Wilhelm Lilienthal (* 28. Januar 1867 in Berlin; † 11. April 1906 in Grafing, Oberbayern) war ein deutscher Schriftsteller und Übersetzer.

Leben und Wirken Wilhelm Lilienthal wuchs in einer Kaufmannsfamilie in Berlin auf und besuchte das Gymnasium zum Grauen Kloster.Richard Wrede, Hans von Neufels, Das geistige Berlin, 1897, S. 299, mit biographischen Details nach seinen Angaben Seit 1885 war er Schauspieler an mehreren deutschsprachigen Stadttheatern, bis er 1888 nach einem Sturz bei einer Vorführung in Zürich dieses aufgeben musste. Danach lebte er als freier Schriftsteller und Übersetzer in Berlin. 1906 starb er auf der Reise zu einer Kur nach Meran in Grafing bei München im Alter von 39 Jahren.Franz Brümmer, Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten, 4, 1913, S. 265

Publikationen Wilhelm Lilienthal übersetzte über vierzig literarische Werke, vor allem aus dem Französischen und Russischen, aber auch aus dem Englischen, Dänischen, SchwedischenRegina Quandt, Schwedische Literatur in deutschen Übersetzungen, Registerband, 1987, S. 3123, zu Nr. 3614–3648 , Polnischen und Spanischen, meist unter seinem Pseudonym Wilhelm Thal. Außerdem verfasste er mehrere Possen und Schwänke, von denen ich im Interesse des Publikums nur annehmen kann, dass sie nie zu Aufführung gelangen werden.Wrede, Reinfels, Das geistige Berlin, 1897, S. 299, Zitat von ihm (Es sind die meisten Übersetzungen angegeben.)

Übersetzungen aus dem Französischen Denis Diderot, Die Nonne, Fürstenwalde, 1889, mehrere Neuauflagen bis 2019 Edmond und Jules de Goncourt Die Brüder Zemganno, Berlin 1892 Elisa. Roman einer Verlorenen, 1893, erste deutsche Übersetzung Juliette Faustin, 1927 François Coppée, Das Vaterunser, 1892, Bühnenmanuskript für das Ostendtheater Berlin Émile Zola Eine Rosenknospe, 1892, Bühnenmanuskript für das Ostend-Theater Berlin Acht Novellen, Berlin 1893 Lourdes, Berlin 1894 (Digitalisat), mehrere Neuauflagen bis 2024, verbreitetste Übersetzung dieses Werke Die Liebe unterm Dache und andere Novellen, Eckstein, Berlin 1895 Die drei Kriege, Steinitz, Berlin 1895, einzige vom Verfasser autorisirte deutsche Ausgabe Therese Raquin, Hillger, Berlin 1898

Guy de Maupassant Die Wahnsinnige und andere Novellen, Eckstein, Berlin 1894 Monsieur Parent, Steinitz, Berlin 1898 Ein Sohn und Anderes, Steinitz, Berlin 1898 Alphonse Daudet, Der alte Zuave und andere Novellen, Eckstein, Berlin 1895 Der kleine Dingsda, Hillger, Berlin 1897 Tatarin in den Bergen, Hillger, Berlin 1899

Pierre Loti, Die Islandfischer, Hillger, B 1899 Graf Victor d'Adhémar, Die Boeren, Hillger, Berlin 1900 Anatole Leroy-Beaulieu, Der Antisemitismus, Edelheim, Berlin 1901 Jules Verne, Von der Erde zum Mond, Hillger, Berlin 1902 Jules Lermina, Das Drama der Rue St. Anna, Hillger, Berlin 1902

Frédéric Boutet, Der wilde Mann vom Tintenholzquai. Kapitän Fettgans. Zwei Grotesken, Minden, 1903 Gilbert Thierry, Das verschwundene Manuskript, Bonn 1905 Paul Bonhomme, Villa Tournesol, Hillger, Berlin 1905 Ainé Rosny, Das Eheversprechen, Hillger, Berlin 1905 Maxime Audouin, Das Geheimnis von Pen-Houarn und andere Novellen, Hillger, Berlin 1906

Übersetzungen aus dem Russischen Aus dem Russischen Leo Tolstoj, Der Roman der Ehe, Berlin 1891 Digitalisat Meine Beichte , Steinitz, Berlin 1895 Gegen die moderne Kunst, Steinitz, Berlin 1898 (Digitalisat) Der Tod, Hillger, Berlin 1899 Auferstehung, Hillger, Berlin 1900, mehrere Neuauflagen bis 2016 Wladimir Nemirowitsch-Dantschenko, Die verlassene Mine, in Die Romanwelt, 1906, S. 1086ff.; (auch in Sonntagsfreuden, 1907, S. 165ff.) Iwan Turgenjew, Ein König Lear der Steppe, Hillger, Berlin 1900 Maxim Gorki, Tschelkasch, Hillger, Berlin 1902 Fjodor Dostojewski, Raskolnikoff, Hillger, Berlin 1904 (Digitalisat) G. Savitsch, Der Jude in der russischen Literatur (Die Erzählungen von S. A. An-sky), in Israelitische Wochenschrift vom 6. Januar 1905, S. 9–11, Aufsatz

Übersetzungen aus weiteren Sprachen Aus dem Englischen Mayne Reid, Die Auswanderer des Transvaal, Hillger, Berlin 1899 Charles Foley, Mama, Hillger, Berlin 1901

Aus dem Dänischen A. H. von Kohl, Die roten Namen, Freiburg 1907; Neuausgabe München 1921 Charlotte Eilersgaard, Eine moderne Heilige, Hassenstein, Berlin 1907

Aus dem Polnischen Henryk Sienkiewicz, Junge Leiden, Hillger, Berlin 1902 An der Riviera, Hillger, Berlin 1903

Aus dem Spanischen Blasco Ibañez, Die Huerta, 1908, (wahrscheinliche Neuausgabe Zürich 1928)Hinrichs Halbjahrs-Katalog der im deutschen Buchhandel erschienenen Bücher, Zeitschriften, Landkarten, uws., 1908, S. 221 (kurzer Auszug); auch Strandgut, 1905/1906, S. 498–502; Auszug in der autorisierten Übersetzung von Wilhelm Thal, herausgegeben von Maria Hassenstein

Aus unbekannten Sprachen Die Originalsprachen dieser Werke sind unbekannt Chinesische Novellen, Hillger, Berlin 1900 J. Hitomi, Japan, Land und Leute, Hillger, Berlin 1904; Neudruck 2017

Herausgeber Moderne Lyrik. Eine Sammlung zeitgenössischer Dichtungen, Waldau, Berlin 1892, 366 Seiten Digitalisat, mit Leo Berg

Literatur Franz Brümmer: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten. Band 4. Leipzig, 1913. S. 265, mit seinen Komödien Richard Wrede, Hans von Reinfels: Das geistige Berlin. Band 1. Berlin 1897. S. 299, mit biographischen Angaben Maria Hassenstein: Dem Andenken Wilhelm Thals. In Strandgut. Münchner Monatsschrift für Literatur, Kunst und Kritik. 1905/1906. S. 483–487 Kürschners Deutscher Literatur-Kalender, 1902, Sp. 689; mit ausführlichem Schriftenverzeichnis (z. T. ungenaue Jahresangaben)

Weblinks

Literatur von Wilhelm Thal Deutsches Literaturarchiv Marbach

Literatur von Wilhelm Lilienthal WorldCat

Einzelnachweise

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