mini|Wil Merkies (2010) Wil Merkies-Jansen (* 28. März 1931 in Den Helder; † 7. Februar 2018 in Amsterdam) war eine niederländische Journalistin. Sie gilt als die erste weibliche Fußballreporterin ihres Landes.
Leben Merkies wuchs sportbegeistert auf, besuchte mit ihrem Vater Spiele von Ajax und schrieb bereits als Vierzehnjährige Sportberichte für das sonntags erscheinende Blatt Cetem. Mit 17 Jahren bewarb sie sich nach Abschluss der mittleren Mädchenschule bei de Volkskrant, wurde zunächst in der Abo-Abteilung eingesetzt und verfolgte von dort ihr Ziel eines Wechsels in die Sportredaktion. Ihre Chance kam im Jahr 1949, als sie ein Fußballturnier für Journalisten für das Mitarbeiterblatt beschrieb und daraufhin – unter der Bedingung, ohne Namensnennung zu arbeiten – in die Sportredaktion wechselte, wo ihre Texte zunächst mit „Van onze verslaggeefster“ gezeichnet wurden. Nach Protesten von Lesern der damals katholischen Zeitung wurde die Autorenzeile in „Van onze verslaggever“ geändert. 1954 heiratete sie den Kollegen Wim Merkies; vor dem Hintergrund des damals geltenden Arbeitsverbots für verheiratete Frauen verließ sie de Volkskrant, zog nach Amersfoort, bekam vier Kinder und arbeitete fortan als freie Journalistin. Ende der 1960er-Jahre schloss sie sich der Frauenbewegung an, schrieb für Opzij, engagierte sich bei den Dolle Mina und war an der Organisation des Utrechter Frauenhauses beteiligt. In dieser Zeit verliebte sie sich in eine US-Filmemacherin und ging später weitere Beziehungen mit Frauen ein. Bis ins Alter war sie journalistisch und stadtteilpolitisch tätig, etwa in Initiativen am Marineterrein in Amsterdam. Merkies starb im Jahr 2018 im Alter von 86 Jahren.
Wirken Als Achtzehnjährige wurde Merkies 1949 als erste weibliche Fußballjournalistin der Niederlande bei de Volkskrant tätig. Die erzwungene Anonymisierung und die Umstellung von „verslaggeefster“ auf „verslaggever“ machten die damaligen Ausschlussmechanismen in Redaktion und Leserschaft sichtbar. Nach ihrer Heirat 1954 wirkten das bis 1958 geltende Arbeitsverbot für verheiratete Frauen und die bis 1956 bestehende rechtliche Handelingsonbekwaamheid als strukturelle Schranken, die ihre Karriere auf der Sportredaktion beendeten. Als freie Autorin schrieb sie später für Het Parool und prägte in Amsterdam-Oost die Kiezzeitung Dwars door de Buurt mit Arbeitskreisen und Interviews. Postum erfuhr ihre Vorreiterleistung verstärkte Anerkennung: 2024 benannte Haarlem den Wil Merkiespark nach ihr. Ebenfalls 2024 beschloss die Gemeinde Stichtse Vecht, die Wil Merkiesstraat nach ihr zu benennen.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Journalist (Niederlande) Kategorie:Niederländer Kategorie:Geboren 1931 Kategorie:Gestorben 2018 Kategorie:Frau