mini|hochkant|Wappen der Rump bzw. von Oedingen genannt Rump im Wappenbuch des Westfälischen Adels Rump (auch Rumpf o. ä.) ist der Name eines erloschenen westfälischen Uradelsgeschlechts.
Geschichte Das Geschlecht erscheint urkundlich erstmals 1230–1233 mit Ritter Helmicus Rump zu Olpe im Gefolge des Grafen Gottfried von Arnsberg, gleichzeitig mit Hunoldus de Odenge. 1256 tritt Gertrud von Oedingen, Witwe des Helmich genannt Rump, zusammen mit ihren Kindern Theoderich, Johann, Helmich, Claritia und Beatrix auf. 1260 tätigte Helmicus genannt Rump mit seiner Frau Gertrud und seinen Söhnen Theoderich, Johann und Helmich einen Verkauf an das Kloster Welver. 1269 werden Ritter Theoderich genannt Rump, Sohn des toten Ritters Helmich genannt Rump, seine Frau Frederunis, seine Söhne Theoderich, Helmich und Johann sowie seine Brüder Helmich und Johann urkundlich erwähnt. Ritter Theoderich siegelte mit dem Sparrenwappen. 1288 bekundete Edelherr Gottfried I. von Rüdenberg, dass Menricus von Bruchusen im Namen der Erben des Johann genannt Rump, seines Verwandten, nämlich Johann, Hermann, Vrederunis und Aleid, dem Kloster Welver einen Mansen zu Westönnen übertragen hatte. Der Verkauf wurde im selben Jahr von Hermann Rump genehmigt. 1289 verglichen sich Frederune, Witwe des Ritters Thiederich genannt Rump, und ihre Kinder Thiderich, Wilhelm, Helmich, Herbord, Rotcher, Richard, Wessel und ein weiterer Thiderich in einer Streitsache mit dem Koster Welver. Die Brüder des verstorbenen Ritters Thiederich genannt Rump stimmten zu. In Urkunden von 1295 und 1297 werden Theoderich genannt Rump, Frederunis, seine Mutter, ferner Johann, Helmich, Herbord, Rutger, Richard, Wessel, Theoderich und Gertrud, seine Geschwister, erwähnt. Im selben Jahr erscheinen auch die Brüder Johann und Hermann Rump. Am 11. Juli 1305 bekundete Theoderich genannt Rump, dass er, seine Mutter Frederunis und seine Brüder Helmich, Rutger und Richard zu Gunsten des Klosters Oelinghausen auf einen Mansen im Dorf Klotingen, den von ihnen der Soester Bürger Gerard vom Cranen zu Lehn trug, verzichtet haben. Derselbe Theoderich genannt Rump kommt 1306 häufig in Urkunden im Gefolge der Grafen von Arnsberg. 1308 war er Zeuge in der Urkunde, durch die Graf Wilhelm von Arnsberg den Bürgern von Hirschberg die Rechte der Stadt Eversberg verlieh.Fahne (1858), S. 342. Theoderich genannt Rump besaß 5 Mark Rente als Burglehen von Waldenburg sowie das Gericht und die Vogtei zu Oedingen. Sein Bruder Ritter Rotger genannt Rump (Rottegerus Rump) war 1327 bei der Dotation der Kapelle der Stadt Grevenstein durch Graf Wilhelm von Arnsberg anwesend.Fahne (1858), S. 343.
Noch in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts besaß die Familie das Patronatsrecht über die Pfarrkirche in Oedingen. Dieses war zwischenzeitlich (1336/7) zwischen den Brüdern und Rittern Theoderich und Rotger Rump strittig.Vereinigte Westfälische Adelsarchive, Wen.Wen.Uk / Wenne, Urkunden, Nr. Wen.Wen.Uk - 1 u. Nr. Wen.Wen.Uk - 2, abgerufen am 18. Dezember 2025.
