Die Biblioteca Cubit (vollständig Biblioteca para Jóvenes Cubit) ist eine Zweigstelle der Städtischen Öffentlichen Bibliotheken im spanischen Saragossa. Sie wurde im Jahr 2010 als erste öffentliche Bibliothek Spaniens eröffnet, die sich exklusiv an Jugendliche und junge Erwachsene richtet. Das Bibliothek wurde als Public-Private-Partnership mit der Fundación Bertelsmann realisiert.
Geschichte Die Biblioteca Cubit geht auf die internationale Initiative der Bertelsmann Stiftung zurück. Das Vorhaben zielte darauf ab, traditionelle Bibliothekskonzepte zu modernisieren und an die Lebenswelten der Digital Natives anzupassen.
Nach der erfolgreichen Realisierung der Modellbibliotheken Mediateka Wrocław und Planeta 11 in Polen schrieb die Bertelsmann Stiftung einen Wettbewerb für einen spanischen Standort aus. Voraussetzung war unter anderem eine Einwohnerzahl zwischen 100.000 und 500.000 sowie eine zentrale Funktion in der Region. Saragossa setzte sich im Auswahlverfahren gegen Mitbewerber wie Albacete, Bilbao, Elda, Parla und Tarragona durch. Die Bewerbung wurde durch die Kandidatur der Stadt für die Expo 2008 begünstigt, die eine städtebauliche Erneuerung der Region vorantrieb. Ein weiterer Faktor war das hundertjährige Jubiläum der Partnerbank Caja Inmaculada (CAI), die eine Beteiligung an der Finanzierung zugesagt hatte.
Die Bertelsmann Stiftung sagte die Übernahme von rund der Hälfte der Verwaltungsaufwendungen der ersten fünf Jahre zu. Die restlichen Kosten trugen die Stadt Saragossa und der Partnerbank. Konzeptionell federführend war die Fundación Bertelsmann, eine rechtlich selbstständige Tochterstiftung der gemeinnützigen Bertelsmann Stiftung.
Die Biblioteca Cubit wurde im Juli 2010 eröffnet.
Gebäude Die Bibliothek befindet sich auf dem Gelände der Zaragoza Activa in der ehemaligen Zuckerfabrik Azucarera del Rabal, einem Industriedenkmal aus dem 19. Jahrhundert. Für die architektonische Gestaltung zeichnete der deutsche Architekt Christian Schmitz verantwortlich. Schmitz hatte bereits die Schwesterprojekte in Polen entworfen.
Der Umbau basiert auf einem Raum-im-Raum-Konzept: In die historische Backsteinhalle wurde ein freistehender, dreistöckiger Glaskubus („Cubit“) implantiert, der als Kern der Bibliothek fungiert. Der Name „Cubit“ ist ein Kofferwort, das den architektonischen Würfel („Cubo“) mit dem digitalen „Bit“ verbindet. Er soll nach Angabe des Architekten den Wandel vom historischen Produkt der Fabrik (Würfelzucker) hin zum Informationsbaustein des Medienzeitalters symbolisieren.
Strukturell gliedert sich der Einbau in drei Bereiche: den Medienturm, den Glaskubus für konzentriertes Arbeiten und Gruppenaktivitäten sowie das verbindende Erdgeschoss, das als offener Raum konzipiert ist. Durch den Verzicht auf feste Innenwände, die Verwendung von farbigem Glas und den Einsatz transparenter Materialien entsteht ein Charakter, der bewusst mit der klassischen Bibliotheksarchitektur bricht. Der Glaskubus ruht lediglich auf vier Betonscheiben, wodurch der optische Eindruck entsteht, er würde in der alten Fabrikhalle schweben.
Bestand Das Medienangebot ist auf die Altersgruppe der 12- bis 25-Jährigen zugeschnitten. Der Bestand von rund 15.000 bis 20.000 Einheiten setzt sich aus aktueller Jugendliteratur, Comics sowie einem hohen Anteil an audiovisuellen Medien wie Musik-CDs, Film-DVDs und Videospielen zusammen.
Ergänzt wird das physische Angebot durch zahlreiche Computerarbeitsplätze und Gamingstationen. Ein zentrales Merkmal des Konzepts ist die Abkehr von der traditionellen Bibliotheksruhe hin zu einem sozialen Treffpunkt, an dem Kommunikation ausdrücklich erwünscht ist.
Die Biblioteca Cubit fungiert als sozialer Treffpunkt im Stadtviertel.
Literatur
Weblinks Website der Biblioteca Cubit
Einzelnachweise
Kategorie:Bibliothek in Spanien Kategorie:Bildungseinrichtungsgründung 2010 Kategorie:Organisation (Saragossa)