mini|200px|Der Sitzungssaal der Zweiten Kammer (Andra kammaren) (1904). Die Wahl zum Schwedischen Reichstag 1902 fanden vom 7. bis zum 13. September 1902 statt.

Der Schwedische Reichstag bestand aus zwei Kammern. Die Wahl zur Ersten Kammer (Första kammaren) erfolgte indirekt über die Landesversammlung (Landsting) und die größten kommunalen Ratsversammlungen. So sollte „Bildung und Besitz“ (bildningen och förmögenheten) repräsentiert werden.

Auch für die Wahl zur Zweiten Kammer (Andra kammaren) galt ab 1867 ein Zensuswahlrecht: Stimmberechtigt waren schwedische Männer über 21 Jahren mit Grundstücken im Steuerwert von über 1000 Reichstalern oder einem steuerpflichtigen Jahreseinkommen von über 800 Talern. 236.120 erwachsene Männer, etwa 5,6 Prozent der Bevölkerung, hatten das Stimmrecht für die Zweite Kammer.Dieter Nohlen, Philip Stöver: Elections in Europe: A data handbook. 2010, S. 1859. ISBN 978-3-8329-5609-7 (englisch). 79 Prozent der erwachsenen Männer waren nicht stimmberechtigt.

Bei der Wahl 1902 traten die Bauernpartei LMP (Lantmannapartiet), die Liberale Sammlungspartei Lib S (Liberala samlingspartiet) unter der Führung von Sixten von Friesen, die Gemäßigten Reformfreunde MRV (Moderata Reformvänner) von Wilhelm Lothigius, die Linksradikalen Wilden (Vänstervilde), die Sozialdemokraten S (Socialdemokraterna) unter Claes Tholin sowie Parteilose (Obundna) für die 230 zu vergebenden Sitze an. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:

+ Reichstagswahl 1902 Partei Prozent Sitze Lantmannapartiet (LMP) 34,3 91 Liberala samlingspartiet (Lib S) 20,9 104 Moderata Reformvänner (MRV) 1,1 5 Vänstervilde (VV) 0,6 2 Socialdemokraterna (S) 1,1 4 Parteilose (Obundna) 6,1 24 Sonstige (Övriga) 35,8 0 Gesamtzahl 100,00 230

Ministerpräsident des Vereinigten Königreichs von Norwegen und Schweden, war seit dem 5. Juli 1902 Erik Gustaf Boström von der Lantmannapartiet und blieb auch nach der Wahl im Amt. Boström wurde aber noch vor der Wahl zum Reichstag vom 10. bis 16. September 1905 am 13. April 1905 vom parteilosen Johan Ramstedt sowie am 2. August 1905 Christian Lundeberg von der Erste Kammer-Protektionistenpartei FKPP (Första kammarens protektionistiska parti) als Ministerpräsident abgelöst.

Einzelnachweise

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