Ritter Thomas genannt Rump besaß 1338 die Vogtei zu Oedingen und 4 Hufen zu Havekebeke und Runen. 1361 kauften Bernd Rump, seine Frau Haseken und ihre Kinder Ludolf, Fibbe und Grete ein Haus im Dorf Belthausen in der Grafschaft Bentheim. 1384 empfing Rutger genannt Rump den Hof Effele bei Rüthen als Rüthener Burglehen. Außerdem besaß er Güter zu Waldhausen im Kirchspiel Mülheim. Mit Haus Wenne wurde die Familie, genauer Rotger Rump (1430†), verheiratet mit Stine (urkundlich 1413–1421Vereinigte Westfälische Adelsarchive, Wen.Wen.Uk / Wenne, Urkunden, Nr. Wen.Wen.Uk - 3 u. Nr. Wen.Wen.Uk - 4, abgerufen am 18. Dezember 2025.), von Kurköln erstmals 1412 belehnt. 1429 wurde derselbe zu Poppelsdorf mit der Hälfte des Schlosses und des Hofes Wenne im Kirchspiel Eslohe belehnt. Diese waren ihm durch den Tod von Bela, der Ehefrau des Friedrich von Cobbenrode zugefallen. Nach Rotger Rumps Tod wurden dessen Söhne, Diederich und Hermann Rump, 1425 für ein Darlehen von 200 Gulden mit Wenne belehnt. Cord (Konrad) Rump (1436†), verheiratet mit Iliane (urkundlich 1429–1436), war 1429 Burgmann zu Rüthen. Sie besaßen einen Zehnt zu Kallenhardt. 1436 erscheint Iliane als Witwe, zusammen mit ihren Kindern Cord, Diderich, Johann, Katharina und Fya. In jenem Jahr verkauften sie den Brüdern Diederich, Rotger, Engelbert und Crafft Rump van der Wenne eine Rente aus ihrem Gut tho overen Bremenschede, dem Gut to Koebenrode sowie dem Gut to Overen Salveye.Vereinigte Westfälische Adelsarchive, Wen.Wen.Uk / Wenne, Urkunden, Nr. Wen.Wen.Uk - 5 u. Nr. Wen.Wen.Uk - 7, abgerufen am 18. Dezember 2025.
Spätestens 1430 hatten sich die zwei Hauptlinien der Familie zu Wenne und zu Haus Valbert/Varenbert herausgebildet. In jenem Jahr verkauften Diederich Rump van Varenbert seine Frau Elseke sowie Diederichs Geschwister Arnt, Walrave, Hedenrich, Luckele, Katrine und Greyte drei Eigenhörige mit allem Zubehör an Dyderich Rumpe van der Wene und seine Brüder Rotger, Engelbert und Crafft, Söhne des verstorbenen Rotger Rump.Vereinigte Westfälische Adelsarchive, Wen.Wen.Uk / Wenne, Urkunden, Nr. Wen.Wen.Uk - 6, abgerufen am 18. Dezember 2025. 1437 besiegelten Arnd und Diederich Rumppe von Varenbert und Rötger, Diederich und Crafft Rump von der Wenne die westfälische Landesvereinigung. Henneke Rump zu Haus Ostwig verkaufte 1440 zusammen mit seiner Frau Beleke Eigenhörige dem Stift Meschede, ebenso wie 1466 Walrave Rump von Varenbert der Ältere (urkundlich 1447–1466). 1452 wurde Johann Rump von Kurköln mit Haus Pungelscheid belehnt. 1474 erscheint Johann Rump von Varenbert mit seiner Frau Aleid von Remelinchausen (Remblinghausen), Tochter des 1474 bereits verstorbenen Albert von Remelinchausen und der damals noch lebenden Bela. Derselbe Johann Rump zu Remelinchusen wurde 1482, nach Tod seines Vaters Diederich Rump, von Kurköln mit dem Haus zu Borchhuysen genannt die Capelle belehnt. Im selben Jahr wurde Rütger Rump von Kurköln mit Haus Pungelscheid belehnt und Walrave Rump als Vormund der Margaretha Lüerwald mit Gut Suttorp. 