mini|Königlich-Preußisches Kadettenhaus in Schloss Bensberg, 1915 mini|Gedenktafel zur Erinnerung an das Königlich-Preußische Kadettenhaus, Bensberg 2010 mini|Schloss Bensberg, Grundrisse vor und nach dem Umbau. mini|Wintersport am Kadettenhaus Bensberg, etwa 1911

Das Kadettenhaus Bensberg (offizielle Bezeichnung: Königlich Preussisches Cadetten-Haus zu Bensberg, auch Königlich Preussisches Kadettenhaus Bensberg) war eine Kadettenanstalt der Preußischen Armee, die von ihrer Gründung im Jahr 1840 bis zur Auflösung im November 1918 in Schloss Bensberg im heutigen Bergisch Gladbach-Bensberg angesiedelt war.Schloss Bensberg, In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital., abgerufen am 23. Dezember 2025. Kadettenanstalten waren weiterführende Schulen, die in der Regel der Vorbereitung auf eine militärische Karriere dienten.

Hintergrund Nach dem Übergang der Herrschaft über das ehemalige Großherzogtum Berg an das Königreich Preußen im Jahr 1813 wurde das leerstehende Schloss Bensberg ab 1819 als Militärlazarett für Augenkrankheiten genutzt. In den 1820er Jahren besuchte der Kronprinz von Preußen und spätere König Friedrich Wilhelm IV. das Schloss und äußerte den Wunsch, es wieder als Residenz zu nutzen.Kurt Kluxen: Geschichte von Bensberg. Paderborn 1976, ISBN 3-506-74590-5. S. 312 ff Dem wurde jedoch nicht stattgegeben. Stattdessen wurde das Gebäude nach einer drei Jahre dauernden Begutachtungs- und Planungsphase im Juni 1837 auf Befehl von König Friedrich Wilhelm III. als Standort des nach Potsdam und Wahlstatt dritten Kadettenhauses ausgewählt. Zwischen 1801 und 1892 wurden in Preußen insgesamt sieben Kadettenhäuser eingerichteten. Sie umfassten im Jahr 1902 die Klassen von Sexta bis Untertertia (5. bis 8. Klasse). Die erfolgreichen Absolventen wechselten anschließend für die weiteren Klassenstufen an die Preußische Hauptkadettenanstalt, die ab 1878 in Groß-Lichterfelde angesiedelt war.

Umbau von Schloss Bensberg Bereits 1834 waren Pläne zum Umbau des ehemaligen Jagdschlosses vorgelegt worden. Die Bauarbeiten begannen allerdings erst im Frühjahr 1838 nach Erteilung der königlichen Genehmigung. Im Oktober desselben Jahres wurde die Schlosskapelle gesprengt. Bei der Sprengung kamen drei Arbeiter ums Leben und ein vierter wurde schwer verletzt. Die Umbauten waren insgesamt so radikal, dass der König nach ihrem Abschluss in einem offiziellen Schreiben dem Kriegsministerium gegenüber sein Missfallen über das Ergebnis zum Ausdruck brachte. Konkret wurden unter anderem die unnötige Sprengung der Schlosskapelle und die Zerstörung von Stukkaturen sowie von Wand- und Deckenmalerei angesprochen. Nach Abschluss der Bauarbeiten enthielt das vierstöckige Hauptgebäude im Erdgeschoss eine neue Kapelle, die Lehrsäle und den Turnsaal. Im ersten Stockwerk lagen unter anderem die Privaträume des Direktors der Einrichtung. In den dreistöckigen Seitenflügeln des Schlosses wurden im Erdgeschoss getrennte Speisesäle für Offiziere und Kadetten eingerichtet, außerdem der Zeichensaal, Büros und Lehrerwohnungen. In den darüber liegenden Stockwerken lagen die Stuben, Schlafsäle und Waschsäle der Kadetten sowie ein Arrestlokal. In den Jahren 1839 und 1840 wurden vor beiden Seitenflügeln je ein zweistöckiges Gebäude für Lazarett, Apotheke, Büros und Wohnungen des medizinischen Personals errichtet. Bereits 1851 begann die Kadettenanstalt mit dem Ankauf von Grundstücken hinter dem Schloss Bensberg. Dazu gehörte auch der kalte Kadettenweiher im Milchborntal, der bis zum Bau des Kadettenbades, einer Schwimmhalle im Schlosspark (gebaut 1897 bis 1900), zu Trainingszwecken der Kadetten genutzt wurde.

