Christian Gaser (* 7. März 1967 in Jena) ist ein deutscher Hirnforscher und Professor für Computational Neuroscience und Neuroimaging an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Er arbeitet auf dem Gebiet der strukturellen Magnetresonanztomographie (MRT) und der computergestützten Analyse von Hirnstrukturdaten.

Leben Gaser besuchte von 1973 bis 1983 eine allgemeinbildende Schule in Jena. Anschließend absolvierte er eine Ausbildung mit Abitur zum Elektromechaniker. Nach Abschluss seines Militärdienstes studierte von 1989 bis 1994 Informationstechnik an der Technische Universität Chemnitz und im Wintersemester 1993 als Nebenhörer Technische Akustik an der Technische Universität Dresden. Er promovierte 2001 in Neurowissenschaften an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg mit einer Arbeit zu deformationsbasierter Morphometrie. Anschließend war er als Postdoktorand und Gastwissenschaftler an der Harvard Medical School (Boston), der UCLA (Los Angeles), der Icahn School of Medicine at Mount Sinai (New York), der Australian National University (Canberra), der University of Auckland und der University of Oxford tätig. 2005 wurde er als „Assistant Professor“ nach Jena berufen, 2015 wurde er „Associate Professor“.

Forschung und Methoden Die Forschung von Gaser liegt im Bereich der strukturellen bildgebenden Neurowissenschaften. Ein Schwerpunkt ist die computergestützte Analyse anatomischer Hirndaten aus der strukturellen Magnetresonanztomographie. Seine Arbeiten befassen sich unter anderem mit altersabhängigen Veränderungen der Hirnstruktur, mit neuronaler Plastizität, sowie mit strukturellen Biomarkern bei neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen.

Gaser ist der Hauptentwickler der Computational Anatomy Toolbox (CAT12), ein Softwarepaket zur automatisierten Analyse struktureller MRT-Daten. Die Toolbox wird unter anderem für voxel-basierte Morphometrie, Oberflächenanalysen und longitudinale Auswertungen verwendet.

Gaser war wesentlich an der Entwicklung der sogenannten BrainAGE-Methode beteiligt, mit der sich das biologische Alter des Gehirns anhand von MRT-Aufnahmen mithilfe von Methoden des maschinellen Lernens schätzen lässt. Ziel der Methode ist es, Abweichungen zwischen chronologischem und geschätztem Hirnalter zu quantifizieren.

Preise und Auszeichnungen Gelistet in Stanford's 'World's Top 2% Scientists' (2017–2025): Verliehen von der Stanford University / Elsevier an die besten 2 % der Forscher weltweit. Hood Fellowship

Publikationen (Auswahl)

Weblinks

Structural Brain Mapping Group website Google Scholar Profile CAT12 project website

Einzelnachweise

Kategorie:Neurowissenschaftler Kategorie:Hochschullehrer (Friedrich-Schiller-Universität Jena) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1967 Kategorie:Mann