Die Synagoge in Sachsenhagen befand sich in Sachsenhagen und bestand von 1871 bis 1938.

Geschichte Eine jüdische Gemeinde existierte in Sachsenhagen seit dem 19. Jahrhundert, die Synagoge wurde 1870 geweiht. Mit dem Rückgang der Gemeindemitglieder und der zunehmenden Auswanderung jüdischer Familien in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts verlor die Synagoge an Bedeutung. Die Zeit des Nationalsozialismus beendete die Existenz der Synagogengemeinde.Herbert Obenaus (Hrsg.): Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen und Bremen. Göttingen 2005, S. 1329–1330.

Baubeschreibung Die Synagoge war zweigeschossiger, in rotem Ziegelmauerwerk ausgeführter Bau und zeigte typische Stilmerkmale des späten 19. Jahrhunderts. Charakteristisch ist die Mischung aus Historismus und regionaler Bautradition. Das Gebäude stand auf einem massiven Sockel aus Bossenquadern, der den Baukörper erdete. Die Fassade war regelmäßig durch rundbogige Fenster gegliedert, die im Erd- wie im Obergeschoss einheitlich proportioniert waren. Markant war der mittige, turmartig ausgebildete Fassadenvorbau, der der Straßenfassade mit all seinen Elementen eine deutliche vertikale Akzentuierung verlieh. Auch der seitliche Giebel war reich durch Blendbögen und einen dreieckigen Giebelaufsatz gegliedert.

Das breite, tief herabgezogene Satteldach mit roter Dachdeckung und kleinen Dachöffnungen fügte sich harmonisch in die regionale Bautradition ein. Insgesamt zeigte der Bau eine repräsentative, zugleich klar strukturierte Gestaltung, die auf einen öffentlichen Zweck verwies, ohne ausdrücklich sakral zu wirken.Vgl. die Darstellungen auf juedische-gemeinden.de und jewish-places.de

Niedergang und Pogromnacht Als Folge des demografischen Rückgangs und der systematischen Verfolgung jüdischer Gemeinden im NS-Staat wurde der Gottesdienst aufgegeben und die Gemeinde löste sich auf. Obwohl es 1938 keine aktive Gemeinde mehr gab, wurden die Einrichtung und die Fenster der Synagoge bei den Novemberpogromen in diesem Jahr zerstört. Die Synagoge wurde wegen der Gefahr eines Übergreifens des Feuers auf die benachbarten Gebäude nicht in Brand gesetzt.Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen und Bremen 1330–1331.

Das erhaltene Gebäude wurde nach 1945 als Scheune genutzt und 1967 zu einem Wohnhaus umgebaut.Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen und Bremen 1331

Erinnerung Zum Gedenken an die jüdische Gemeinde ist seit 2000 ist die Grundschule in Sachsenhagen nach Gerda Phillipsohn benannt. Sie war die letzte jüdische Schülerin im Ort und wurde 1943 zusammen mit weiteren elf Sachsenhagener Angehörigen der Synagogengemeinde deportiert. Ein Erinnerungsort an der Synagoge wurde bisher nicht geschaffen.

Siehe auch Liste der im Deutschen Reich von 1933 bis 1945 zerstörten Synagogen

Weblinks Sachsenhagen auf jewish-places.de Infostation Synagoge Sachsenhagen Sachsenhagen auf juedische-gemeinden.de Sachsenhagen in der Schaumburger Landschaft

Einzelnachweise

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