Absolventen und Auflösung des Kadettenhauses Die Ausbildung begann 1840 mit 63 Kadetten. Im Jahr 1862 betrug die Gesamtzahl der bis dahin aufgenommenen Kadetten 1.167 Personen. Bis zu seiner Auflösung im Jahr 1918 sollen etwa 5.000 Personen im Kadettenhaus Bensberg zur Schule gegangen sein, von denen 653 in kriegerischen Auseinandersetzungen starben. Am 11. November 1918 wurde die Einrichtung auf Verlangen einer bewaffneten Gruppe der Arbeiter- und Soldatenräte aufgelöst.

Bekannte Personen, die im Kadettenhaus tätig waren

Julius Albrecht (1827–1901), Kadett Friedrich Aldenkortt (1845–1918), Kadett Wilhelm von Apell (1892–1969), Kadett Arno von Arndt (1835–1902), Kadett Reinhard von Baczko (1830–1913), Kadett Adolf des Barres (1814–1873), Erzieher Hermann von Budde (1851–1906), Kadett Wilhelm Budde (1813–1885), Lehrer Albert von Derschau (1841–1915), Kadett Johannes von Dewall (1829–1883), Kadett Otto von Dufais (1852–1926), Kadett Emil Engelhard (1829–1885), Kadett Waldemar von Fahland (1831–1905), Kadett Louis von Freyhold (1844–1923), Kadett Ludwig von Friedeburg (1862–1924), Kadett Theodor Gericke (1819–1878), Kadett Moritz von und zu Gilsa (1841–1909), Kadett Walther von Goetze (1864–1945), Kadett Willibald von der Goltz (1829–1899), Kadett Karl von Gynz-Rekowski (1848–1927), Kadett Karl Hartog (1843–1910), Lehrer Karl Hermann von Heyden (1840–1917), Kadett Rudolf von Horn (1833–1905), Kadett Richard von Keiser (1867–1946), Erzieher Alfred von Keßler (1833–1907), Kadett Richard von Klitzing (1842–1907), Kadett Wilhelm von Lans (1861–1947), Kadett Oskar Liebe (1823–1909), Abteilungsvorstand Karl von Liebenroth (1817–1907), Direktor Friedrich Sylvius Ferdinand von Malachowski und Griffa (1810–1893), Direktor Hermann von Melchior (1828–1902), Kadett Wilhelm Müller (1834–1902), Erzieher Wolfgang Müller (1901–1986), Kadett Hugo Mund (1822–1882), Militärlehrer Carl Niemeyer (1845–1906), Kadett Rudolf von Oetinger (1830–1920), Kadett Karl von Plettenberg (1852–1938), Kadett Günther Pogge (1879–1961), Kadett Gustav Martin Adolf Rotte (1830–1895), Kadett Gustav Sandkuhl (1828–1892), Kadett Albrecht von Sanitz (1830–1890), Kadett Hans von Schack (1853–1934), Kadett Friedrich Wilhelm von Schaeffer (1839–1916), Kadett Adolf von Schell (1837–1888), Kadett Otto von Schell (1834–1902), Kadett Hans Schimmelfeng, Erzieher Ludwig Schotten (1853–1913), Kadett Anton von Steuben (1858–1928), Kompagniechef Johannes Streccius (1831–1898), Kommandeur Werner von Tippelskirch (1891–1980), Kadett Hans von Troilo (1865–1934), Kadett Wolfgang von Unger (1855–1927), Kadett Julius von Vallet des Barres (1820–1897), Erzieher Friedrich Karl Wiebe (1838–1927), Kadett Botho von Wussow (1828–1891), Kadett

Literatur August Gertner: Bensberg und sein Kadettenhaus. Kogler’sche Buchhandlung, Siegen 1862, Digitalisat. Kurt Kluxen: Geschichte von Bensberg. Paderborn 1976, ISBN 3-506-74590-5. Godehard Hoffmann: Schloß Bensberg und sein Schicksal – Preußisches Kadettenhaus und Nationalpolitische Erziehungsanstalt – in: Rheinische Heimatpflege – 33. Jahrgang – 1/96, S. 9 ff.

Einzelnachweise

Weblinks

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