Die Klasse 956 der schottischen Eisenbahngesellschaft Caledonian Railway (CR) war eine kleine Baureihe von Dreizylinder-Ten-Wheeler-Dampflokomotiven für den Einsatz vor Schnellzügen, die 1921 in vier Exemplaren von den St Rollox Works gebaut wurden.
Geschichte Die von William Pickersgill entworfenen Lokomotiven wurden mit den Nummern 956 bis 959 abgeliefert. Sie waren die größten Dampflokomotiven, die je von einer schottischen Bahn betrieben wurden. Mit einer Zugkraft von 125 kN wurden sie damals in Großbritannien nur von den Vierzylinder-Maschinen der L&YR-Klasse 8 übertroffen, die 130 kN erreichten.
Die Lokomotiven wurden zuerst in Glasgow, später in Carlisle und Perth beheimatet. Sie bewährten sich im schweren Schnellzugdienst nie, denn sie waren trotz ihrer Größe nicht leistungsfähiger als ihre Vorgänger der CR-Klasse 60, die auch keinen guten Ruf hatten. Die größten Probleme waren die Steuerung und die ungenügende Dampfbildung aufgrund ungenügender Luftzufuhr. Der Aschkasten wurde als zu klein empfunden, weshalb der Rost zu verschlacken drohte. Umbauten an der Steuerung brachten nicht die gewünschten Resultate.
Nach dem Zusammenschluss der britischen Bahnen zu vier großen Gesellschaften im Jahr 1923 kamen alle vier Lokomotiven zur London, Midland and Scottish Railway (LMS), wo sie in de Leistungsklasse 5P eingeteilt wurden und die Nummern 14800 bis 14803 erhielten. Nach wenigen Jahren wurden sie nur noch im Güterverkehr verwendet und nach 10 bis 15 Dienstjahren ausrangiert.
Technik Die Lokomotiven hatten drei Kuppelradsätze und ein vorderes Laufdrehgestell. Die Feuerbüchse befand sich zwischen dem zweiten und dritten Kuppelradsatz. Der Antrieb erfolgte durch drei nebeneinander angeordneten Zylinder mit den Massen 18 ½ × 26 Zoll (470 × 660 mm). Der mittlere Zylinder wirkte auf den ersten als Kropfachse ausgebildeter Treibradsatz, die beiden äußeren Zylinder auf den zweiten. Die Treibstangen der Außenzylinder waren 3353 mm lang, die des Innenzylinders 1981 mm.
Der groß Heißdampfkessel war mit 24 Überhitzerelementen ausgerüstet, was den Einsatz von Kolbenschiebern notwendig machte, die einen Durchmesser von 203 mm hatten. Für die Außenzylinder wurde eine Walschaerts-Steuerung verwendet, während die Steuerung des Innenzylinders über ein Hebelsystem von den äußeren Steuerungen abgeleitet wurde. Diese Lösung bewährte sich jedoch nicht, weshalb später für den mittleren Zylinder eine Stephenson-Steuerung eingebaut wurde.
Die Lokomotiven waren mit einer dampfbetriebenen Sandstreueinrichtung, Dampfumsteuerung und Ross-Pop-Sicherheitsventilen ausgerüstet.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Dampflokomotive Achsfolge 2C 956 Kategorie:Schienenfahrzeug (St Rollox Works)