1483 setzten Johann Rump von Varenbert zu Remelinchusen und seine Frau Aleid ihrer Tochter Lyse Rump, Nonne zu Rumbeck eine Leibzucht aus. In dem Akt erscheinen auch Rolbeke Rump, Johanns und Aleids Sohn, sowie Johann Rump von Varenbert, Sohn des verstorbenen Walram Rump. Hunold Rump von Varenbert erscheint 1486. Seine Mutter Elseken Destinchuß war ebenfalls Klosterfrau zu Rumbeck. 1486 verkauften die Brüder Diederich und Hermann Rump van der Wenne zusammen mit ihren Frauen Anne und Elyan eine Rente aus der Mühle in Oedingen. Vier Jahre später verkaufte derselbe Hermann Rump zu Wenne, Drost zu Oedingen, seinen Teil des Zehnten zu Oedingen. Unter den Urkundenzeugen findet sich Hermanns Bruder Crafft Rump.Vereinigte Westfälische Adelsarchive, Wen.Wen.Uk / Wenne, Urkunden, Nr. Wen.Wen.Uk - 11 u. Nr. Wen.Wen.Uk - 12, abgerufen am 18. Dezember 2025. 1498 verzichteten die Gebrüder und Vettern Diederich, Hermann, Heidenrich und Crafft Rump von der Wenne auf ihre Ansprüche an Kloster Galiläa. Hermann Rump van der Wene war Amtmann zu Frankenberg und mit Iliane verheiratet. 1499 verkauften die Eheleute ihr Gut to Holthusen in der veltmarche to Medebecke.Vereinigte Westfälische Adelsarchive, Wen.Wen.Uk / Wenne, Urkunden, Nr. Wen.Wen.Uk - 13, abgerufen am 18. Dezember 2025. 1505 und 1507 belehnte Johann Rump von Varenbert zu Remblinghausen das Kloster Rumbeck mit dem Hof Dunscher. Dasselbe tat Hermann Rump zur Wenne der Alte 1509 und Hermann Rump zur Wenne der Junge 1523. 1548 Letzterer als Sohn des verstorbenen Hermann Rump des Alten. Noch vor dem Tod seines Vaters Hermann Rump des Alten vereinbarte Hermann Rump der Junge 1517 eine Ehe mit Ursula von Schüren. Als Zeugen der Eheberedung fungierten unter anderem Johann Rump, Bruder des Bräutigams, und Dirik/Diederich Rump zu Grimminghausen. Die Eheleute Hermann Rump der Junge und Ursula von Schüren erscheinen noch 1544.Vereinigte Westfälische Adelsarchive, Wen.Wen.Uk / Wenne, Urkunden, Nr. Wen.Wen.Uk - 14, Nr. Wen.Wen.Uk - 17 u. Nr. Wen.Wen.Uk - 20, abgerufen am 18. Dezember 2025. 1519 wurde Johann Rump, ansässig im Amt Balve, als Vormund des Hermann von der Heese von Kurköln mit dem Hof Hedinghusen, Amt Menden, und dem Hof Hoeve, Amt Schwelm, belehnt. Anna Rump, Witwe des Volpert von Schade zu Reiste, quittierte 1520 zusammen mit ihrem Sohn Volpert von Schade den Brüdern Dietrich und Hermann Rump zur Wenne ihren Brautschatz aus dem Wenner Erbe.Vereinigte Westfälische Adelsarchive, Wen.Wen.Uk / Wenne, Urkunden, Nr. Wen.Wen.Uk - 15, abgerufen am 18. Dezember 2025. 1525 werden Anna Rump, Tochter des verstorbenen Johann Rump und der Gertrud, Nonne zu Welver, und ihr verstorbener Bruder Melchior Rump erwähnt; 1559 dann Walrave Rump zu Varenbert und Diederich Rump von der Wenne, 1560 die Brüder Volmar und Jaspar Rump zu Pungelscheid sowie 1562 Hermann Rump von der Wenne, Sohn des verstorbenen Arndt Rump. Der Hof Hunschede wurde dem Kloster Rumbeck 1562 von Hermann Rump, 1613 von Johann Rump und 1615 von Hermann Rump dem Jüngeren, alle zu Wenne wohnend, belehnt. 