Hermann Hammitzsch (* 1933 in Leipzig) ist ein deutscher Industriedesigner und autodidaktischer Maler und Zeichner.
Leben und Werk Hammitzsch absolvierte von 1947 bis 1950 in Leipzig bei der Sowjetischen Aktiengesellschaft Bleichert Transportanlagen Fabrik eine Lehre als Maschinenschlosser und arbeitete dann dort bis 1954 als Maschinenschlosser und Technologe. Der Betrieb firmierte ab Januar 1954 als VEB Verlade- und Transportanlagenbau „Paul Fröhlich“. In dieser Zeit machte er auch ein Abendstudium an der Fachschule für Schwermaschinenbau Leipzig. Von 1954 bis 1956 studierte er an der Fachschule für Bauwesen Leipzig. Von 1955 bis 1973 arbeitete er im Bereich Fördertechnik des VEB Schwermaschinenbaukombinat TAKRAF Leipzig als Konstrukteur und Konstruktionsgruppenleiter. Von 1971 bis 1975 machte er daneben ein Fernstudium an der Hochschule für industrielle Formgestaltung Halle – Burg Giebichenstein. Von 1973 bis 1985 war er bei TAKRAF Formgestalter und Leiter des Industrie-Ateliers, danach als Chefgestalter des Kombinats verantwortlich für das Design von Maschinen und Anlagen. Er gehörte mit Rüdiger Beute (* 1956) und Hans Kluge (* 1949) dem Gestaltungskollektiv „Tagebaugeräte“ an. Er konnte einmal dienstlich in das westliche Ausland, nach Dänemark, reisen.
Hammitzsch war bis 1990 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR. Er publizierte in der DDR seit Anfang der 1960er Jahre in der Fachzeitschrift Hebezeuge und Fördermittel eine Anzahl von Fachaufsätzen. Er war unter anderem Inhaber eines Wirtschaftspatents und wurde als Verdienter Erfinder und 1988 mit dem Designpreis der DDR geehrt.
Nach dem Ende der DDR verlor Hammitzsch 1990 seine Arbeit. Er arbeitete vorübergehend selbständig als Manager Corporate Identity und ging vorzeitig in Rente. Seitdem widmet er sich intensiv dem Malen und Zeichnen und dem Reisen, so nach Frankreich, Norwegen, Island, in die Schweiz, in das Elbsandsteingebirge und an die Ostsee. Dabei schuf er eine Vielzahl von Bildern, bis 2013 annähernd achthundert, vor allem Landschaftsdarstellungen und Motive seiner Heimatstadt Leipzig. Er arbeitet vor allem mit Acrylfarbe, Aquarell, Bleistift, Sepia und Collagen.
Hammitzsch ist Mitglied des Fördervereins des Mittweidaer Museums „Alte Pfarrhäuser“. Seine künstlerischen Werke befinden sich seit 2012 im Museum. Seinen Vorlass hat er dem Sächsischen Wirtschaftsarchiv übergeben.
Ausstellungen (Auswahl)
Einzelausstellungen
2013: Mittweida, Museum „Alte Pfarrhäuser“ (u. a. Gemälde aus Frankreich) 2018: Borna: Museum der Stadt Borna
Teilnahme an zentralen und wichtigen regionalen Ausstellungen in der DDR
1985: Leipzig, Bezirkskunstausstellung 1987/1988: Dresden, X. Kunstausstellung der DDR
Literatur Heinz Hirdina: Gestalten für die Serie. Design in der DDR. 1949 – 1985. Verlag der Kunst, Dresden, 1988, S. 376 Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 310/311
Weblink Französische Impressionen im Bornaer Museum
Einzelnachweise
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