mini|Angelika Görg Angelika Görg (* 10. Dezember 1943 in Litzmannstadt) ist eine deutsche Lebensmittelchemikerin und Pionierin auf dem Gebiet der Proteomik. Sie war Professorin für Proteomik an der Technischen Universität München (TUM) und nach ihrer Ernennung zur TUM Emerita of Excellence erste TUM-Vizepräsidentin für Compliance.

Leben Görg studierte Biochemie und Lebensmittelchemie an der Universität Tübingen und der TU Stuttgart (1963–1969). Sie promovierte 1973 zum Dr. rer. nat. an der TUM School of Life Sciences und habilitierte sich 1989 im Fach Chemie und Technologie der Lebensmittel an der TUM. 1993 erfolgte die Berufung zur Professorin für Proteomik an der TUM. 2009 wurde sie zur TUM Emerita of Excellence ernannt. Von 2016 bis 2019 war sie stellvertretende Ombudsperson für gute wissenschaftliche Praxis, von 2020 bis 2025 Vizepräsidentin für Compliance der TUM.

Werk Görg zählt zu den Wegbereiterinnen der Proteomik – einem Forschungsgebiet, das die Gesamtheit aller Proteine eines Organismus untersucht. Sie ist international bekannt für ihre Pionierarbeit in der Proteomanalytik, insbesondere für die Entwicklung der hochauflösenden zweidimensionalen Gelelektrophorese mit immobilisierten pH-Gradienten (IPG), die erstmals die Analyse hochkomplexer Proteingemische ermöglichte und die Proteomforschung nachhaltig prägte.PubMed: Publikationsliste von Angelika Görg. Abgerufen am 12. Dezember 2025.

Durch internationale Vorträge, Workshops und Tutorials auf elektrophoretischen und proteomischen Fachkongressen trug Görg wesentlich zur weltweiten Etablierung der Proteomanalytik bei.

Leitungsfunktionen in Fachgesellschaften

1992–2001: Präsidentin der Deutschen Elektrophoresegesellschaft (DEG)Deutsche Elektrophoresegesellschaft: Historie und Präsidium. Abgerufen am 12. Dezember 2025. 2001–2005: Vizepräsidentin der Deutschen Gesellschaft für Proteomforschung (DGPF)Deutsche Gesellschaft für Proteomforschung: Vorstand 2001–2005. Abgerufen am 12. Dezember 2025. 2002–2009: Mitglied des Board of Directors der Human Proteome Organization (HUPO)Human Proteome Organization: Board of Directors und Education Committee 2002–2009. Abgerufen am 12. Dezember 2025. 2002–2009: Chair des Education and Training Committee der HUPO 2007–2013: Mitglied des Board of Trustees des TUM Institute for Advanced Study (IAS)

Herausgeberschaften

Senior Editor der Fachzeitschrift Proteomics (Wiley-Blackwell, bis 2009) Senior Editor von Proteomics – Clinical Application (Wiley-Blackwell, bis 2009)

Kongressveranstaltungen (Auswahl)

Elektrophorese Forum 1999, TU München Elektrophorese Forum 2001, TU München Proteomic Forum 2003, TU München Proteomik Forum / HUPO World Congress 2005, TU München

Forschungsprojekte

Proteomanalytik-Aufenthalte an der University of Michigan, Ann Arbor, USA, und den National Institutes of Health (NIH), Bethesda (1985–1987) EU-Projekt Proteome Analysis Group Europe, Saccharomyces Cerevisiae (PAGES) (1994–1998) Forschungskooperation mit Rhone-Poulenc: Proteomic analysis of differentially regulated proteins in brain ischemia (2000–2002) DFG-Projekt: Stressproteine von Milchsäurebakterien unter subletaler Hochdruckbehandlung (2000–2004) BMBF-Projekt: Neue Methoden zur Proteomanalyse und Verknüpfung mit Metabolomanalysen – Corynebacterium glutamicum (2002–2005) CIPSM Exzellenzcluster, LMU München (Gründungsmitglied, Associate Investigator 2001–2009)

Analytische Beiträge zur Proteomik

Entwicklung der 2D-Elektrophorese mit immobilisierten pH-Gradienten (IPG-Dalt) Entwicklung enger, überlappender pH-Gradienten Analyse sehr basischer Proteine (z. B. ribosomale Proteine, Histone) Proteomanalyse von Ewing-Tumorzelllinien Aufbau webbasierten 2D-Proteindatenbanken (z. B. alkalische Proteine) Proteom-Datenbank Lactococcus lactis Identifizierung und Charakterisierung von Lebensmittelallergenen Analyse qualitäts- und krankheitsassoziierter Pflanzenproteine

Ehrungen und Preise

1992: Award of the British Electrophoresis/Biochemical Society, Glasgow 1994: Award of the Japanese Electrophoresis Society, Tokio 2001: Heinz-Maier-Leibnitz-Medaille der TUM 2003: Bundesverdienstkreuz am BandeBundesverdienstkreuz auf der Website der Technischen Universität München, abgerufen am 14. Dezember 2025. 2004: HUPO Distinguished Achievement Award in Proteomics, PekingHUPO: Distinguished Achievement Award in Proteomics 2004. Abgerufen am 12. Dezember 2025. 2011: Bayerischer VerdienstordenBayerische Staatsregierung: Verleihung des Bayerischen Verdienstordens 2011. Abgerufen am 12. Dezember 2025.

Literatur

PubMed: 101 Publikationen Scopus: 118 Publikationen Researchgate: 170 VeröffentlichungenAngelika Görg auf researchgate.net, abgerufen am 12. Dezember 2025. Auswahl:

Einzelnachweise

Kategorie:Lebensmittelchemiker Kategorie:Chemiker (20. Jahrhundert) Kategorie:Chemiker (21. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Technische Universität München) Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande Kategorie:Träger des Bayerischen Verdienstordens Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1943 Kategorie:Frau