mini|Einav Zangauker (2024) Einav Zangauker (; * 3. Dezember 1978) ist eine israelische Menschenrechtlerin und eine prominente Sprecherin der Angehörigen der in Gaza festgehaltenen Geiseln. Sie wurde bekannt, nachdem ihr Sohn Matan beim Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 aus dem Kibbuz Nir Oz verschleppt wurde. Dessen Freundin Ilana Gritzewsky wurde Ende November 2023 im Rahmen einer einwöchigen Feuerpause freigelassen. Für ihren Einsatz wurde Zangauker 2024 mit dem Truth to Power-Preis des New Israel Fund ausgezeichnet. Am 30. Oktober 2025 kündigte die Universität Tel Aviv an, ihr ein Ehrendoktorat zu verleihen.

Leben Zangauker ist eine alleinerziehende Mutter aus der südisraelischen Stadt Ofakim. Sie entstammt einer marokkanisch-jüdischen Familie und unterstützte lange Zeit Benjamin Netanjahu, bevor sie sich nach der Entführung ihres Sohnes politisch von ihm abwandte. Aus der persönlichen Ausnahmesituation heraus setzte sie sich fortan öffentlich für eine Vereinbarung zur Freilassung der Geiseln ein. Am Morgen des 7. Oktober 2023 telefonierte Matan mit ihr aus dem Schutzraum, kurz darauf wurden er und Gritzewsky getrennt verschleppt.

Wirken Zangauker wurde als eines der Gesichter der Proteste gegen die Regierung beschrieben und führte mit anderen Angehörigen regelmäßig Großkundgebungen in Tel Aviv an. Sie setzte dabei auf öffentlichkeitswirksame Aktionen wie Straßensperren, das Anketten an Zäune oder das Abseilen in einem Käfig, um die Aufmerksamkeit auf die Geiseln zu lenken. Am 7. Dezember 2024 veröffentlichte die Hamas ein Video, das Matan Zangauker lebend zeigte; das Familienforum sprach von einem „Beweis des Lebens“. Anfang Januar 2025 wurde Zangauker wegen „inakzeptablen Verhaltens“ vorübergehend vom Zutritt zur Knesset ausgeschlossen, was sie als Einschüchterungsversuch kritisierte. Am 3. Dezember 2024 wurde sie in die BBC-Liste 100 Women aufgenommen. Am 13. Oktober 2025 kehrte Matan im Rahmen eines Abkommens nach Israel zurück. Zangauker blieb danach weiterhin aktiv, warf Netanjahu-nahen Kreisen eine Kampagne gegen Familien ehemaliger Geiseln vor und forderte sowohl die Rückholung der Toten als auch eine staatliche Aufarbeitung der Ereignisse des 7. Oktober. Bei einer Aktion hinter Stacheldraht in Tel Aviv im August 2025 verlangte sie ein umfassendes Abkommen zur Freilassung aller Geiseln.

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Einzelnachweise

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