Bei den Wahlen zum Schwedischen Reichstag 1881 bis 1887 fanden vier Wahlen zum Schwedischen Reichstag (1881, 1884, März/April 1887 und August/September 1887) statt.
mini|200px|Grundsteinlegung für das neue Reichstagsgebäude (13. Mai 1897). Der Schwedische Reichstag bestand aus zwei Kammern. Die Wahl zur Ersten Kammer (Första kammaren) erfolgte indirekt über die Landesversammlung (Landsting) und die größten kommunalen Ratsversammlungen. So sollte „Bildung und Besitz“ (bildningen och förmögenheten) repräsentiert werden.
Auch für die Wahl zur Zweiten Kammer (Andra kammaren) galt ab 1867 ein Zensuswahlrecht: Stimmberechtigt waren schwedische Männer über 21 Jahren mit Grundstücken im Steuerwert von über 1000 Reichstalern oder einem steuerpflichtigen Jahreseinkommen von über 800 Talern. 236.120 erwachsene Männer, etwa 5,6 Prozent der Bevölkerung, hatten das Stimmrecht für die Zweite Kammer.Dieter Nohlen, Philip Stöver: Elections in Europe: A data handbook. 2010, S. 1859. ISBN 978-3-8329-5609-7 (englisch). 79 Prozent der erwachsenen Männer waren nicht stimmberechtigt.
Wahl 1890 Bei der Wahl 1890, die vom 14. Juli bis zum 29. September 1890 stattfand, traten neben der Neue Bauernpartei NLMP (Nya lantmannapartiet), der Alten Bauernpartei GLMP (Gamla lantmannapartiet), dem Zentrum C (Centern) unter Carl Herslow sowie der Stockholmer Bank SB (Stockholmsbänken) wieder Parteilose (Obundna) und Sonstige (Övriga) für 228 Sitze an. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:
+ Reichstagswahl 1890 Partei Prozent Sitze Nya Lantmannapartiet (NLMP) 20,9 88 Gamla Lantmannapartiet (GLMP) 23,4 70 Centern (C) 8,8 33 Stockholmsbänken (SB) 1,4 4 Parteilose (Obundna) 8,8 33 Sonstige (Övriga) 36,7 0 Gesamtzahl 100,00 228
Nach der Wahl blieb Gustaf Åkerhielm von der Erste Kammer-Protektionistenpartei FKPP (Första kammarens protektionistiska parti) zunächst Ministerpräsident des Vereinigten Königreichs von Norwegen und Schweden, wurde aber am 10. Juli 1891 von Erik Gustaf Boström von der Bauernpartei abgelöst.
Wahl 1893 Bei der Wahl 1893, die vom 2. Juli bis zum 30. September 1893 stattfand, traten neben der Nya lantmannapartiet, Gamla lantmannapartiet und dem Centern unter Carl Herslow nunmehr die Bürgermeisterpartei BP (Borgmästarepartiet) unter Gustaf Svanberg und die Linksradikalen Wilden (Vänstervilde) wieder Parteilose (Obundna) und Sonstige (Övriga) für 228 Sitze an. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:
+ Reichstagswahl 1893 Partei Prozent Sitze Nya Lantmannapartiet (NLMP) 17,6 75 Gamla Lantmannapartiet (GLMP) 22,5 68 Centern (C) 5,5 23 Borgmästarepartiet (BP) 2,8 12 Vänstervilde 0,2 1 Parteilose (Obundna) 11,1 49 Sonstige (Övriga) 40,3 0 Gesamtzahl 100,00 228
Ministerpräsident Erik Gustaf Boström blieb nach der Wahl weiterhin im Amt.
Wahl 1896 Bei der Wahl 1896, die vom 28. Juni bis zum 29. September 1893 stattfand, gab es eine neuerliche Veränderung in der Parteienlandschaft: Die Bauernpartei kandidierte wieder unter ihrem alten Namen Lantmannapartiet (LMP) als vereinte Kraft, während neben der neuen Volkspartei FP (Folkepartiet) unter Jöns Bromée das Freihandelsfreundliche Zentrum FRIH C (Frihandelsvänliga centern), der Friesenska klubben (FK) von Sixten von Friesen und der Bondeska Klubben (BK) von Carl Carlson Bonde erstmals auch die Sozialdemokraten S (Socialdemokraterna) unter Claes Tholin kandidierten. Daneben traten auch wieder Parteilose (Obundna) und Sonstige (Övriga) für 230 Sitze an. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:
+ Reichstagswahl 1896 Partei Prozent Sitze Lantmannapartiet (LMP) 31,1 128 Folkepartiet (FP) 9,5 31 Frihandelsvänliga centern (FRIH C) 3,8 16 Friesenska klubben (FK) 2,3 7 Bondeska Klubben (BK) 1,5 3 Socialdemokraterna (S) 0,2 1 Parteilose (Obundna) 12,5 44 Sonstige (Övriga) 38,2 0 Gesamtzahl 100,00 230
Wahl 1899 Bei den Wahlen 1899, die vom 16. Juli bis 30. September 1899 abgehalten wurden, kandidierten neben der Lantmannapartiet insbesondere die Liberale Sammlungspartei Lib S (Liberala samlingspartiet) unter der Führung von Sixten von Friesen und die Sozialdemokraten unter Claes Tholin sowie die Rechtsradikalen Wilden HV (Högervilde) und die Linksradikalen Wilden VV (Vänstervilde). Daneben traten auch wieder Parteilose (Obundna) und Sonstige (Övriga) für 230 Sitze an. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:
+ Reichstagswahl 1899 Partei Prozent Sitze Lantmannapartiet (LMP) 28,9 117 Liberala samlingspartiet (Lib S) 28,3 87 Högervilde (HV) 0,4 1 Vänstervilde (VV) 0,4 1 Socialdemokraterna (S) 0,2 1 Parteilose (Obundna) 5,4 23 Sonstige (Övriga) 36,2 0 Gesamtzahl 100,00 230
Ministerpräsident Erik Gustaf Boström blieb nach der Wahl weiterhin im Amt, ehe der parteilose Fredrik von Otter am 12. September 1900 das Amt des Ministerpräsidenten wurde.
Einzelnachweise
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