Gladys Kamakakuokalani ʻAinoa Brandt (geboren am 20. August 1906 Honolulu; gestorben am 15. Januar 2003 ebenda) war eine hawaiisch-US-amerikanische Pädagogin und Bürgerrechtlerin. Sie war Schulleiterin der Kamehameha Schools und an der Gründung des Hawaiian Studies Center der University of Hawaii beteiligt, was zu einem Wiederaufleben des Interesses an der Kultur der Ureinwohner Hawaiis führte.

Herkunft und Ausbildung Gladys Kamakakūokalani ʻAinoa Brandt kam 1906 in Honolulu zur Welt. Ihr Vater David Kanuha war an der Wilcox-Rebellion von 1895 beteiligt, durch die von der hawaiischen Bewegung des Royalisten Robert William Wilcox die Monarchie der letzten regierenden Königin des Königreichs Hawaiʻi Liliʻuokalani wiederhergestellt werden sollte. Gladys nahm 1917 an der Beerdigung von Liliʻuokalani teil, die einen bedeutenden Einschnitt für den sozialen Wandel der hawaiischen Kultur darstellte.

Als Kind verleugnete sie ihre Kultur, lehnte ihre Sprache ab und rieb ihre Haut mit Zitronensaft ein, um sie aufzuhellen. Während der Hawaiischen Renaissance seit den 1960er Jahren beschäftigte sie sich intensiv mit ihren hawaiischen Wurzeln und kämpfte für deren Wiederbelebung.

Als junges Kind besuchte sie eine Zeit lang die Kamehameha School for Girls und wurde von deren erster Schulleiterin Ida May Pope erzogen.

Als Gladys 16 Jahre alt war, änderte ihr Vater den Familiennamen in „Ainoa“ (ihre Mutter hieß Esther Aionoa), was in der hawaiischen Sprache „in Freiheit essen“ bedeutet. Dies war eine Anspielung auf die ʻAi-Noa-Periode nach dem Jahr 1819, in der traditionelle komplexe und mit Tabus geschützte Verhaltensregeln für Frauen für bestimmtes Essen und gemeinsames Essen mit Männern aufgehoben wurden. Damit verbunden waren tiefgreifende Veränderungen im hawaiischen Sozialsystem wie das Verbot von Menschenopfern und die Aufhebung vieler Regeln für die Aliʻi.

Gladys Ainoa schloss 1925 die President William McKinley High School ab. Sie erwarb ein Lehrzertifikat an der Hawaii Normal School, aus der sich später die University of Hawaii entwickelte. 1927 heiratete sie Isaac Brandt.

Karriere Zunächst unterrichtete sie an öffentlichen Schulen auf der Insel Maui, später auf Kauaʻi. 1943 schloss sie ihr Studium der Pädagogik an der Universität von Hawaii mit einem Bachelor ab. Anschließend wurde sie Hawaiis erste weibliche Schulleiterin an einer öffentlichen Schule. 1962 war sie die erste Frau, die zur Schulrätin ernannt wurde, und zwar auf der Insel Kauaʻi.

Anschließend wurde sie 1963 Schulleiterin der Kamehameha-Mädchenschule. Obwohl sie eigens für Hawaiierinnen gegründet worden war, war Gladys die erste hawaiische Schulleiterin. 1969 wurde sie zur Leiterin der Oberstufe befördert und blieb bis 1971 in dieser Position. Aufmerksamkeit erregte es, dass sie gemeinsam mit Nona Beamer an der Schule durchsetzte, dass der traditionelle Hula auch stehend unterrichtet wurde, was lange für Mädchen als „unzüchtig“ verboten war.

Obwohl sie 1971 nach 44 Jahren im Bildungsbereich offiziell in den Ruhestand ging, engagierte sich Brandt weiterhin in verschiedenen Gremien und Funktionen. 1983 ernannte der Gouverneur von Hawaii George Ariyoshi sie zum Mitglied des Kuratoriums der Universität von Hawaii. Sie gehörte diesem bis 1986 an und war vier Jahre lang Vorsitzende. Sie setzte sich beim Parlament für die Finanzierung des Zentrums für hawaiische Studien an der Universität von Hawaii ein, das seit 2005 sowohl Bachelor- als auch Masterstudiengänge anbietet. 2002 wurde das Zentrum nach ihrem hawaiischen Namen Kamakakuokalani benannt.

1985 wurde Brandt von der Honpa Hongwanji Mission von Hawaii als Living Treasures of Hawaiʻi geehrt.

1997 war Brandt Mitautorin zweier Essays mit dem Titel „Broken Trust“, in denen sie die Kamehameha Schools, den größten privaten Landbesitzer in Hawaii, kritisierte, was zu einer tiefgreifenden Umstrukturierung und der Ablösung der verantwortlichen Trustees führte. 1998 ernannte Gouverneur Ben Cayetano sie zur Treuhänderin des Office of Hawaiian Affairs.

Vermächtnis Gladys Brandt starb 2003 in Honolulu. Ex-Gouverneur Cayetano erklärte, er sei noch nie jemandem begegnet, der wie sie bei allen ethnischen Gruppen respektiert worden sei. Senator Daniel Akaka hob hervor, dass sie Bildung als wichtigstes Ziel für die Zukunft der einheimischen hawaiischen Bevölkerung befördert habe als Alternative zu Wut und Angst. Einzelnachweise

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