Die normalspurigen Tenderlokomotiven Friedrich-Alfred-Hütte 23 und 24 waren 1925 für die zum Krupp-Konzern gehörende Werkbahn der Friedrich-Alfred-Hütte von Krupp in Essen hergestellte Industrielokomotiven der Bauart E n2t. Die Lokomotiven mit den Fabriknummern 903 und 904 wurden im schweren Rangier- und Übergabeverkehr eingesetzt.

Die Lokomotiven waren bis 1971 in Betrieb und wurden anschließend verschrottet.

Geschichte

Nachdem bei Krupp in Essen um 1919 die erste Lokomotive gefertigt wurde, ist im Jahr 1925 gleich mit diesen zwei Fahrzeugen ein deutlich großes Produkt mit der Achsfolge E für das Hüttenwerk Rheinhausen gefertigt worden. Die zwei gelieferten Lokomotiven hatten die Werknummern 903 sowie 904 und wurden als Friedrich-Alfred-Hütte 23 und 24 bezeichnet.

Die Lokomotiven waren für den schweren Rangier- und Übergabedienst zum Bahnhof Rheinhausen Ost gedacht und sollten Rangierarbeiten von schweren Zügen in Krümmungen des Hüttenwerkes mit übernehmen. Die beiden Lokomotiven wurden als Naßdampflokomotiven gebaut. In Höhe der Zylinder ist die Umlaufbühne etwas angehoben und hat um den Stirnbereich herum noch ein scherzhafterweise als „Käfiggeländer“Wolfgang Fiegenbaum, Ingo Hütter, Schwere Brocken, regelspurige E-Tenderlokomotiven, Band 1, Wolfgang Herdam Fotoverlag, Quedlinburg-Gernrode 2012, ISBN 978-3-933178-46-6 bezeichnetes Schutzgeländer für den Rangierbetrieb.

Die beiden Lokomotiven haben sich in ihrer Dienstzeit sehr gut bewährt. Mit der Betriebszeit bis 1971 waren sie die dienstältesten Dampflokomotiven von Krupp mit einem Dienstalter von 46 Jahren. Die Lokomotiven waren nicht immer in Rheinhausen stationiert, sondern wurden 1967 zum Bochumer Verein umgesetzt, die Rechnung über ausgeführte Arbeiten der Westfälischen Lokomotiv-Fabrik Hattingen Karl Reuschling belegt dies. Sie wurden von Diesellokomotiven verdrängt, die bei dem Hüttenwerk Rheinhausen durchweg von Krupp geliefert wurden. 1971 wurden beide Lokomotiven ausgemustert und wenig später verschrottet.

Konstruktion

Der große Dampfdom und dahinterliegenden quadratischen Sandkasten wirkten harmonisch, im Bereich der Zylinder störte die erhöhte Umlaufbühne ein wenig, die vom Wasserkasten aus um die Stirnseite herum ein Gitter zum Schutz des Rangierpersonals erhalten. Später wurde die erhöhte Umlaufbühne wieder etwas niedriger gesetzt und das Geländer gegen ein einfaches Schutzgitter vor der Rauchkammer ausgetauscht.Foto der Lok 24 aus dem Jahr 1970 auf www.dampflokomotivarchiv.de

Im Blechrahmen waren die erste und die fünfte Achse seitenverschiebbar gelagert und führten zu einem geführten Achsabstand von 2700 mm. Die Zylinder waren leicht nach hinten geneigt angeordnet. Die rechteckigen Treib- und Kuppelstangen hatten gefrästen Nuten.

Der Kessel besaß eine Feuerbüchse aus Kupfer. Er war mit Dampfläutewerk, Sicherheitsventil und Dampfpfeife versehen. Später kam die elektrische Beleuchtung mit Turbogenerator hinzu, der links neben dem Schornstein an der Rauchkammer platziert wurde.

Die Lokomotive war durchwegs in Niettechnik entstanden. Ursprünglich nur mit einer Dampfbremse ausgerüstet, wurde die Druckluftbremse später nachgerüstet. In ihrer Dienstzeit haben die Lokomotiven zahlreiche Umbauten erlebt. So wurde z. B. vom Kohlekasten ein TenderaufsatzFoto der Lokomotive 24 1970 von hinten auf www.dampflokomotivarchiv.de gebaut und das Fassungsvermögen vergrößert. Die Besandung, ursprünglich vor der zweite Achse, bei der Treibachse beidseitig und hinter der vierte Achse mit vier Sandfallrohren pro Lokseite wurde nur die Treibachse mit zwei Rohren pro Seite reduziert.

Literatur

Wolfgang Fiegenbaum, Ingo Hütter, Schwere Brocken, regelspurige E-Tenderlokomotiven, Band 1, Wolfgang Herdam Fotoverlag, Quedlinburg-Gernrode 2012, ISBN 978-3-933178-46-6, Seiten 142–150.

Weblinks

Internetseite über die Lokomotive Friedrich-Alfred-Hütte 23 auf dampflokomotivarchiv.de Internetseite über die Lokomotive Friedrich-Alfred-Hütte 24 auf dampflokomotivarchiv.de

Einzelnachweise

Kategorie:Schienenfahrzeug (Krupp) Kategorie:Triebfahrzeug (Deutschland) Kategorie:Tenderlokomotive Achsfolge E