mini|Karsten Grunewald Karsten Grunewald (* 1. Dezember 1961 in Schwerin) ist ein deutscher Geograph, Landschaftsökologe und Sachbuchautor.
Werdegang
Grunewald studierte von 1982 bis 1987 Mathematik, Geographie und Pädagogik an der Universität Potsdam und arbeitete anschließend drei Jahre als Diplomlehrer an einer Oberschule in Schwerin. 1990 begann er eine „Planmäßige Aspirantur“ am Institut für Geographie und Geoökologie der Universität Potsdam, die er 1993 mit der Erlangung des akademischen Grades Dr. rer. nat. auf dem Gebiet der Physischen Geographie/Geoökologie mit „Summa cum laude“ abschloss. 1994 wechselte Grunewald an die Technische Universität Dresden und arbeitete als wissenschaftlicher Oberassistent bei Karl Mannsfeld am wieder gegründeten Geographischen Institut. Dort legte er 1997 seine Habilitationsschrift zum Thema „Großräumige Bodenkontaminationen“ vor und erlangte die Lehrbefähigung im Fach Physische Geographie (Schwerpunkt Geoökologie). Es folgten eine Dozentur für Ressourcenschutz an der TU Dresden sowie Vertretungsprofessuren in Leipzig und Dresden (1998–2006). Im Jahr 2005 gründete Grunewald mit Kollegen die Firma „Gesellschaft für Angewandte Landschaftsforschung bR“ (GALF), ein Jahr später das „Landschaftsforschungszentrum e.V.“ (LFZ) Dresden. Seit 2009 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter und Projektleiter am Leibniz-Institut für ökologische RaumentwicklungKarsten Grunewald Mitarbeitereintrag auf Seite des IÖR. Abgerufen am 14. Januar 2026. (IÖR) in Dresden.
Grunewald ist u. a. Advisory Board of Institute of Landscape Ecology, Slovak Academy of Science and Subject Editor of the Journal One Ecosystem. Er gewann 2022 mit dem Projektteam von „HeatResilientCity – Hitzeresiliente Stadt- und Quartiersentwicklung in Großstädten – Bewohnerorientierte Wissensgenerierung und Umsetzung in Dresden und Erfurt“ den Deutschen Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie Forschung.
Forschungsschwerpunkte Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Landschafts- und Geoökologie, insbesondere zu Stoffhaushalten, Klimawandel, Ökosystemleistungen sowie nachhaltiger Stadt- und Regionalentwicklung. Seit den 2000er Jahren befasst er sich verstärkt mit Fragen des Landschafts- und Klimawandels sowie der grünen Stadtentwicklung in Deutschland und international. Lagen die Forschungsschwerpunkte von Grunewald zunächst auf stoffhaushaltlichen Fragestellungen in Mitteleuropa (Bodenbelastungen von Rieselfeldern um Berlin, Huminstoffeinträge in Trinkwassertalsperren im Erzgebirge, diffuse Stoffeinträge in Oberflächengewässer, Glyphosat in Böden und Gewässern), widmete er sich ab den 2000er Jahren Herausforderungen des Landschafts- und Klimawandels, vor allem in Bulgarien, sowie der grünen Stadtentwicklung in Deutschland, aber auch in China und Russland. Forschungs-, Vortrags- und Trekkingreisen führten Grunewald in fast alle Länder Europas sowie nach Asien (u. a. nach Nepal, China, Indien, Indonesien, Vietnam), Amerika (USA, Mexiko, Bolivien, Peru, Costa Rica, Argentinien) und Afrika (Äthiopien, Südafrika, Namibia, Marokko). Ab 2010 baute Grunewald die Forschungen zu Ökosystemleistungen in Deutschland mit auf und gibt mit Olaf Bastian ein Standardwerk heraus. In jüngster Zeit kommen neben Fragen des Ökosystem-Accountings und der Indikatorentwicklung zu Biodiversitätsparametern auch Governance- und Transformationsaspekte einschließlich der Beratung von Akteuren aus Politik und Wirtschaft hinzu. Grunewald ist Autor/Herausgeber von mehr als 180 wissenschaftlichen Publikationen und mehr als zehn Fach-/Sachbüchern.
Veröffentlichungen (Auswahl) Großräumige Bodenkontaminationen. Springer Verlag, Berlin 1997, ISBN 978-3-540-62770-8. Karsten Grunewald, Dimităr Stoilov: Natur- und Kulturlandschaften Bulgariens. Biblion, Marburg 1988, ISBN 978-3-932331-07-7. Klima- und Landschaftsgeschichte Südosteuropas. Rhombos, Berlin 2008, ISBN 978-3-941216-02-0. Karsten Grunewald, Olaf Bastian: Ökosystemdienstleistungen. Akademie für Raumforschung und Landesplanung, Hannover 2018, ISBN 978-3-88838-559-9. Karsten Grunewald, Roland Zieschank, Johannes Förster, Bernd Hansjürgens, Tobias M. Wildner: Die Zukunft der Wirtschaftsberichterstattung - Ökosystemleistungen und Biodiversität in staatlichen und unternehmerischen Bilanzierungen. Springer Verlag, Wiesbaden 2024, ISBN 978-3-658-44686-4.
Einzelnachweise
Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1961 Kategorie:Mann Kategorie:Geograph (21. Jahrhundert) Kategorie:Sachbuchautor Kategorie:Landschaftsökologe