Jasleen Kaur (* 1986 in Glasgow) ist eine schottische Künstlerin, die 2024 den Turner Prize für ihre Installation Alter Altar erhielt. Ihre Kunst verbindet Alltagsobjekte, Skulptur und Klang mit Bezügen zur Sikh-Gemeinde Glasgows und wurde von der Jury für die Zusammenführung persönlicher, politischer und spiritueller Elemente gelobt. In ihrer Dankesrede vor der Tate Britain unterstützte sie Proteste, rief zu einem Waffenstillstand in Gaza auf und forderte die Loslösung der Tate von Geldgebern mit Israel-Verbindungen.
Leben Kaur wurde 1986 in Glasgow geboren und wuchs im Stadtteil Pollokshields in einer Sikh-Familie auf. Sie studierte Silberschmieden und Schmuck an der Glasgow School of Art und schloss dort 2008 ab. Anschließend setzte sie ihre Ausbildung am Royal College of Art in London fort.
Wirken Kaurs Arbeiten thematisieren, wie kulturelles Gedächtnis in Dingen und Ritualen eingeschrieben ist, und nutzen Improvisation sowie politische Mystik, um Traditionen und überlieferte Mythen zu hinterfragen. Die für den Preis maßgebliche Einzelausstellung Alter Altar wurde 2023 im Tramway in Glasgow gezeigt und 2024 im Rahmen der Turner-Prize-Schau in der Tate Britain neu eingerichtet. Zentral sind ein roter Ford Escort, der mit einer übergroßen Häkeldecke bedeckt ist, ein großflächiger Teppich, ein Himmel aus Acryl mit Alltagsobjekten sowie Klangspuren mit Handglocken, Sufi-Gesängen, Harmonium und Popmusik. Die Jury würdigte die bedachte Art, in der Kaur das Persönliche, Politische und Spirituelle verwebt, und sprach von einer visuellen wie akustischen Erfahrung, die Solidarität und Freude nahelege. Der Turner Prize war 2024 mit 25.000 Pfund dotiert, das Preisjahr war der 40. Geburtstag der Auszeichnung; neben Kaur waren Claudette Johnson, Pio Abad und Delaine Le Bas nominiert. Kommentare betonten sowohl das Ineinandergreifen von Persönlichem, Politischem und Spirituellem als auch die große Aufmerksamkeit für Kaurs Stellungnahmen zu Gaza; zugleich wurde die Entscheidung als respektabel, aber wenig provokant eingeordnet. In ihrer Rede sowie in Anknüpfung an einen offenen Brief forderte Kaur die Tate auf, Verbindungen zu Geldgebern mit Israel-Bezügen zu beenden und einen sofortigen Waffenstillstand zu unterstützen. Zeitgleich berichteten Medien von pro-palästinensischen Protesten vor der Tate Britain und einer starken Polizeipräsenz, der Kaur öffentlich ihre Solidarität aussprach.
Einzelnachweise
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