereich. 975 wurde Murakamis Sohn En’yū Kaiser. 977 wurde Kishis Tochter Noriko wie schon ihre Mutter durch Divination zur Prinzessin bestimmt und von Kishi zum Ise-Schrein gebracht. Dieser Vorgang, dass die Tochter als Priesterin des Ise-Schreins ihrer Mutter direkt nachfolgt, ist eine Ausnahme, auf die später im Genji-Monogatari thematisch Bezug genommen wird. Von diesem Zeitpunkt an war Kishi selbst keine kaiserliche Prinzessin mehr, blieb jedoch eine hochrangige Hofdame und Priesterin am Ise-Schrein bis zur Abdankung von Kaiser En’yū 984. Mit der Abdankung des Kaisers gab sie auch ihr Priesteramt auf. Sie starb ein Jahr später 985.

Werk Kishi Joō galt als exzellente Shamisen und Kokyū-Spielerin. Sie veranstaltete 956 das Saigū no Nyōgu Kishi Joō utaawase (), einen Dichterwettstreit, in dem die Teilnehmer themenbezogene Gedichte verfassen, über die ein Preisrichter entscheidet. Eine andere Veranstaltung, von der man heute noch weiß, war 959 das Saigū no Nyōgu Kishi Joō senzaiawase (). Senzaiawase ist eine Variante des Dichterwettstreits, in dem Teilnehmer gruppenweise Sträuße aus Gartenblumen machen und dabei zur Erbauung und zum Amüsement Gedichte vortragen.

Viele ihrer Gedichte und Melodien sind überliefert. Die dritte kaiserliche Gedichtanthologie von 1005–1006, das Shūi-wakashū enthält 45 ihrer Gedichte. Die meisten ihrer Gedichte sind jedoch in der Saigū-Nyōgu-shū () überliefert.

Trivia Kishi Joō ist Gegenstand des Films Onmyōji Zero () von 2024.

Siehe auch Saiō

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Einzelnachweise

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