Guillermina Noël (geboren am 18. März 1972 in Necochea, Provinz Buenos Aires, Argentinien) ist Designforscherin und Dozentin, deren Arbeit sich auf Designmanagement, Designausbildung und partizipatives Design in Gesundheits- und Sozialsystemen konzentriert. Sie ist Mitglied des Beirats des Don Norman Design Award und Professorin an der Hochschule Luzern (HSLU), wo sie als Leiterin des Bachelor-Studiengangs „Design Management International“ tätig ist.

Ausbildung und berufliche Laufbahn Guillermina Noël hat ein Doktorat in Designwissenschaften an der Università Iuav di Venezia in Italien mit einer Arbeit zu Designmethoden und -prozessen in komplexen Kontexten abgeschlossen. Zuvor erwarb sie einen Master-Abschluss in Design an der University of Alberta in Kanada und studierte Design an der Nationalen Universität von La Plata in Argentinien. Ihre akademische Ausbildung verbindet grafische Gestaltung, Informationsdesign und Designforschung mit einem Schwerpunkt auf Gesundheitskommunikation. Sie war in akademischen und wissenschaftlichen Positionen in Europa, Nordamerika und Lateinamerika tätig, sowie an der Università Iuav di Venezia, der University of Alberta, der Emily Carr University of Art and Design und der Hochschule Luzern – Design & Kunst.

An der HSLU ist sie für die akademische Leitung, die Lehrplanentwicklung und die internationale Zusammenarbeit im Rahmen des Studiengangs Design Management verantwortlich. Studierende lernen dort, wie sie Design nicht nur als Formgebung, sondern als Management- und Veränderungsinstrument in Unternehmen und Organisationen einsetzen können, etwa um interne Prozesse, Services oder Kommunikationsmittel zu verbessern.

Arbeit und Forschung Guillermina Noël verfolgt einen humanzentrierten, ergebnisorientierten Designansatz, der auf empirischen Methoden und Zusammenarbeit mit Nutzerinnen und Nutzern basiert. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf der Gestaltung visueller Werkzeuge zur Unterstützung von Interviews, Dialogprozessen und Workshops mit Patientinnen, Angehörigen und Fachpersonen.

Sie lehrt wie Design strategisch in Organisationen eingesetzt werden kann – etwa durch Projekte mit realen Partnern aus Gesundheit und Sozialbereich, bei denen Studierende Nutzerinnen und Nutzer einbeziehen und Prototypen testen. In ihrer Forschung entwickelt sie evidenzbasierte visuelle Werkzeuge für bessere Kommunikation im Gesundheitswesen, z. B. Symbolkarten für Interviews mit Menschen mit Sprachbehinderungen oder klare Anleitungen zur Darmvorbereitung vor Krebs-Screenings, um Fehler zu vermeiden und Patientinnen und Patienten zu unterstützen. Praktisch arbeitet sie mit Kliniken und Teams zusammen, um Formulare, Entscheidungshilfen und Teamprozesse zu optimieren, wie in Projekten gegen unnötige Antibiotika oder zur Stärkung von Krankenhaus-Teams durch Designfähigkeiten. Darüber hinaus beschäftigt sie sich mit Designmanagement, insbesondere mit der Frage, wie Designkompetenz in Organisationen verankert werden kann, um nachhaltige und lebensförderliche Bedingungen zu schaffen. In diesem Kontext untersucht sie sowohl die Gestaltung der visuellen Oberflächen als auch die dialogischen Interaktionen zwischen Forschenden und Befragten, um Kommunikationshindernisse zu identifizieren und Gestaltungslösungen iterativ zu verbessern. Sie arbeitete mit dem Designforscher Jorge Frascara zu Fragen möglicher Kooperationen zwischen Gesundheitswesen und Design. Ein Projekt, das vom Schweizerischen Nationalfonds finanziert wird, untersucht welches Potenzial die Designausbildung hat, um die Umsetzung der Sustainable Development Goals also nachhaltig zu beschleunigen.

Guillermina Noël war Herausgeberin von zwei Sonderausgaben zum Thema Designausbildung für She Ji: The Journal of Design, Economics, and Innovation. Sie war an Design Education – Part I (Band 6, Ausgabe 1, 2020) beteiligt und fungierte anschließend als Herausgeberin von Design Education – Part II (Band 6, Ausgabe 2, 2020), das sich mit aktuellen Herausforderungen in der Designausbildung und dem Lernen in komplexen Kontexten befasste. Im Rahmen der Designpädagogikforschung war Noël auch Mitwirkende im Leitungsausschuss der Future of Design Education Initiative, einer internationalen Zusammenarbeit, die sich mit der Neugestaltung der Designausbildung als Antwort auf aktuelle Herausforderungen befasst. Im White Paper Health and Design von 2017 und im Sammelbandbeitrag Interweaving design and healthcare: Seventeen design skills to strengthen hospital teams and patient care von 2025 wird dargelegt, welche konkreten Designkompetenzen (z. B. Visualisierung, Moderation, Prototyping, Reflexion) in Krankenhaus‑Teams fehlen und wie Design diese Teams unterstützen können.

Veröffentlichungen

Improving the quality of healthcare data through information design. Mit Janet Joy, Carmen Dyck. Amsterdam, Information Design Journal, 23(3), S. 285–300, doi:10.1075/idj.23.1.11noe, 2017 2017: mit Denise Campbell-Scherer, Lynora Saxinger und Darren Pasay: , 2018 mit Jorge Frascara, Clarence Wong: , 2019 als Mitherausgeberin: , 2020 mit Daren Pasay, Denise Campbell-Scherer, Lynora Saxinger: , 2021 , 2022 mit Jorge Frascara, Paul Gardien, Daniel Rosenberg, Pieter Stappers, Danielle Wilde: , 2023 mit Alessia Buffagni, Jorge Frascara, Martina Frausin, Regina Hanke, Peter Jones, Denise Montt, Karen Schriver, David Sless, Carla Spinillo, Karel Van Der Waarde, Mike Zender: , 2025

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Designtheoretiker Kategorie:Hochschullehrer (Hochschule Luzern) Kategorie:Argentinier Kategorie:Geboren 1972 Kategorie:Frau