1645 erließ Hermann Rump zu Wenne, Drost zu Marsburg und Volkmarsheim, die Lehnpflicht, jedoch nur für sich, denn später geht die Belehnung wieder von den Rump aus. 1563 verglich sich Hermann Rump mit Erzbischof Friedrich IV. von Wied wegen Haus Wenne. Derselbe erscheint auch 1572 als Sohn des verstorbenen Arndt Rump. Nur ein Jahr später, 1573, wurde Hermann von Hatzfeld, Drost zu Balve, für die minderjährigen Kinder des verstorbenen Hermann Rump mit Wenne belehnt. Simon Schade zu Reiste und seine Ehefrau Maria Rump erklärten 1612 der Kirche zu Dorlar jährlich 6 Pfennig Zehntlöse aus dem Gut Reiste zu schulden.Vereinigte Westfälische Adelsarchive, Wen.Wen.Uk / Wenne, Urkunden, Nr. Wen.Wen.Uk - 42, abgerufen am 18. Dezember 2025.
Auch in Kurland existierte seit dem 14. Jahrhundert eine Linie der Familie. Diese wurde dort aber erst nach dem Erlöschen der Linie durch die Kirchspielbeschlüsse vom 10. Mai 1841 bei Regulierung der Ritterbank, unter der Nr. 150 nachträglich zu derselben verzeichnet. Urkundlich finden sich in Kurland folgende Personen: 1535 verlieh Bischof Hermann II. Konnenberg Pundicken, Terwenden und Cappen, die ihm Niclas Hartwig zediert hatte, an Hermann Rump. 1551 war Johann Rump im Lamburgischen ansässig. Vermutlich war dieser mit demjenigen Johann Rump identisch, der erwähnt wurde, als 1581 dem Johann Behr die Zusicherung auf das Gut Terwenden und Cappen gegeben wurde, sobald Johann Rumps männliche Lehnserben gestorben sind. Dies war 1665 eingetreten. Die Güter gingen an Ulrich Behr, worüber Anna Catharina Rump, verheiratet mit dem kurländischen Rittmeister Matthias Tryzna genannt Karp informiert wurde. Ein Hermann von Rump erhielt 1557 von Bischof Johann von Münchhausen 2 Haken Land im Amt Czyrow im Dorf Selden. Wiegant Rumpf erscheint 1580 auf Alt-Pigant in Livland. Vor Oktober 1587 verstarb Rötger Rumpff, Erbherr auf Lauzensee, der mit Dorothea von Plater aus dem Haus Groß-Nedderitz vermählt war. 1620 verkaufte Carl Rumpe, verheiratet mit Dorothea von den Brincken das Höfchen Pundick. Er soll der Letzte dieser baltischen Linie gewesen sein.Gritzner (1898), S. 412.
Maximilian Franz Engelbert von Rump (1848–1883) wurde von seinem Großonkel, Landrat Maximilian Freiherr von Schade, Letzter des Geschlechts von Schade, in dessen am 12. Januar 1863 aufgesetzten Testament zum Universalerben bestimmt, unter der Bedingung der Annahme des von Schaden’schen Namens und Wappens. Am 28. September 1873 erhielt ersterer die königlich-preußische Erlaubnis, den Namen „Freiherr von Schade-Ahausen genannt von Rump“ zu führen. Da er jedoch am 13. Februar 1883 als Letzter seines Geschlechts unvermählt verstarb, erlosch mit ihm nicht nur die Linie der „Freiherren von Schade-Ahausen genannt von Rump“ sondern gleichzeitig auch das Geschlecht Rump im Mannesstamm.Spießen (1901–1903), S. 108.Blažek (1886), S. 44.
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